Attraktive Photovoltaikanlage

Attraktive Photovoltaikanlage

Was gibt’s Neues in 2013?


2012 war ein Rekordjahr für Photovoltaikanlagen: Noch nie wurde auf deutschen Dächern so viel solare Energie produziert. In den letzten Jahren sind die Vergütungen der Netzbetreiber gesunken. Dennoch ist die Installation einer Solaranlage weiterhin attraktiv.

Vor allem wegen der derzeit günstigen Preise. Es gab einige steuerrechtliche Änderungen – meist zum Vorteil der Anlagenbesitzer.

Jede Anlage ist ein eigener Gewerbebetrieb

Daher unterliegt jede Photovoltaikanlage ab einem Gewinn von 24.500 Euro der Gewerbesteuer. Anschaffungskosten können grundsätzlich nicht sofort steuerlich geltend gemacht werden. Sie können nur in nachfolgende Jahre übertragen und mit späteren Gewinnen verrechnet werden.

Hat der Anlagenbesitzer aber neben der Anlage noch einen weiteren Betrieb, können bei folgenden Voraussetzungen die Anschaffungskosten der Anlage den Gewinn des anderen Betriebes mindern:

1. Bei den beiden Tätigkeiten handelt es sich um einen einheitlichen Gewerbebetrieb. Dafür muss eine gleichartige Tätigkeit vorliegen – zum Beispiel wenn verschiedene Arten der Stromgewinnung praktiziert werden

oder

2. Die Betriebe ergänzen und fördern sich unmittelbar. Das kann dadurch erfolgen,dass der Strom nicht in das Netz eingespeist sondern direkt vom anderen Betrieb des Eigentümers verbraucht wird.

Wichtig

Bloß die Nähe zum anderen Betrieb reicht nicht aus! Wird die Anlage auf dem Dach des anderen Betriebes angebracht, muss dieser auch den Strom aus der Anlage verbrauchen.

Bundesfinanzhof, Aktenzeichen  X R 36/10

Arbeitszimmer zur Verwaltung der Anlage

Die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer dürfen steuerlich nur dann angesetztwerden, wenn einer Person für die berufliche oder gewerbliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Nicht aber bei der Photovoltaikanlage: Hier urteilten nun die Richter des Finanzgerichts Nürnberg, dass die Kosten für ein Arbeitszimmer nur für die Verwaltung der Solaranlage nicht abzugsfähig sind. Und das, obwohl der Bürger angab, dort neun Stunden im Monat Schriftverkehr, Abrechnungen und die Erstellung von Unterlagen für das Finanzamt zu erledigen. Die Richter hielten denzeitlichen Umfang sowohl für unglaubhaft, als auch nicht ausreichend für einen Abzug der Kosten.

Urteil des Finanzgerichts Nürnberg vom 19.03.2012, 3 K 308/11

Aufsplittung der Gewerbesteuer

Erzeugt die Solaranlage sehr viel Strom, so ist das ein Grund zur Freude. Jedoch wird diese getrübt, wenn plötzlich Gewerbesteuer fällig wird. Bisher floss die Steuer nur der Gemeinde zu, in welcher der Betreiber der Anlage ansässig war. Die Gemeinde, in deren Gebiet die Anlage tatsächlich in Betrieb war, ging leer aus. Ab 2013 wird nun der Ertrag aus der Gewerbesteuer aufgeteilt. Für Anlagen, deren Bau oder Erweiterung nach dem 30.06.2012 genehmigt wurde, gilt: Die Standortgemeindeerhält 70 Prozent und die Betreibergemeinde 30 Prozent. Die Gewerbesteuer von älteren Photovoltaikanlagen fließt bis 2022 übergangsweise noch in die Kassen der Betreibergemeinde. Da sich jedoch die meisten Photovoltaikanlagen auf dem Haus des Besitzers befinden, ergibt sich hier größtenteils keine Änderung. Auch wird der Gewerbesteuer-Freibetragvon 24.500 Euro Gewinn meist mangels Größe nicht erreicht. Daher werden nur große Anlagen das Splitting überhaupt nutzen.

Beschluss des Bundestages vom 26.10.2012

 

 

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