Ausgaben für Pflegeheim

Höhere Haushaltsersparnis


Kosten für die Unterbringung im Pflege- oder Behindertenheim mindern Ihre Steuer als außergewöhnliche Belastungen. Wurde Ihr privater Haushalt aufgelöst, kürzt der Fiskus Ihre Ausgaben um eine Haushaltsersparnis.

Welche Kosten können Sie absetzen?

Zu den steuerlich abzugsfähigen Ausgaben gehören nicht nur die Kosten für medizinische Leistungen und Pflege, sondern auch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Denn die Kosten für die Heimunterbringung stellen insgesamt Krankheitskosten dar.

Falls im Zuge der Heimunterbringung der eigene Haushalt aufgelöst wird, kürzt das Finanzamt die abzugsfähigen Heimkosten um eine sog. Haushaltsersparnis. Grund: durch die Auslösung werden Verpflegungs- und Wohnungskosten gespart. Nun wird die Haushaltsersparnis rückwirkend für das Jahr 2015 erhöht und erneut für das Jahr 2016 angehoben, denn dieser Betrag richtet sich nach dem Unterhaltshöchstbetrag.

So hoch ist die Haushaltsersparnis

Jahrpro Jahrpro Monatpro Tag
20148.354,00 €696,17 €23,21 €
20138.130,00 €677,50 €22,58 €
20128.004,00 €667,00 €22,23 €

Wenn der alte Haushalt bestehen bleibt

Behält der Pflegebedürftige hingegen seinen Haushalt bei, dürfen die abzugsfähigen Heimkosten nicht um die Haushaltsersparnis gekürzt werden. Schließlich müssen die Fixkosten des Haushalts, wie Miete, Schuldzinsen, Grundgebühr für Strom, Wasser usw. sowie Reinigungskosten ja weiterhin bezahlt werden.

Eine allgemeingültige zeitliche Begrenzung gibt es nicht. Vielmehr wird insbesondere auch wegen der psychischen Belastung, die mit einer Auflösung der angestammten Wohnung und der endgültigen Übersiedlung in ein Pflegeheim verbunden ist, von einem Abzug der Haushaltsersparnis solange abzusehen sein, wie die Wohnung noch beibehalten wird.

ÜBRIGENS: Dies gilt ebenfalls, wenn die Wohnung des Pflegebedürftigen von dessen Ehepartner weiter bewohnt wird. Auch in einem solchen Fall entstehen durch die dann zu große Wohnung bedingte Fixkosten, die den Abzug einer Haushaltsersparnis von den Heimkosten als nicht gerechtfertigt erscheinen lassen (Urteil des Bundesfinanzhofs, Aktenzeichen III R 2/86).

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