Arbeiten in der Werkstatt

Arbeiten in der Werkstatt

Durch Handwerkerbonus begünstigt?


Handwerkerleistungen sind direkt von der Steuerschuld abziehbar. Und zwar mit 20 Prozent, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Begünstigt sind dabei nur reine Arbeitskosten sowie in Rechnung gestellte Maschinen- und Fahrtkosten zuzüglich der darauf entfallenden Mehrwertsteuer.

Wichtig hierbei: Begünstigt sind nur Leistungen, die „im Haushalt“ erbracht werden. Wie sieht es daher mit Arbeiten aus, die in der Werkstatt eines Handwerksbetriebes ausgeführt werden? Denn das Bundesfinanzministerium rechnet „Austausch und Modernisierung von Fenstern und Türen“ ohne weitere Differenzierung zu den begünstigten Handwerkerleistungen (BMF-Schreiben vom 10.1.2014).

Beziehen von Polstermöbel nicht begünstigt

Nun hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz entschieden, dass das Beziehen von Polstermöbeln in einer nahe gelegenen Werkstatt des Handwerkers nicht „im Haushalt“ des Steuerzahlers erfolgt. Folglich sind die Kosten dafür nicht begünstigt (Aktenzeichen 1 K 1252/16).

Nach Auffassung der Finanzrichter wird eine Handwerkerleistung nur dann „in“ einem Haushalt erbracht, wenn sie im räumlich-funktionalen Bereich des Haushalts geleistet wird. Danach ende der Haushalt nicht an der Grundstücksgrenze. Folglich sind auch Kosten zur Herstellung eines Hausanschlusses im öffentlichen Grund und Boden oder Kosten für den Winterdienst begünstigt.

Räumlicher Zusammenhang zum Haushalt nötig

Die Handwerkerleistungen müssten aber in einem unmittelbaren räumlichen Zusammenhang zum Haushalt durchgeführt werden. Bei einer Entfernung zur Werkstatt von vier Kilometern fehle es hieran. Daran ändere auch die Transportleistung des Raumausstatters nichts. Denn dabei handelt es sich nur um eine untergeordnete Nebenleistung.

Die strikte Unterscheidung in „häusliche“ und „außerhäusliche“ Leistungen führe zwar dazu, dass es allein vom Ort der Leistungserbringung abhänge, ob eine Tätigkeit begünstigt sei oder nicht. So sei z.B. die Betreuung eines Haustiers begünstigt, wenn sie im Haushalt durchgeführt werde. Nicht jedoch, wenn sie außerhalb des Haushalts in der Tierpension erbracht werde. Dieses Ergebnis habe der Gesetzgeber aber bewusst in Kauf genommen. Denn mit der Steuerermäßigung soll die Schwarzarbeit bei Dienstleistungen im Privathaushalt bekämpfen werden.

Frage nicht abschließend geklärt

Die Streitfrage scheint noch nicht eindeutig geklärt. Das Finanzgericht München hat nämlich den Austausch einer renovierungsbedürftigen Haustür, die in der Schreinerwerkstatt hergestellt, zum Haushalt geliefert und dort montiert wurde, insgesamt als begünstigte Renovierungsmaßnahme anerkannt.

Begründung der Richter: Es handelt sich um eine Leistung, die in unmittelbarem Zusammenhang zum Haushalt durchgeführt wurde und der zu eigenen Wohnzwecken genutzten Wohnung dient. Die Kosten der Haustür betrugen 2.200 Euro, wovon der Lohnanteil für Herstellung und Montage 467 Euro ausmachte. Und dieser Lohnanteil wurde anerkannt (Aktenzeichen 7 K 1242/13).

Nach Auffassung des Bundesfinanzhofs sind nicht nur Handwerkerleistungen begünstigt, die „in“ einem inländischen Haushalt erbracht werden, sondern auch solche, die „für“ den Haushalt erbracht werden. Denn der Begriff „im Haushalt“ sei räumlich-funktional auszulegen (Aktenzeichen VI R 56/12).

Mehr Infos zu Handwerkerleistungen

Weitere Infos rund um Handwerkerarbeiten in der Steuererklärung gibts in unserem Video:

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