Befristete Nebentätigkeit

Befristete Nebentätigkeit

Weniger Lohnsteuer und mehr Nettolohn


Eine erfreuliche Nachricht gibt’s für Aushilfen, die zeitlich befristet ein überdurchschnittliches Einkommen haben, etwa weil sie auf Wein- oder Volksfesten die Gäste bedienen.

Permanenter Lohnsteuer-Jahresausgleich kommt

Nun wird mit dem „Steuerumgehungsbekämpfungsgesetz“ vom 23.06.2017 ab dem 01.01.2018 der permanente Lohnsteuer-Jahresausgleich im Gesetz verankert. Folge: Damit kann ein kurzfristig hoher Lohn auf einen längeren Zeitraum umgelegt werden, was zu einem geringeren Lohnsteuerabzug und damit zu einem höheren Nettolohn führt.

Ohne den permanenten Lohnsteuer-Jahresausgleich würde ein nach Steuerklasse VI zu versteuernder Verdienst aus einer befristeten Tätigkeit auf das gesamte Jahr hochgerechnet – und entsprechend hohe Lohnsteuer einbehalten werden.

Gesetzesänderung lohnt sich

Beispiel: Jens ist beim örtlichen Weinfest im August als Servicekraft angestellt. Dafür nimmt er sich bei seiner regulären Beschäftigung extra Urlaub. Den gesamten Monat verdient er 5.000 Euro. Ohne den permanenten Lohnsteuer-Jahresausgleich müsste er so viel Lohnsteuer zahlen, als würde er jeden Monat 5.000 Euro – und damit 60.000 Euro im Jahr verdienen.

Für das Einkommen vom Wein- oder Volksfest würden zunächst 1.542 Euro Steuern einbehalten. Ein Ausgleich könnte erst nachträglich im Rahmen der Steuererklärung erfolgen.

Mit dem permanenten Lohnsteuer-Jahresausgleich kann der einmalige hohe Lohn auf mehrere Monate umgelegt werden. Und dann beträgt die Lohnsteuer nur noch 685 Euro. Der Weg, bis zum Folgejahr warten und über die Steuererklärung die darüber hinaus gezahlten Steuern zurückfordern zu müssen, entfällt.

Für wen gilt der permanente Lohnsteuer-Jahresausgleich?

Die Anwendung ist auf eine genau definierte Zielgruppe beschränkt: Und zwar auf Beschäftigte mit Wohnsitz in Deutschland,

  • deren Beschäftigungsverhältnis nicht längerfristig besteht,
  • die neben der Neben- einer Hauptbeschäftigung nachgehen,
  • deren zeitlich befristete Tätigkeit maximal 24 aufeinander folgende Arbeitstage dauert,
  • deren Einkommen aus der Nebentätigkeit nach Steuerklasse VI besteuert wird.

Für die Anwendung des permanenten Lohnsteuer-Jahresausgleichs ist ein Antrag beim Finanzamt erforderlich. Falls der Arbeitgeber den permanenten Lohnsteuer-Jahresausgleich anwendet, ist der Arbeitnehmer zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet.

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