Behindertengerechtes Haus

Behindertengerechtes Haus

Größeres Grundstück nicht abzugsfähig


Kosten, die auf Grund einer Behinderung entstehen, mindern grundsätzlich die Steuerlast. Dazu zählen jedoch nicht Ausgaben für ein größeres Grundstück.

Mehrkosten für behindertengerechte Planung

Eine Frau erkrankte an Multipler Sklerose. Durch die Gehbehinderung erhielt sie einen Grad der Behinderung von 80 Prozent. Deshalb lies sie sich zusammen mit ihrem Ehemann einen rollstuhlgerecht gestalteten Bungalow errichten.

Durch die behindertengerechte Planung fiel das Objekt jedoch 45,5 qm größer aus als eigentlich vorgesehen. Somit musste auch ein größeres Grundstück her.

Folge: Mehrkosten von 13.195 Euro. Diesen Betrag setze sich die Frau als außergewöhnliche Belastung in ihrer Steuererklärung an. Doch das Finanzamt verweigerte den Ansatz.

Ausgaben nicht zwangsläufig

Auch die Richter des Bundesfinanzhofes gaben den Sachbearbeitern nun Recht: Es fehle an einer erforderlichen Zwangsläufigkeit. Mehrkosten für eine behindertengerechte Gestaltung des Wohnumfelds seien zwar in der Regel zwangsläufig – insbesondere Kosten eines Um- oder Neubaus. Jedoch zählen Anschaffungskosten für ein größeres Grundstück nicht hierzu.

Diese Mehrkosten stünden nur mittelbar mit der Behinderung der Frau in Verbindung. Die Grundstücksgröße sei in erster Linie „Folge der frei gewählten Wohnungsgröße des Paares“ – im Gegensatz zum Bau einer behindertengerechten Dusche oder eines Treppenliftes.

+ Hier gibt es noch keine Kommentare

eigener Kommentar