Arbeitsecke ist kein Arbeitszimmer

Regal als Abtrennung reicht nicht


In so gut wie jedem Haushalt findet sich ein Schreibtisch. Doch kann man diesen steuerlich als Arbeitszimmer absetzen, auch wenn der Rest des Raumes privat genutzt wird?

Strenge Regeln für den Abzug

Beim steuerlichen Abzug eines Arbeitszimmers hat der Fiskus vorgesorgt- und große Hürden geschaffen. Denn nur in zwei ganz bestimmten Fällen kann das Arbeitszimmer auch als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abgesetzt werden:

  • Ihnen steht für Ihre berufliche oder betriebliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung? Dann können Sie bis zu 1.250 Euro pro Jahr steuerlich absetzen.
  • Ihr Arbeitszimmer ist der Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit? Dann sind Ihre Kosten unbeschränkt abzugsfähig.

Vorsicht bei privater Mitbenutzung

Hier hat der Bundesfinanzhof bereits vor Jahren mit einem Grundsatzurteil die Grenzen gesteckt. Wird ein Raum privat mitgenutzt, wird dieser steuerlich nicht mehr als Arbeitszimmer anerkannt. Deshalb berechtigt eine Arbeitsecke im Wohn- oder Schlafzimmer nicht zum anteiligen Werbungskostenabzug, ebenso wenig wie ein nur gelegentlich beruflich genutzter Raum (Aktenzeichen GrS 1/14).

Abtrennung genügt nicht

Nun haben die Richter in einem weiteren Urteil deutlich gemacht, dass ein Arbeitszimmer oder Büro nicht absetzbar ist, wenn der beruflich genutzte Bereich abgetrennt ist und der andere Teil des Raumes privat genutzt wird (Aktenzeichen X R 32/11).

Der aktuell entschiede Fall: Ein Gewerbetreibender nutzt in seinem Haus einen Raum zur Erledigung seiner Büroarbeiten. Ein Teil darin ist mit Schreibtisch und Büroregalen ausgestattet. Im anderen Teil dieses Raumes, abgetrennt durch ein Regal, stehen Sofa, Couchtisch sowie Esstisch mit mehreren Stühlen und ein Fernseher.

Eine private Mitbenutzung ist damit offensichtlich –mit leider negativen Folgen: Die Kosten für das Arbeitszimmer sind nicht als Betriebsausgaben absetzbar. Noch nicht mal teilweise. Eine Abtrennung genügt dem Fiskus somit nicht, um aus dem einheitlichen Raum zwei Räume zu machen.

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