Angehörige im Heim

Angehörige im Heim

Wann Kinder zahlen müssen


Ist ein Elternteil wegen Pflegebedürftigkeit in einem Pflegeheim oder wegen Alters in einem Altenheim untergebracht, reicht das eigene Einkommen häufig nicht aus, um die Heimkosten zu bezahlen. Aber wann müssen dann die Kinder für die Eltern zahlen?

Oft kommen hier beträchtliche Summen für Zahlungen an das Heim, an das Sozialamt oder direkt an den Elternteil zusammen.

Keine Wahl

Die geleisteten Zahlungen für die Heimunterbringung können auch nicht als typische Unterhaltsleistungen umgedeutet und somit – ohne Ansatz einer zumutbaren Belastung abgezogen werden. Die Richter stellen klar, dass es ein Wahlrecht zwischen dem Abzug als außergewöhnliche Belastungen und dem Abzug als Unterhaltsleistungen nicht gibt. Es sei auch nicht möglich, die Heimrechnung in Unterhaltskosten und in Krankheitskosten aufzuteilen und einen Teilbetrag für Unterhalt ohne Anrechnung der zumutbaren Belastung geltend zu machen.

Die Frage ist, ob und wie Sie den Fiskus daran beteiligen können.

  • Zahlungen für die Heimunterbringung wegen Pflegebedürftigkeit, Behinderung oder Krankheit sind als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art absetzbar, wobei hier jedoch erst eine zumutbare Belastung überschritten werden muss. Abziehbar sind nicht nur die Pflegekosten, sondern auch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung.
  • Zahlungen für die Unterbringung aus Altersgründen in einem Altenheim, Altenwohnheim oder Seniorenwohnstift gelten als typische Unterhaltsleistungen und können allenfalls bis zum Unterhaltshöchstbetrag von 8.004 Euro abgesetzt werden. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn die eigenen Einkünfte und Bezüge des Elternteils weniger als 8.628 Euro bzw. 17.256 Euro beim Elternpaar betragen. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus dem abzugsfähigen Höchstbetrag von 8.004 Euro und dem Anrechnungsfreibetrag von 624 Euro. Bis 2009 betrug der Gesamtbetrag 8.304 Euro (7.680 Euro + 624 Euro).

Zumutbare Belastung

Die zumutbare Belastung richtet sich nach der Höhe des Einkommens, der Anzahl der Kinder und dem Familienstand. Das ist Ihr Selbstbehalt, den Sie von den Aufwendungen übernehmen müssen, bevor die Allgemeinheit der Steuerzahler Ihnen hilft. Beispielsweise beträgt bei einem Ehepaar mit einem oder zwei Kindern und einem Einkommen über 51.130 Euro die zumutbare Belastung 4 Prozent des Gesamtbetrags der Einkünfte.

Wichtig

Der Bundesfinanzhof hat jetzt bestätigt, dass Zahlungen der Kinder für die pflegebedingte Heimunterbringung der Eltern nicht als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt werden, wenn sie nicht höher sind als die zumutbare Belastung der Kinder (BFH-Urteil vom 30.6.2011, VI R 14/10).

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