Bargeldkontrollen in der EU

Bargeldkontrollen in der EU

Mit Gold und Silber über die Grenze


Wie viel Gold- und Silbermünzen oder Barren darf man als Privatperson über die Grenze bringen? Bei Reisen ins Ausland und bei der Einreise aus dem Ausland müssen Sie mit Bargeldkontrollen rechnen.

Was gehört zu den Barmitteln?

Kontrolliert wird an den Grenzen nicht bloß Ihr Bargeld, d.h. Banknoten und Münzen in EU-Währung und Fremdwährung, sondern auch Barmittel.

Die Frage ist, ob zu den Barmitteln auch Gold und Silber gehören.

Reisen innerhalb der EU

Bei Reisen innerhalb der EU müssen Sie mitgeführte Barmittel ab 10.000 Euro auf Nachfrage der Zollbeamten mündlich anzeigen. Sie müssen darlegen, woher das Geld stammt, wofür es verwendet werden soll und – wenn es nicht Ihr eigenes Geld ist – für wen Sie es transportieren.

Es besteht allerdings keine Pflicht, den Besitz von Barmitteln von sich aus zu offenbaren. Der Betrag von 10.000 Euro gilt pro Person, muss aber richtig verteilt sein.

Zu den Barmitteln gehören hier:

  • Bargeld
  • Edelmetalle (z.B. Goldmünzen und -barren, Silbermünzen und -barren)
  • Platin und Edelsteine (Diamanten, Rubine, Saphire, Smaragde).

Schmuck und sonstige Waren aus Edelmetallen oder Edelsteinen gelten nicht als gleichgestellte Zahlungsmittel und müssen daher nicht angezeigt werden.

Reisen aus der EU oder in die EU

Bei Reisen aus der EU oder in die EU müssen Sie mitgeführte Barmittel ab 10.000 Euro ohne Aufforderung schriftlich auf amtlichem Formular „Anmeldung von Barmitteln“ anmelden. Eine Angabe erst auf Nachfrage des Zollbeamten ist zu spät! Und Sie haben eine Anmeldepflicht auch dann, wenn der Zollbeamte Sie durchwinkt.

Zu den Barmitteln gehören hier:

  • Bargeld
  • Aktien, Wertpapiere
  • Schecks, Zinsscheine
  • sowie „Banknoten und Münzen, die als Zahlungsmittel im Umlauf sind“. Dazu rechnet der Zoll Gold- und Silbermünzen, die in ihren Ausgabeländern offizielles Zahlungsmittel sind, z.B. Anlagemünzen, wie Maple Leaf, Krügerrand, American Eagle, ebenfalls deutsche 100-Euro-Goldmünzen und 20-Euro-Goldmünzen.

Nicht als Barmittel gelten Gold- und Silberbarren. Edelmetalle und Edelsteine sind im Gegensatz zum Verkehr innerhalb der EU keine Barmittel, sondern müssen als Ware schriftlich angemeldet werden. Hier liegt die Zollpflichtgrenze schon bei 300 Euro pro Person bei Fahrt mit Auto oder Bahn sowie bei 430 Euro bei Benutzung von Flugzeug oder Schiff.

Besonderheit Schweiz

In der Schweiz müssen Sie bei der Einreise, Ausreise oder Durchreise seit dem 01.03.2009 – zusätzlich zur schriftlichen Anmeldung auf deutscher Seite – auf Nachfrage der Schweizer Zollbeamten Barmittel von mehr als 10.000 Franken (= etwa 8.300 Euro) oder entsprechendem Gegenwert in ausländischer Währung angeben und dabei Auskunft über Ihre Person, Herkunft, Verwendungszweck und wirtschaftlich berechtigte Person des Geldes erteilen.

Zu den Barmitteln gehören hier:

  • Bargeld (schweizerische und ausländische Banknoten und Münzen, die als Zahlungsmittel im Umlauf sind)
  • übertragbare Inhaberpapiere, Aktien, Obligationen, Schecks und ähnliche Wertpapiere.

Gold und Silber gehören jedenfalls nicht dazu. Für diese kann jedoch eine zollrechtliche Deklarationspflicht bestehen.

Sammler- und Anlagemünzen

Diese werden im Rahmen der 10.000 Euro-Grenze nicht mit dem aufgeprägten Nominalwert, sondern mit dem tatsächlichen Wert erfasst, z. B. „Maple Leaf“, „Eagle“, „Wiener Philharmoniker“.

Beispielsweise die Silbermünze „Wiener Philharmoniker“ besteht aus 999er Feinsilber. Sie hat einen Nennwert von 1,50 Euro, aber einen Metallwert von rund 18 Euro. Die Goldmünze „Wiener Philharmoniker“ hat einen Nennwert von 100 Euro und einen Metallwert von rund 1.000 Euro (Stand Juli 2014).

Maßgebend ist der Preis, der am Tag der Einreise beim Kauf einer solchen Münze gezahlt werden muss, z. B. bei einer Bank oder im Münzfachhandel.

 

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