Arbeitgeber-Darlehen

Arbeitgeber-Darlehen

Was geschieht bei Insolvenz?


Gewährt ein Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber ein Darlehen, stehen regelmäßig die Einkünfte aus Kapitalvermögen im Vordergrund. Geht dann die Darlehensforderung wegen Insolvenz des Arbeitgebers verloren, müsste man ja eigentlich den Verlust steuerlich berücksichtigen können, oder?

Verlust bei welcher Einkunftsart abziehen?

Die Einkünfte aus Kapitalvermögen stehen im Vordergrund, wenn es dem Arbeitnehmer bei der Darlehensgewährung auf die Zinsen ankommt.

In diesem Fall aber ist der Verlust der Darlehensforderung nicht als Werbungskosten bei den Kapitaleinkünften abziehbar, weil sich der Verlust nicht auf der Einkunftsebene, sondern auf der privaten Vermögensebene abspielt.

Der Verlust der Darlehensforderung kann aber auch als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit absetzbar sein, wenn der Arbeitnehmer das Risiko des Darlehensverlustes aus beruflichen Gründen bewusst auf sich genommen hat.

Steuerlich vom Arbeitslohn abzuziehen

Nun war der BFH mit der Beurteilung eines Darlehensverlustes bei einem Tarifangestellten befasst und hat zu seinen Gunsten entschieden: Der Verlust einer Darlehensforderung ist als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit absetzbar.

Begründung: Der Angestellte hat das Risiko des Darlehensverlustes aus beruflichen Gründen bewusst auf sich genommen – und daher stand jedenfalls nicht die Nutzung des Geldkapitals zur Erzielung von Zinseinkünften im Vordergrund. Als Indiz für solche beruflichen Gründe gilt beispielsweise der Umstand, dass eine Bank kein Darlehen mehr gewährt hätte (Aktenzeichen VI R 57/13).

Der Fall

Die Firma schloss mit den Arbeitnehmern eine Vereinbarung, nach der sie täglich Mehrarbeit von 0,5 Stunden zu leisten hatten und die entsprechende Vergütung in Genussrechtskapital umgewandelt wurde. Die Firma ging pleite, und das Genussrechtskapital war als nachrangige Forderung wertlos. Anders als das Finanzamt haben das Finanzgericht und der BFH die Darlehensforderung als Werbungskosten berücksichtigt. Nach Auffassung der Richter steht hier der Verlust in einem erheblichen Zusammenhang zum Arbeitsverhältnis. Es spielt auch keine Rolle, ob das Genussrechtskapital zuvor normal verzinst worden ist.

Tipp: Den Verlust müssen Sie in dem Jahr als Werbungskosten geltend machen, in dem für Sie die Wertlosigkeit der Forderung erkennbar wird. Tragen Sie den Verlustbetrag auf Seite 2 der Anlage N, Zeile 46 ein.

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