Beiträge zur Risikolebensversicherung

Beiträge zur Risikolebensversicherung

Nicht als Werbungskosten absetzbar


Will man ein Darlehen zur Finanzierung einer Vermietungsimmobilie aufnehmen, verlangt die Bank im Allgemeinen den Abschluss einer Risikolebensversicherung. Gut für beide: Denn falls der Darlehensnehmer während der Vertragslaufzeit verstirbt, bekommt die Bank den ausstehenden Kredit von der Versicherungsgesellschaft und der Erbe eine schuldenfreie Immobilie.

Als Sonderausgaben absetzbar

Grundsätzlich gilt: Beiträge zu einer Risikolebensversicherung sind als „andere Vorsorgeaufwendungen“ im Rahmen der Sonderausgaben absetzbar. Dies ist allerdings nur dann möglich, soweit der Vorsorgehöchstbetrag von 1.900 Euro (bei Arbeitnehmern und Rentnern) bzw. 2.800 Euro (bei Selbstständigen) noch nicht mit Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung ausgeschöpft und somit noch ein steuerlicher „Spielraum“ vorhanden ist. Aber dies ist meist nicht der Fall.

Keine Werbungskosten bei Vermietung

Nun hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass Beiträge zu einer Risikolebensversicherung, die zur Absicherung eines Darlehens für ein Vermietungsobjekt abgeschlossen wird, ebenfalls nur im Rahmen der Sonderausgaben absetzbar sind.

Sie können nicht als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abgesetzt werden. Auch dann nicht, wenn der Versicherungsvertragsabschluss durch die finanzierende Bank vorgeschrieben ist (Aktenzeichen IX R 35/14).

Auch private Vorteile

Zwar besteht in diesem Fall ein wirtschaftlicher Zusammenhang von Versicherung und Vermietung. Doch gleichzeitig sind die Beiträge auch privat veranlasst: Denn der Abschluss der Versicherung wirkt dem Risiko eines vorzeitigen Ablebens noch während der Darlehenslaufzeit entgegen- und gewährleistet eine Tilgung der Darlehensschuld im Todesfall. Dadurch ist dann der schuldenfreie Übergang der Immobilie auf den Rechtsnachfolger möglich.

Den Richtern nach hat der zweite Aspekt das stärkere Gewicht, denn er ist das auslösende Moment für den Abschluss des Versicherungsvertrages. Und deshalb sind die Versicherungsbeiträge insgesamt der Privatsphäre – und eben nicht der steuerlich relevanten Erwerbssphäre – zuzuordnen.

Aufteilung nicht möglich

Ein anteiliger Abzug der Beiträge ist leider nicht möglich. Denn die Beiträge sind nicht trennbar: Zum einen lassen sich durch die Einkünfteerzielung veranlasste Beitragsanteile nicht feststellen. Zum anderen misst der BFH dem einkünftebezogenen Darlehenssicherungszweck gegenüber der dem Privatbereich zuzurechnenden Absicherung des Todesfallrisikos eine untergeordnete Bedeutung zu. Aus diesem Grund kommt auch eine pauschale Aufteilung nicht in Betracht.

1 comment

eigener Kommentar
  1. 1
    Rico Lüttich

    Na da hat wieder einmal Das Finanzamt nicht mitgedacht. Der Versicherungsvertragsabschluss ist durch die finanzierende Bank vorgeschrieben. Das bedeutet, dass ich keine Wohnung finanzieren kann, ohne diese Risikoversicherung. Somit steht die Versicherung unmittelbar im Zusammenhang mit dem Erwerb der Immobilie. Schließlich wird diese Versicherung ja auch an die Bank abgetreten und der Hinterbliebene kann nicht frei darüber verfügen!

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