Arbeitszimmer während Elternzeit

Arbeitszimmer während Elternzeit

Ist der Abzug möglich?


Das Elterngeld macht’s möglich, dass ein Elternteil nach der Geburt eines Kindes zumindest für ein Jahr zu Hause bleibt und das Kind betreut. Diese Elternzeit kann bis auf drei Jahre ohne Gehaltsfortzahlung ausgedehnt werden.

Kann während dieser Zeit das häusliche Arbeitszimmer weiterhin steuerlich abgesetzt werden? Und wenn ja, in welcher Höhe?

Zusammenhang mit künftigen Einnahmen

Auch wenn während der Elternzeit keine steuerpflichtigen Einnahmen erzielt werden, dürfen Sie die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich absetzen – und zwar als vorab entstandene Werbungskosten.

Voraussetzung ist jedoch, dass die Ausgaben in einem hinreichend konkreten Zusammenhang mit künftigen Einnahmen stehen.

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Grundvoraussetzung für die steuerliche Anerkennung ist, dass das Arbeitszimmer so gut wie ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt wird.

Dies können sein:

  • Studium von Fachliteratur
  • Lektüre von abonnierten Fachzeitschriften
  • Vor- und Nachbereitung von besuchten Fortbildungsveranstaltungen
  • Erstellen neuer Arbeitskonzepte
  • Aufbewahrung von Arbeitsmitteln
  • Archivierungsarbeiten
  • kurzum: Tätigkeiten, um fachlich auf dem Laufenden zu bleiben und die Wiederaufnahme der Berufstätigkeit vorzubereiten.

Und in welcher Höhe?

Da es während der Elternzeit keinen anderen Arbeitsplatz und Tätigkeitsort gibt, könnte man meinen, dass das Arbeitszimmer in dieser Zeit den „Mittelpunkt der beruflichen Betätigung“ darstellt und deshalb die Kosten in unbegrenzter Höhe absetzbar sein müssten.

Doch der Bundesfinanzhof stellt auf die zu erwartenden Umstände der späteren beruflichen Tätigkeit ab:

  • Bei einer Lehrerin in Elternzeit sind die Arbeitszimmerkosten nur begrenzt bis 1.250 Euro absetzbar, weil ihr bisher „kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung“ stand und dies auch später wieder so sein wird.
  • Bei einer Bankangestellten, die als Personalreferentin vor der Elternzeit keinen Arbeitsplatz in der Bank hatte und im Homeoffice arbeitete, war das Arbeitszimmer „Mittelpunkt der beruflichen Betätigung“ und so wird es auch nach der Elternzeit wieder sein. Daher sind die Kosten während der Elternzeit unbegrenzt abziehbar.

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