Ausgaben für Motorreparatur

Ausgaben für Motorreparatur

Können Gehbehinderte diese absetzen?


Behinderte Menschen haben allgemein höhere Ausgaben. Dies sieht auch der Fiskus, und greift ihnen mit Vergünstigungen unter die Arme. Doch wie sieht es bei einer Motorreparatur aus?

Privatfahrten mindern Steuer

Menschen mit Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit dürfen auch ihre Privatfahrten im „angemessenen Rahmen“ absetzen. Diese Ausgaben sind dann außergewöhnliche Belastung, wobei das Finanzamt eine zumutbare Belastung anrechnet. Diese interessante Steuervergünstigung gibt’s zusätzlich zum Behinderten-Pauschbetrag. Für den Umfang der steuerlichen Entlastung kommt es allerdings auf die Art und Schwere Ihrer Behinderung an:

  • GdB mind. 80 oder GdB  mind. 70 und Merkzeichen G
  • Hier sind alle durch die Behinderung veranlassten unvermeidbaren Fahrten zur Erledigung privater Angelegenheiten absetzbar. Ohne Nachweis erkennt das Finanzamt eine Fahrleistung von 3.000 Kilometern an – und somit einen Pauschbetrag von 900 Euro (3.000 Kilometer x 0,30 Euro).
  • Merkzeichen aG, H oder Bl
  • Hier sind nicht nur die Kosten für durch die Behinderung veranlassten unvermeidbaren Fahrten, sondern auch für Freizeit-, Erholungs- und Besuchsfahrten absetzbar. Als angemessen gilt hier eine nachgewiesene Fahrleistung von 15 .000 Kilometern im Jahr, für die ein Kilometer-Satz von 0,30 Euro angesetzt werden kann.

Tatsächliche Kosten bei Motorschaden absetzbar?

Doch können Fahrten – statt mit der Pauschale von 0,30 Euro – auch mit dem höheren tatsächlichen Kilometer-Kostensatz abgesetzt werden? Zum Beispiel, wenn eine größere Reparatur aufgrund eines Motorschadens erforderlich war?  Oder sind Kosten womöglich als außerordentlichen Kosten separat zu berücksichtigen?

Nun hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass Ausgaben für die Reparatur eines Pkw-Motors nicht absetzbar sind – weder als behinderungsbedingte Fahrtkosten noch als außergewöhnliche Belastungen. Dies gilt auch bei einem Behinderten mit den Merkzeichen „G“ und „aG“ (Aktenzeichen VI R 60/14).

Sämtliche Kosten durch Pauschbetrag gedeckt

Nach Auffassung der BFH-Richter ist ein Kilometersatz von 30 Cent angemessen, und damit sind sämtliche Mehraufwendungen eines Behinderten für Privatfahrten abgegolten. Dies schließt auch etwaige Reparaturkosten für das Fahrzeug ein. Reparaturen sind also nicht zusätzlich zur Kilometerpauschale abziehbar.

Zwar kann in krassen Ausnahmefällen auch einmal ein höherer Abzug in Betracht kommen, wenn außergewöhnliche Umstände vorliegen. Doch „Reparaturkosten auch größerer Art sind jedoch grundsätzlich nicht so außergewöhnlich, dass sie eine abweichende Schätzung der angemessenen behinderungsbedingten Kfz-Kosten für private Fahrten erfordern.“

3 Comments

eigener Kommentar
  1. 1
    Reiner Lorenz

    30 Cent pro km ja aber nur für die einfache Fahrte. Wenn ich also einen einfachen Arbeitsweg von 25 km habe darf ich die auch absetzen. Ansonsten kann ich ja sehen wie tue. Ich muss ja nicht zurück selbst wenn es der gleiche Weg ist.

  2. 3
    Reco

    @Reiner Lorenz: Bei Werbungskosten gilt 0,30€ für die Entfernung, bei Behinderten mit GdB mind. 70% bzw. weniger als 70% aber mind. 50% beträgt und Merkzeichen G oder aG, für gefahrene Kilometer, also für 50km in deinem Beispiel (s. §9 Abs. 2 i. v. m. §9 S.3 Nr. 4aEStG, siehe auch LSTR).

    @ Brendel: Versuch macht Klug. Kosten eines Kuraufenthalten sind grundsätzlich AGB und hierzu würde ich auch den Schaden an dem Fahrzeug zählen. Sind deine Kurkosten als Maßnahme zur Wiederherstellung deiner Arbeitsfähigkeit veranlasst (Definition einer Kur), dann sind es Werbungskosten bei Arbeitnehmer Tätigkeit und auch hier würde ich sie ansetzen.

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