Beitragsrückerstattung von Krankenkasse
Bogen rund

Beitragsrückerstattung von Krankenkasse

Was Sie beim Verzicht auf Kostenerstattung beachten sollten


Versicherte mit privater Krankenversicherung können eine Beitragsrückerstattung erhalten, wenn sie keine Leistungen in Anspruch nehmen. Was Sie bei der Steuererklärung zu beachten haben, lesen Sie hier.

Warum auf die Erstattung verzichten?

Um die Beitragserstattung zu retten, reichen die Versicherten oftmals kleinere Rechnungen für Arzt und Arzneimittel nicht ein, sondern begleichen diese aus eigener Tasche. Dann wäre es ja praktisch, wenn man diese Kosten bei der Steuererklärung absetzen könnte, oder?

Nicht mit dem Finanzgericht Berlin-Brandenburg: Krankheitskosten, die wegen der Beitragsrückerstattung nicht bei der Krankenversicherung eingereicht werden, sind nicht als außergewöhnliche Belastungen absetzbar. Krankheitskosten werden nur dann berücksichtigt, wenn sie zwangsläufig erwachsen. Hieran fehlt es, wenn der Versicherte freiwillig auf einen bestehenden Erstattungsanspruch gegen seinen Krankenversicherer verzichtet (Aktenzeichen 11 K 11327/16).

Zudem wird die Beitragserstattung saldiert mit gezahlten Versicherungsbeiträgen und verringert so die abzugsfähigen Versicherungsbeiträge beim Sonderausgabenabzug. Folglich ergibt sich eine geringere Steuerersparnis.

Doppelter Nachteil bei der Steuer

Verzichten Sie also zugunsten einer Beitragserstattung auf eine Kostenerstattung, sind Sie steuerlich doppelt benachteiligt: Zum einen dürfen Sie die Kosten nicht als außergewöhnliche Belastung absetzen. Zum anderen wird die Beitragserstattung im Rahmen der Sonderausgaben mit Ihren Krankenversicherungsbeiträgen saldiert, sodass sie auch hier weniger absetzen können. Ein Trost mag sein, dass sich kleinere Gesundheitskosten ohnehin nicht steuermindernd auswirken, wenn die zumutbare Belastung nicht überschritten wird.

Vor und Nachteile abwägen

Die Regelung kann dazu führen, dass die Inanspruchnahme einer Beitragsrückerstattung, die zunächst vorteilhaft erscheint, unter Einbeziehung der steuerlichen Konsequenzen wirtschaftlich nachteilig ist.

Beispiel: Sie haben Krankheitskosten von 400 Euro selbst getragen, um eine Beitragsrückerstattung von 500 Euro zu erhalten. Die Krankheitskosten von 400 Euro sind nicht als Sonderausgaben absetzbar, während die Beitragsrückerstattung zu einer Kürzung der abzugsfähigen Versicherungsbeiträge führt. Der Ersparnis bei der Krankenversicherung von 100 Euro steht damit möglicherweise eine höhere steuerliche Mehrbelastung gegenüber.

Auch sind die Beitragsrückerstattungen nicht um selbst übernommene Aufwendungen zu kürzen. Sonderausgaben liegen insoweit nicht vor, weil die private Zahlung der Arztrechnungen nicht als Beitrag zu einer Krankenversicherung anzusehen ist.

Wir freuen uns über Ihr Feedback

Individuelle Fragen zu Ihrer Steuererklärung können wir leider nicht beantworten, da wir keine persönliche Steuerberatung anbieten dürfen. Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise zu diesem Beitrag.

Sie haben Fragen zu unserer Steuer-Software? Hier hilft Ihnen das Kundencenter weiter.

4 Kommentare

Kommentar hinterlassen
  1. 1
    Bernd Offermann

    Sind von einer Zusatzversorgungskasse zuviel berechnete Krk und Pflegeversicherungsbeiträge auch dann sonderausgabenmindernd, wenn für den Erstattungszeitraum in der Vergangenheit diese Beiträge nicht im Rahmen der Sonderausgaben steuermindernd genutzt wurden?? Da in dem Zeitraum aufgrund geringen Renteneinkommens keine Einkommens- Steuererklärung abgegeben werden musste. Also kein steuerlicher Vorteil früher, dafür jetzt darauf steuern zahlen?? Dankeschön für ihre Antwort

    • 2
      Jochen Breunig

      Guten Tag Herr Offermann,

      leider darf ich Sie aus rechtlichen Gründen steuerlich nicht beraten. In unserem Überblick zu den Versicherungsbeiträgen finden Sie aber auch einen Hinweis zu Beitragserstattungen.

      Vielen Dank und Grüße
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

  2. 3
    richter

    Wie verhälte es mit den entstandenen Kosten für Arzt und Medikamente im Jahr 2018 die unter dem Vertraglich vereibarten Selbstbehaltsgrenze lagen? Also nicht eingereicht werden konnten. 2019 erfolgte en. Eine Beitragsrückerstattung auf Grund des leistungsfreine Jahr 2018.

    • 4
      Alexander Müller

      Hallo und vielen Dank für die Frage,

      nachgewiesene Krankheitskosten mit ärztlicher Verordnung kann man steuerlich als Krankheitskosten angeben, wenn man keinen Anspruch auf Erstattung hat. Darunter fällt m.E. auch die Kosten, die unter den vereinbarten Selbstbehalt fallen. Jedoch kann das Finanzamt immmer nachfragen, ob es auch wirklich alles so war. Eine Nachricht des Krankenversicherers, dass die geltend gemachten Kosten unter dem Selbstbehalt lagen, könnte dann hilfreich sein.

      Beitragsrückerstattungen werden in dem Jahr der (Rück-)Zahlung mit den geleisteten Beiträgen verrechnet, also in dem Beispiel im Jahr 2019.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist bei steuernsparen.de

+ Kommentar hinterlassen