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Behindertenpauschbetrag

Das Wichtigste zum Steuervorteil


Für Menschen mit Behinderung gewährt das Finanzamt einen Freibetrag: den Behindertenpauschbetrag. Damit müssen weniger Steuern gezahlt werden. Auch Eltern von Kindern mit Handicap können von diesem Freibetrag profitieren. Welche Kosten zusätzlich einen Steuervorteil bringen, zeigen wir in diesem Beitrag.

Kurz & knapp

  • 2021 wurden die Behindertenpauschbeträge verdoppelt
  • Neu: Auch Menschen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 20 erhalten einen Pauschbetrag
  • Einige Kosten bringen zusätzlich als außergewöhnliche Belastungen einen Vorteil
  • Eltern können den Behindertenpauschbetrag für ihr Kind mit Behinderung nutzen

 

 

Wie hoch ist der Behindertenpauschbetrag?

Die Höhe des jährlichen Behindertenpauschbetrags hängt vom Grad der persönlichen Behinderung (GdB) ab. Diesen stellt das zuständige Versorgungsamt mit einem ärztlichen Gutachten fest und stellt einen Behindertenausweis aus. Liegt der GdB unter 50, erhält man von der zuständigen Behörde eine Bescheinigung darüber.

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Behindertenpauschbetrag 2021: Das ist neu

Im Jahr 2021 wurden einige neue Regelungen beim Gesetz zum Behindertenpauschbetrag eingeführt:

  • Die Behindertenpauschbeträge wurden verdoppelt
  • Einen Pauschbetrag gibt es schon ab GdB 20
  • Wer einen GdB unter 50 hat, muss keine weiteren Voraussetzungen mehr erfüllen
  • Es wurde ein Pauschbetrag für behinderungsbedingte Fahrtkosten eingeführt
Grad der Behinderung (GdB) zwischen …Pauschbetrag (pro Jahr) einschließlich 2020Pauschbetrag (pro Jahr) ab 2021
20 -384 Euro
25 und 30 Prozent 310 Euro620 Euro
35 und 40 Prozent 430 Euro860 Euro
45 und 50 Prozent 570 Euro1.140 Euro
55 und 60 Prozent 720 Euro1.440 Euro
65 und 70 Prozent 890 Euro1.780 Euro
75 und 80 Prozent1.060 Euro 2.120 Euro
85 und 90 Prozent1.230 Euro2.460 Euro
95 und 100 Prozent1.420 Euro2.840 Euro
Blinde oder hilflose Behinderte*3.700 Euro7.400 Euro
* Merkmal „Bl“ oder „hilflos“ ist im Schwerbehindertenausweis eingetragen

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Höhere Pauschale fürs ganze Jahr

Achtung! Die Pauschbeträge sind immer Jahresbeträge. Das gilt auch dann, wenn die Behinderung nur einen Teil des Jahres bestanden hat. Sie müssen die Pauschale nicht monatlich aufteilen. Ändert sich der Grad der Behinderung im Laufe des Jahres, profitieren Sie für das gesamte Jahr von dem höheren Pauschalbetrag.

Diese Besonderheiten gelten bei einem GdB unter 50 bis 2020

Für Menschen mit einem GdB unter 50 gilt für das Steuerjahr 2020 eine Einschränkung: Sie können den steuerlichen Behindertenpauschbetrag nur nutzen, wenn eine der beiden folgenden Voraussetzungen zusätzlich erfüllt ist:

  • Sie haben aufgrund der Behinderung einen gesetzlichen Anspruch auf eine Rente, zum Beispiel eine Unfallrente, oder andere laufende Bezüge. Eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung zählt nicht dazu.
  • Die Behinderung hat zu einer dauernden Beeinträchtigung der körperlichen Beweglichkeit geführt oder ist durch eine typische Berufskrankheit entstanden.

Welche Kosten sind in der Behindertenpauschale enthalten?

Durch den Behindertenpauschbetrag sollen die (gewöhnlichen) Kosten, die durch die Behinderung entstehen, abgedeckt werden. Dazu gehören:

  • Pflegekosten (ambulante Pflegekraft, Pflegedienst, Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflege)
  • Aufwendungen für Hilfe und Unterstützung bei den gewöhnlichen und wiederkehrenden Verrichtungen des täglichen Lebens
  • Kosten für Stärkungsmittel und diätische Lebensmittel (Nahrungsergänzung)
  • Heimkosten (Pflege, Verpflegung und Unterkunft)
  • Kosten für Körperpflege und Hygieneartikel
  • Futter und Pflegekosten für einen Blindenhund
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Achtung! Nutzen Sie den Behindertenpauschbetrag, können Sie zusätzlich keine höheren Kosten angeben. Haben Sie also deutlich höhere Kosten als den Pauschbetrag, können Sie auf diesen verzichten und alle Ausgaben als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung eintragen. Das lohnt sich erst bei hohen Kosten, weil für einen Teil die sogenannte zumutbare Belastung greift. Sie können sich jedes Jahr aber neu entscheiden.

Wie kann ich den Behindertenpauschbetrag beantragen?

Den Behindertenpauschbetrag beantragen Sie ganz einfach mit Ihrer Steuererklärung. Tragen Sie Ihren Grad der Behinderung in Ihrer Einkommensteuererklärung bei den Steuervergünstigungen für behinderte Menschen und Hinterbliebene ein. Das Finanzamt ermittelt dann, in welcher Höhe Ihnen der Pauschbetrag zusteht.

In WISO Steuer können Sie direkt sehen wie hoch die Pauschale für Sie ist. Dazu tragen Sie einfach Ihre Daten bei Persönliches ein:

Behindertenpauschbetrag in der Steuererklärung

Ganz bequem  können Sie auch den Nachweis gleich miteinfügen. Das kann eine Kopie Ihres Behindertenausweises, des Bescheids Ihrer Pflegekasse oder eine Bescheinigung des Versorgungsamts oder Sozialamts sein.

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Was kann ich zusätzlich noch absetzen?

Wenn Sie den Pauschbetrag nutzen, dürfen Sie nur noch mit bestimmten tatsächlich angefallenen Kosten zusätzlich die Steuer senken. Folgende Kosten können Sie neben dem Behindertenpauschbetrag in Ihrer Steuererklärung eintragen:

 
Kosten Eintragen als
Blindencomputer Als Abschreibung abziehbar außergewöhnliche Belastungen
Fahrtkosten Für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte bei einem Grad der Behinderung von mind. 70 oder mind. 50 und gleichzeitiger Gehbehinderung die tatsächlichen Kosten oder bei fehlendem Einzelnachweis 0,30 pro gefahrenem km Werbungskosten
Bei einem Grad von mind. 80 ohne Einzelnachweis oder Grad von mind. 70 und gleichzeitiger Gehbehinderung 900 Euro pro Jahr.

  • bis 2020: bis zu 3.000 km * 0,30 Euro ohne Nachweis
  • ab 2021: pauschal 900 Euro pro Jahr
außergewöhnliche Belastungen
Für Behinderte mit den Merkzeichen aG, Bl und H

  • bis 2020: bis zu 15.000 km * 0,30 Euro ohne Nachweis; ein höherer Abzug ist möglich bei Nachweis; die 3.000 km-Pauschale kann nicht zusätzlich angesetzt werden
  • ab 2021: pauschal 4.500 Euro pro Jahr; ein höherer Abzug ist nicht möglich.
außergewöhnliche Belastungen
Zu ärztlichen Behandlungen mit dem Pkw oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln außergewöhnliche Belastungen
Führerscheinkosten Als tatsächliche Kosten abziehbar außergewöhnliche Belastungen
Haushaltshilfe Steuerermäßgung i. H. v. 20 % der Aufwendungen, höchstens um 4.000 Euro haushaltsnahe Dienstleistungen
Heilkur Voll abziehbar, nach Abzug einer Erstattung außergewöhnliche Belastungen
Heimunterbringung, behinderungsbedingt Steuerermäßgung i. H. v. 20 % der Aufwendungen, die mit denen einer Haushaltshilfe vergleichbar sind, höchstens um 4.000 Euro haushaltsnahe Dienstleistungen
Krankheitskosten Voll abziehbar, nach Abzug einer Erstattung außergewöhnliche Belastungen
Reisebegleitung
  • Bis 767 Euro für eine fremde Person für höchstens eine Urlaubsreise im Jahr
  • Kein zusätzlicher Abzug für die Begleitung durch den Ehepartner, wenn diesem wegen der Behinderung kein Mehraufwand entstanden ist
außergewöhnliche Belastungen
Umbaukosten
  • Sind im Jahr der Zahlung voll abziehbar
  • Aktuell wird gerichtlich geprüft, ob der Kosten verteilt auf 5 Jahre in der Steuererklärung abgezogen werden können (Az. VI R 68/13); hier muss die Unvermeidbarkeit dieser Kosten nachgewiesen werden
außergewöhnliche Belastungen oder haushaltsnahe Dienstleistung
weitere Kosten Einbau eines Treppenlifts, Aufzuges oder Bau einer Rollstuhlrampe außergewöhnliche Belastungen
Umrüstung eines PKW Kosten werden auf die Restnutzungsdauer des Pkw neben den Fahrtkosten verteilt, wenn die Person mit einer Behinderung auf die Benutzung des Pkw angewiesen ist (Merkmale aG, Bl oder H) außergewöhnliche Belastungen
Wartung und Pflege Ausgabe abziehbar, nach Abzug der zumutbaren Belastung außergewöhnliche Belastungen

Kann ich einen behindertengerechten Umbau absetzen?

Die eigenen 4 Wände behindertengerecht umzubauen, kann ganz schön teuer werden. Doch wenn es sich hier um unvermeidbare Ausgaben handelt, können Sie sie als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung angeben. Als Nachweis benötigen Sie aber ein Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK), des Sozialmedizinischen Dienstes (SMD) oder der Medicproof Gesellschaft für Medizinische Gutachten mbH. Wichtig ist, dass Sie sie für das Jahr eintragen, in dem Sie die Kosten auch tatsächlich bezahlt haben.

Diese Umbau-Kosten bringen einen Steuervorteil:

  • Barrierefreie Umbaumaßnahmen in der Wohnung
  • Einbau eines Treppenlifts
  • Anbau eines Aufzuges
  • Bau einer Rollstuhlrampe
  • Umrüstung des Fahrzeuges usw.

Wann sich hohe Kosten bei der Steuer nicht auswirken

Doch der Steuervorteil kann in manchen Fällen ins Leere laufen. Und zwar dann, wenn die außergewöhnlichen Belastungen höher sind als Ihr gesamtes Einkommen, von dem sie abgezogen werden sollen. Die Kosten dürfen Sie auch leider nicht auf mehrere Jahre aufteilen. Alles was Sie ausgeben, müssen Sie für das jeweilige Jahr auch auf einen Schlag in der Steuererklärung angeben.

Behindertenpauschbetrag oder außergewöhnliche Belastungen?

Für Ihre Steuererklärung können wählen, ob Sie:

  • den Behindertenpauschbetrag nutzen oder
  • Ihre tatsächlichen Kosten als außergewöhnliche Belastungen eintragen.

Welcher dieser Wege spart mehr Steuern?

Bei den außergewöhnlichen Belastungen (agB) sparen Sie erst ab der zumutbaren Belastung Steuern. Je nach Einkommen und Familienstand müssen Sie Teile der Kosten selbst tragen. Dieser Weg lohnt sich also nur für Steuerjahre, in denen Ihre behinderungsbedingten Kosten inklusive der Eigenbelastung deutlich höher waren als die Behindertenpauschale. Immerhin können Sie mit einem Teil der zumutbaren Belastung doch sparen, indem Sie sie bei den haushaltsnahen Dienstleistungen angeben.

Möchten Sie mit den tatsächlichen Kosten Ihre Steuer senken? Dann müssen Sie auf Nachfrage des Finanzamts alle Ausgaben für die Behinderung durch Belege und Rechnungen nachweisen können.

Wie hoch ist der Behindertenpauschbetrag für mein Kind?

Kinder mit Behinderungen haben ebenfalls Anspruch auf die Behindertenpauschale. Die Höhe und die Voraussetzungen  sind dabei genauso, wie bei Erwachsenen. Das bedeutet, dass auch bei Kindern die Behinderung von einem ärztlichen Gutachter festgestellt und ein Behindertenausweis ausgestellt sein muss.

Wann kann ich den Behindertenpauschbetrag für mein Kind nutzen?

Da Kinder in der Regel kein eigenes Einkommen haben, würde der Steuervorteil des Behindertenpauschbetrags verpuffen. Deshalb können Sie als Eltern den Pauschbetrag auf sich übertragen. Geben die Eltern jeweils eine eigene Steuererklärung ab, kann jeder 50 Prozent des Behindertenpauschbetrages für sein Kind nutzen.

Info Glühbirne

Pflegepauschale gibt’s zusätzlich

Pflegen Sie Ihr behindertes Kind zu Hause, können Sie auch die Pflegepauschale erhalten. Das gilt auch dann, wenn Sie den Behindertenpauschbetrag für Ihr Kind nutzen.

Wie beantrage ich den Behindertenpauschbetrag für mein Kind?

Den Behindertenpauschbetrag für Ihr Kind können Sie in Ihrer Steuererklärung auf sich übertragen. Dafür füllen Sie die entsprechenden Zeilen in der Anlage Kind aus. In WISO Steuer erledigen Sie das einfach unter Persönliches > Kinder > Behinderungen und Hinterbliebenenbezüge.

Behindertenpauschale fürs Kind WISO Steuer

Info Icon Grafik

Einmal beantragt, zählt nicht für immer

Um auch in Folgejahren den Behindertenpauschbetrag für Ihr Kind zu nutzen, müssen Sie ihn jedes Jahr aufs Neue mit der Steuererklärung beantragen. Sobald Ihr Kind den Pauschbetrag dann selbst nutzt, können Sie ihn nicht mehr bei sich eintragen.

Kinder mit Behinderung: Welche Kosten bringen noch Steuervorteile?

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Pflegen Sie Ihr Kind nicht nur selbst, sondern holen sich mit einer Pflegekraft zusätzliche Unterstützung? Dann finden diese Kosten als haushaltsnahe Dienstleistungen Platz in Ihrer Steuererklärung. Insgesamt können Sie 20 Prozent der Lohnkosten und maximal 4.000 Euro jährlich von der Steuer abziehen.

Kinderbetreuungskosten

Alle Eltern, die Kinderbetreuungskosten haben, können dafür einen steuerlichen Bonus erhalten. In der Regel aber nur bis zum 14. Lebensjahr des Kindes. Bei Kindern mit Behinderungen können Sie Kinderbetreuungskosten aber auch danach noch in der Steuererklärung angeben. Wichtig ist dabei aber, dass die Behinderung bei Ihrem Kind noch vor dem 25. Lebensjahr eingetreten ist.

In diesem Fall können Sie bis zu 6.000 Euro pro Jahr für die Betreuung Ihres Kindes als Sonderausgaben in der Steuererklärung eintragen.

Behindertengerechter Umbau

Mit einem behindertengerechten Umbau können Sie auch dann Steuern sparen, wenn er für Ihr Kind notwendig ist. Hier gelten die gleichen Regeln, wie für den Umbau aufgrund einer eigenen Behinderung.

Behindertenpauschbetrag: Was gilt für das Kindergeld?

Neben dem Behindertenpauschbetrag erhalten Sie zusätzlich auch Kindergeld bzw. die Kinderfreibeträge für Ihr Kind. Die Höhe und die Voraussetzungen ändern sich durch die Behinderung nicht.

Einen Unterschied gibt es aber doch: In bestimmten Fällen erhalten Sie das Kindergeld zeitlich unbefristet weiter – also auch noch nach dem 25. Geburtstag Ihres Kindes. Und zwar, wenn:

  • die Behinderung bei Ihrem Kind noch vor dem 25. Geburtstag aufgetreten ist
  • und Ihr Kind wegen der Behinderung nicht imstande ist, seinen eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten
Suche IconVor einiger Zeit hat der BFH ein positives Urteil gefällt: Bei einem angeborenen Gendefekt besteht ebenfalls Anspruch auf Kindergeld nach dem 25. Lebensjahr. Das gilt vor allem auch dann, wenn die daraus resultierenden körperlichen Einschränkungen erst später aufgetreten sind.

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Quelle: BMF

 

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17 Kommentare

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  1. 1
    Julia

    Hallo,
    nach etlichen Jahren habe ich eine gesicherte Diagnose bzgl einer Behinderung. Habe vor kurzem einen Antrag auf Feststellung einer Behinderung gestellt. Für wie viele Jahre kann man theoretisch einen Pauschbetrag rückwirkend geltend machen wenn eine Behinderung seit Geburt besteht?

    Danke vorab!

  2. 2
    Stephanie Grüner

    Guten Tag,
    mein Mann hat seit Oktober 2019 einen Behinderungsgrad von 100%.
    Bei der Steuererklärung für 2019 habe ich dies auch entsprechend angegeben und der Pauschalbetrag hat sich anteilig gezogen.
    Jetzt bei der Steuererklärung für 2020 habe ich dies wieder angegeben, die 1420€ Pauschale habe ich auch erfasst, aber sie ziehen sich leider nicht in die Endberechnung. Hier wird für meinen Mann nur eine Erstattung von ca. 500€ errechnet.
    Egal, ob ich hier in die Gemeinsame- oder Einzelveranlagung gehe.

    Zusätzlich habe ich bei den Krankheitskosten und andere Besonderheiten noch die ganzen Arztrechnungen und Fahrten erfasst. Muss ich diese ggf. wieder rauslöschen, damit sich der Pauschbetrag von 1420€ zieht?

    Vielen Dank vorab und viele Grüße

    • 3
      Alexander Müller

      Hallo,
      vielen Dank für Ihre Frage. Man hat die Wahl zwischen dem Behinderten-Pauschbetrag oder dem Ansatz der tatsächlichen Kosten für die Behinderung (in der Software “Behinderungsbedingte Aufwendungen”). Wenn man wegen der Behinderung einen Anspruch auf 1.420€ Pauschbetrag hat, lohnt es sich also nur die “tatsächlichen” Kosten der Behinderung einzutragen, wenn sie höher als 1.420€ wären. In der Regel wählt das Programm aber automatisch aus, was für sie besser ist und sie sollten sich keine Sorgen machen. Übrigens: Arzt/Medikamentenkosten und zusätzliche Kosten für Privatfahrten ab einem bestimmten Grad der Behinderung kann man immer zusätzlich bei der Steuer geltend machen. Sollten Sie noch Fragen haben, können Sie sich auch gerne Fragen zur Software unter dem Kundenservice beantworten lassen.
      Viele Grüße,
      Alexander Müller von steuernsparen

  3. 4
    Thomas

    Hallo,
    ich finde leider in WISO Steuersparbuch nicht, wo ich die Behinderten-Pauschale eintragen kann.
    Kann mir das jemand sagen, bitte ?

    VG
    Thomas

    • 5
      Anna Maringer

      Hallo Thomas,
      vielen Dank für die Frage. Den Behinderten-Pauschbetrag geben Sie in WISO Steuer ganz einfach unter Persönliches > Behinderungen und Hinterbliebenenbezüge an. Wenn Sie dort die Frage Sind Angaben zu einer Behinderung zu machen? mit Ja beantworten, öffnet sich das Feld, in dem Sie den Pauschbetrag eintragen können.

      Viele Grüße
      Anna von Steuern-Sparen

  4. 7
    Frau Lulay

    Guten Tag,

    mit wurde seit dem Jahr 2010 einen Behindertenpauschbetrag von 310 €jährlich wegen dauerhafter Einbuße der körperlichen Beweglichkeit eingeräumt. Da meine Erkrankung fortschreitet, habe ich Mitte 2020 einen Veränderungsantrag gestellt, über den nicht entschieden ist. Muss ich mir grundsätzlich eine Bescheinigung über den ab 2021 erhöhten Behindertenpauschbetrag für meinen Arbeitgeber vom Finanzamt ausstellen lassen oder werden die neuen Pauschbeträge automatisch bei der Gehaltsabrechnung berücksichtigt?

    Vielen Dank vorab für Ihre Antwort
    Guten Start in das neue Jahr.

    • 8
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      vielen Dank für Ihre Nachricht. Grundsätzlich werden die Pauschbeträge bei Behinderung über den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung berücksichtigt. Besteht Anspruch auf einen höheren Pauschbetrag (zB aufgrund einer Erhöhung des GdB), muss dieser Antrag entsprechend angepasst werden. Hierfür muss dem Finanzamt ein entsprechender Nachweis erbracht werden. Ein bestehender eingetragener Behindertenpauschbetrag wird allerdings an die beschlossene allgemeine Erhöhung der Behindertenpauschbeträge (Behindertenpasuchbetrags-Gesetz) automatisch angepasst. Ein zusätzlicher Antrag ist hierfür nicht erforderlich.

      Viele Grüße
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  5. 9
    Schiller

    Werner Schiller
    Meine 80%ige Behinderung endete im Oktober. Kann ich die erhöhte Entfernungspauschale für den Weg zur Arbeit deshalb nur bis Oktober nutzen oder bis Dezember?

    • 10
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      vielen Dank für Ihre Frage. Uns ist es immer sehr wichtig, die Anfragen unserer Leser so ausführlich wie möglich beantworten zu können. Leider sind wir dabei aber an rechtliche Vorschriften gebunden, die uns die Auskunft in Einzelfallfragen untersagt. Eine solche steuerliche Hilfeleistung ist nur bestimmen Berufsgruppen – unter anderem Steuerberatern – vorbehalten.
      Grundsätzlich ist es aber so, dass die erhöhte Entfernungspauschale nur für den Zeitraum, in dem die Behinderung vorliegt, angesetzt werden darf. WISO Steuer fragt diesen Sachverhalt im Dialog Arbeitnehmer > Werbungskosten > Fahrten zur Arbeit > Fahrtkosten bei Behinderung ab.

      Viele Grüße
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  6. 11
    Siekierski

    Hallo,
    unser Kind ist 34 Jahre, Merkzeichen aG, H, B.
    Kinderfreibetrag ist auf uns übertragen. Kann man auch Urlaubsfahrten, Freizeitfahrten und Besuchsfahrten zu Oma und Opa mit dem Kind absetzen? Finanzamt erkennt Familienfahrten mit minderjährigen Kindern sowie weiteren Geschwisterkindern nicht mehr an. Da man die ja immer mitnehmen würde und die Fahrt dadurch nicht im alleinigen Interesse des behinderten Kindes steht.
    Da gibt es ein Urteil. Betrifft das auch erwachsene Kinder?
    Wie sieht es mit der Haushaltsführung aus? Fahrten zu Ärzten und Therapeuten sind klar absetzbar.
    Oder kann man alle Fahrten absetzen, wenn das Auto auf das erwachsene behinderte Kind zugelassen ist? Und man nur für und mit dem Kind das Auto nutzen darf. Eltern haben einen Zweitwagen.

    • 12
      Jochen Breunig

      Guten Tag Siekierski,

      leider darf ich Sie aus rechtlichen Gründen steuerlich nicht beraten. Die Bestimmung des behinderungsbedingten Mehrbedarfs des Kindes (außergewöhnliche Belastungen) kann sehr kompliziert sein. Grundsätzlich könnte der behinderungsbedingte Mehrbedarf in Anlehnung an den Pauschbetrag für Menschen mit Behinderung und die daneben ansetzbaren Kosten (wie beispielsweise tatsächliche Kosten für Privatfahrten) angenommen werden. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserer Programmhilfe unter Berücksichtigung von Kindern mit Behinderung sowie Privatfahrten bei Körperbehinderung.

      Vielen Dank und Grüße
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

  7. 13
    Gaby Beier

    Nachfrage an Frau Hagemann:

    Danke für Ihre rasche Antwort!

    Können Sie meine 2. gestellte Frage denn auch noch beantworten?
    Danke schön!

  8. 14
    Gaby Beier

    Frage: ich habe einen GdB von 40% und habe in den letzten Jahren den Pauschbetrag von 430 EUR erhalten.
    Hat sich in den Voraussetzungen für den Pauschbetrag etwas geändert?
    (die Zusatzvoraussetzungen wurden bislang nie abgefragt).

    Falls die Voraussetzungen für den Pauschbetrag nicht vorliegen und ich meine Krankheitskosten wie alle anderen Arbeitnehmer einreiche, habe ich dann überhaupt einen „Vorteil“ durch den GdB?

    • 15
      Carina Hagemann

      Sehr geehrte Frau Beier,

      Sie haben Recht, der Behindertenpauschbetrag für einen GdB von 40 beträgt 430 Euro.
      Um den Pauschbetrag mit einem GdB von >25 und <50 zu erhalten, müssen allerdings lt. § 33b EStG eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt sein (diese gelten bisher unverändert) :
      – Ihnen steht aufgrund der Behinderung nach gesetzlichen Vorschriften Renten oder andere laufende Bezüge zu (Z. B. Unfallrente)
      – Die Behinderung ist aufgrund einer typischen Berufskrankheit eingetreten
      – Sie sind aufgrund der Behinderung dauerhafte in der körperlichen Beweglichkeit eingeschränkt

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  9. 16
    Evelyn Freidank

    Frage
    Stimmt folgende Notiz der Presse? Fahrtkosten für Privatfahrten bis zu 3000 Kilometer im Jahr bei einem Grad der Behinderung von mindestens 80% zusätzlich zum Behindertenpauschbetrag als weitere allgemeine außergewöhnliche Belastung.

    • 17
      Alexander Müller

      Hallo sehr geehrte Frau Freidank,

      die Information ist richtig. Die Einkommensteuer-Richtlinien sagen zu diesem Thema: Bei einem GdB von mindestens 80 oder GdB von mindestens 70 und Merkzeichen G können Fahrten, die durch die Behinderung veranlasst sind, steuerlich geltend gemacht werden. Aus Vereinfachungsgründen kann im Allgemeinen ein Aufwand für Fahrten bis zu 3.000 km im Jahr als angemessen angesehen werden. Man setzt diese Kosten (Achtung: ggf. will das Finanzamt eine Art Nachweis oder Begründung, in der Regel reicht aber der Nachweis der Behinderung) dann pauschal bei den außergewöhnlichen Belastungen mit 3.000km x 0,30€ = 900€ / Jahr an (ggf. monatliche Kürzung). Alternativ können auch die tatsächlichen Kosten nachgewiesen und angesetzt werden.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller von der buhl:Redaktion

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