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Bogen rund

Beschäftigte Rentner

Zuviel Kranken- und Pflegeversicherung bezahlt?


Viele Rentner gehen in ihrem Ruhestand noch einer Beschäftigung nach. Wenn Ihr Arbeitslohn gewisse Grenzen überschreitet sollten Sie aufpassen: Es winkt eine Erstattung der zuviel gezahlten Versicherungs-Beiträge.

Über 400 € im Monat?

Verdienten Sie bei der Beschäftigung im Jahre 2012 mehr als 400 € (ab 2013: 450 €) im Monat? Dann sind davon Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zu zahlen. Diese Beiträge tragen Sie und Ihr Arbeitgeber jeweils zur Hälfte – allerdings grundsätzlich nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Diese betrug im Jahr 2012 3.825 € im Monat.

Beitragsbemessungsgrenze

Bei beschäftigten Rentnern werden Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung in zweifacher Hinsicht jeweils bis zur Beitragsbemessungsgrenze erhoben, und zwar in folgender Rangfolge:

  • zum einen für den Arbeitsverdienst und ggf. für Versorgungsbezüge. Das bedeutet der Arbeitgeber behält Beiträge bis zur Beitragsbemessungsgrenze ein.
  • zum anderen für die Rente. Das bedeutet der Rentenversicherungsträger behält ebenfalls Beiträge bis zur Beitragsbemessungsgrenze ein.

Einnahmen insgesamt über 3.825 €?

Für beschäftigte Rentner gilt also während des Jahres eine “doppelte” Beitragsbemessungsgrenze. Falls im Jahre 2012 die Summe der Einnahmen über der “einfachen” Beitragsbemessungsgrenze von 3.825 € monatlich lag, haben Sie insgesamt zu hohe Beiträge gezahlt. In diesem Fall können Sie am Jahresende von der Krankenkasse die Erstattung der zu viel gezahlten Beiträge für den Teil der Rente verlangen. Eine automatische Erstattung durch die Krankenkasse ist nicht möglich, weil dieser nicht alle Entgelte vorliegen.

Tipp: Stellen Sie jetzt für das Jahr 2012 einen Erstattungsantrag an Ihre Krankenkasse, nicht an die Rentenversicherung. Der Erstattungsanspruch bezieht sich nur auf Ihre Beitragsanteile aus der gesetzlichen Rente, nicht auf die Beitragszuschüsse des Rententrägers zur Rente. Erstattet werden nicht nur die überzahlten Krankenversicherungsbeiträge, sondern auch die Beiträge zur Pflegeversicherung. Die Beitragsbemessungsgrenze ist hier die gleiche wie in der Krankenversicherung.

Erstattung für die letzten vier Jahre möglich

Wer es bisher versäumt hat, einen entsprechenden Erstattungsantrag zu stellen, kann dies auch rückwirkend für die letzten Jahre tun. Die Verjährungsfrist hierfür beträgt vier Jahre. Die Frist beginnt nach Ablauf des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. Daher können Sie noch bis zum 31.12.2013 einen Antrag auf Erstattung von Beiträgen stellen, die im Jahr 2009 zu viel gezahlt wurden.

 

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