Aushilfsjob während Freiwilligendienst

Aushilfsjob während Freiwilligendienst

Sozialversicherungsfrei oder nicht?


Schulabgänger nehmen gerne bis zum Beginn oder nach Ende eines Freiwilligendienst einen Aushilfsjob an. Aber auch neben dem Freiwilligendienst bleibt oftmals noch Zeit für einen Job. Wichtig für Arbeitgeber: Ist der Aushilfsjob als kurzfristige Beschäftigung sozialversicherungsfrei? Oder als berufsmäßige Beschäftigung sozialversicherungspflichtig?

Aushilfstätigkeit: versicherungsfrei

Eine Aushilfstätigkeit bzw. kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung von vornherein auf längstens 3 Monate oder 70 Arbeitstage (2015 bis 2018) innerhalb eines Kalenderjahres begrenzt ist. Auch darf sie nicht berufsmäßig ausgeübt werden (Bis 2014 waren es 2 Monate oder 50 Arbeitstage).

Der Vorteil ist, dass die Beschäftigung in der Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung versicherungsfrei bleibt.

Kurzfristige Beschäftigung: versicherungspflichtig

Eine kurzfristige Beschäftigung ist jedoch versicherungspflichtig, wenn sie berufsmäßig ausgeübt wird und das Arbeitsentgelt 450 Euro im Monat übersteigt. Berufsmäßigkeit liegt vor, wenn die Tätigkeit für die betreffende Person nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist.

Die Sozialabgaben sind dann vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils zur Hälfte zu tragen.

Wann wurde gejobbt?

Wie eine Aushilfstätigkeit im Zusammenhang mit dem Freiwilligendienst zu beurteilen ist, haben die Sozialversicherungsträger wie folgt geregelt:

Zwischen Schulentlassung und Freiwilligendienst

Wird der Aushilfsjob zwischen Schulentlassung und Freiwilligendienst ausgeübt, ist sie als berufsmäßig anzusehen. Folge: es besteht eine Versicherungspflicht in der Sozialversicherung. Berufsmäßigkeit liegt immer vor, wenn nach dem Aushilfsjob eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung folgt – und die Freiwilligendienste sind sozialversicherungspflichtige Dienste eigener Art.

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Nach dem Freiwilligendienst

Wird der Aushilfsjob nach dem Freiwilligendienst ausgeübt, ist von Berufsmäßigkeit auszugehen, wenn Freiwilligendienst und Aushilfsjob die Dreimonatsgrenze überschreiten.

Sollte dies nicht der Fall sein, gilt Folgendes: Ist die Aufnahme eines Studiums beabsichtigt, bleibt der Aushilfsjob sozialversicherungsfrei. Soll eine Berufsausbildung (Lehre oder duales Studium) begonnen werden, ist der Aushilfsjob sozialversicherungspflichtig.

Neben dem Freiwilligendienst

Wird der Aushilfsjob neben dem Freiwilligendienst ausgeübt, besteht Sozialversicherungsfreiheit. In diesem Fall wird angenommen, dass die Tätigkeit für die betreffende Person von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist.

Berufsmäßigkeit liegt daher nicht vor, weil der Freiwilligendienst quasi als (Haupt-)Beschäftigung angesehen wird.

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