Auswärtstätigkeit und Verpflegung

Auswärtstätigkeit und Verpflegung

Pauschbeträge nur für die ersten drei Monate


Bei einer längerfristigen Auswärtstätigkeit können Fahrt-, Übernachtungs- und Reisenebenkosten für die gesamte Dauer als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abgesetzt werden. Nur Verpflegungspauschbeträge akzeptiert das Finanzamt lediglich für die ersten drei Monate der jeweiligen Tätigkeit.

Neubeginn nach vier Wochen Unterbrechung

Die Dreimonatsfrist für Verpflegungspauschbeträge gilt nur, wenn es sich um dieselbe Auswärtstätigkeit handelt. Eine jeweils neue Auswärtstätigkeit mit einem Neubeginn der Dreimonatsfrist liegt vor, wenn die Tätigkeit für mindestens vier Wochen unterbrochen wird. Keinen Einfluss auf den Ablauf der Dreimonatsfrist haben Unterbrechungen wie:

  • Krankheit
  • Urlaub
  • Wochenendheimfahrten
  • einzelne Arbeitstage im heimischen Büro
  • kurzfristige Auswärtstätigkeiten an anderen Orten
  • Dienstreisen zu anderen Kunden
  • Empfang neuer Aufträge am selben Ort

Pauschbeträge nur für die ersten drei Monate

Nun hat der Bundesfinanzhof bestätigt, dass bei einer längerfristigen Auswärtstätigkeit an derselben Tätigkeitsstätte Verpflegungspauschbeträge nur für die ersten drei Monate gewährt werden. So kann ein selbstständiger Unternehmensberater, der über Monate hinweg wöchentlich an zwei bis vier Arbeitstagen im Betrieb des Kunden tätig ist, die Pauschbeträge nur drei Monate lang in Anspruch nehmen. Dies gilt auch dann, wenn die Beratungsaufträge kurzfristig immer wieder aufs Neue erteilt werden.

Neue Auswärtstätigkeit

Nach Auffassung der Finanzverwaltung handelt es sich jedoch nicht mehr um dieselbe Auswärtstätigkeit, sondern um jeweils neue Auswärtstätigkeiten, wenn die Tätigkeitsstätte an nicht mehr als ein oder zwei Tagen pro Woche aufgesucht wird. Dies ist von Vorteil für Auszubildende, die einmal pro Woche die Berufsschule besuchen, sowie für Fortbildungswillige, die ein- oder zweimal pro Woche an einem Meisterlehrgang u.Ä. teilnehmen. Hier stellt jede Fahrt eine neue Auswärtstätigkeit dar mit der Folge, dass Verpflegungspauschbeträge unabhängig von der Dreimonatsfrist beansprucht werden können.

Bei Fortbildungsmaßnahmen, die in mehrere Lehrgangsabschnitte unterteilt sind, beginnt mit jedem Lehrgangsabschnitt eine neue Auswärtstätigkeit und eine neue Dreimonatsfrist für Verpflegungspauschbeträge, wenn der zeitliche Abstand mindestens vier Wochen beträgt oder der nächste Lehrgangsabschnitt an einem anderen Ort stattfindet.

Quelle: Urteil des Bundesfinanzhofes, Aktenzeichen VI R 38/93

 

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