Antrag auf Kindergeld

Antrag auf Kindergeld

Bei der Familienkasse stellen


Vier Jahre Zeit

Für den Antrag und die Auszahlung des Kindergeldes sind die Familienkassen bei den Arbeitsagenturen zuständig. Die Frist für den Kindergeldantrag beträgt vier Jahre. Wenn Sie im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, übernimmt Ihre gehaltszahlende Stelle die Aufgaben der Familienkasse.

Für jedes Kind nur einmal

Für jedes Kind wird nur einer Person Kindergeld gezahlt – meist derjenigen, die das Kind in ihren Haushalt aufgenommen hat. Der Unterhaltsverpflichtete darf allerdings die Hälfte des Kindergeldes auf seinen Unterhalt anrechnen (sogenannter „zivilrechtlicher Ausgleichsanspruch“). Dementsprechend ist dem Empfangsberechtigten auch nur die ihm verbleibende Hälfte des Kindergeldes zuzurechnen.

Was ist ein „Zählkind“?

Ein Kind, für das an den vorrangig berechtigten Elternteil Kindergeld gezahlt wird, wird auch bei dem anderen Elternteil berücksichtigt. Als „Zählkind“ an zweiter Stelle bzw. an dritter Stelle bewirkt es, dass für jüngere Kinder, die Zählkinder sind, die jeweils nächsthöheren Kindergeldsätze gezahlt werden. Ein Stiefkind ist allerdings nur dann ein Zählkind, wenn es im Haushalt des kindergeldberechtigten Elternteils lebt.

Beispiel:

Martin und Julia sind verheiratet und haben drei gemeinsame Kinder. Ein älteres eigenes von Martin lebt bei der leiblichen Mutter, an die auch als vorrangig Berechtigte das Kindergeld gezahlt wird.
Bei Julia zählen nur die drei gemeinsamen Kinder als erstes, zweites und drittes Kind. Sie könnte Kindergeld in Höhe von 2 x 184 Euro + 190 Euro = 558 Euro monatlich erhalten.
Bei Martin zählt das eigene Kind als erstes Kind (Zählkind), die drei gemeinsamen jüngeren Kinder zählen als zweites, drittes und viertes Kind. Als vorrangig Berechtigter kann er für die gemeinsamen drei Kinder 184 Euro + 190 Euro + 215 Euro = 589 Euro monatlich erhalten, also 31 Euro mehr als Julia. Deshalb empfiehlt es sich, dass Julia den Mann zum Kindergeldberechtigten bestimmt.

Eltern sollten immer einen Antrag auf Kindergeld stellen

Das Finanzamt prüft im Steuerbescheid automatisch, ob das Kindergeld oder die Freibeträge für Kinder für die Eltern günstiger sind. Ist die Steuerersparnis durch die Freibeträge höher als das Kindergeld, wird das Kindergeld von der Steuerersparnis abgezogen und Sie erhalten den Rest als Steuererstattung. Diesen Abzug nimmt das Finanzamt auch dann vor, wenn die Eltern gar keinen Antrag auf Kindergeld gestellt und daher keines bekommen haben. Das hält der Bundesfinanzhof für in Ordnung.

Folge: Sie müssen immer Kindergeld beantragen und dieses auch kassieren, selbst wenn Sie wissen, dass die Freibeträge günstiger sind.

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