Bahnübergang

Bahnübergang

Längere Fahrtstrecke absetzbar


Kann ein Umweg, den man zur Umgehung eines beschränkten Bahnübergangs wählt, offensichtlich verkehrsgünstiger sein? Denn nur für eine vorteilhaftere Strecke erhält man die Entfernungspauschale.

Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind mit je 30 Cent pro Entfernungskilometer als Werbungskosten abzugsfähig. Diese Pauschale gibt es grundsätzlich nur dann, wenn die kürzeste Straßenverbindung gewählt wird. In Ausnahmefällen wird auch eine längere Strecke anerkannt, wenn diese offensichtlich verkehrsgünstiger ist und regelmäßig benutzt wird.

Wartezeit nicht vorhersehbar

Führt die kürzere Straßenverbindung über einen beschränkten Bahnübergang, ist mit einer geschlossenen Schranke rechnen. Doch die tatsächliche Wartezeit am Übergang ist weder vorherzusehen noch sinnvoll einzuplanen. Daher entschied nun das Finanzgericht Sachsen, dass auch für die längere Fahrtstrecke die Entfernungspauschale anzuerkennen ist.

Offensichtlich verkehrsgünstiger

Wird durch den Umweg erreicht, dass Sie an Ihrer Arbeitsstätte in der Regel schneller und pünktlicher ankommen, ist diese Strecke trotz höherer Kilometeranzahl verkehrsgünstiger. „Offensichtlich“ ist dies immer dann, wenn der Vorteil der längeren Strecke klar auf der Hand liegt. So muss auch ein unvoreingenommener, verständiger Verkehrsteilnehmer sich unter den gegeben Verkehrsverhältnissen für die Benutzung dieser Strecke entscheiden.

Nicht bei Tempo 30-Zone

Führt der Umweg jedoch durch eine Tempo 30-Zone, liegt laut Gericht keine verkehrsgünstigere Strecke vor – da durch die Geschwindigkeitsbegrenzung keine Zeitersparnis zu erwarten sei. Ob die längere Strecke verkehrsgünstiger und somit steuerlich begünstigt ist, muss im Einzelfall das Finanzamt entscheiden.

Tipp: Weisen Sie dem Finanzamt plausibel nach, wie viel Fahrtzeit Sie arbeitstäglich durch den Umweg sparen.

Urteil des Finanzgerichtes Sachsen, Aktenzeichen 6 K 204 / 12

+ Hier gibt es noch keine Kommentare

eigener Kommentar