Bestattungskosten

Bestattungskosten

Wann auch Nichterben die Kosten absetzen können


Beerdigungs- bzw. Bestattungskosten können nur dann als außergewöhnliche Belastung allgemeiner Art nach § 33 EStG absetzbar sein, wenn die Kostenübernahme aus rechtlichen oder sittlichen Gründen zwangsläufig ist. Eine rechtliche Verpflichtung trifft immer den Erben, denn im Gesetz heißt es: „Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers“.

Doch was gilt, wenn der Erbe die Erbschaft ausschlägt, die Beerdigung nicht durchführt oder die Beerdigungs-kosten nicht tragen will? Dann müssen die unterhaltspflichtigen Verwandten einspringen. Also besteht auch für sie eine rechtliche Verpflichtung. Nach § 1968 BGB können sie aber vom Erben Ersatz ihrer Aufwendungen verlangen. „Im Fall des Todes des Unterhaltsberechtigten hat der Unterhaltsverpflichtete die Kosten der Beerdi-gung zu tragen, soweit ihre Bezahlung nicht von dem Erben zu erlangen ist“.

Das Sächsische Finanzgericht hat entschieden, dass auch ein Nichterbe die Kosten für die Bestattung eines Angehörigen wegen „Zwangsläufigkeit aus sittlichen Gründen“ als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG absetzen kann. Dies kommt allerdings nur dann in Betracht, wenn er von den Erben keinen Kostenersatz seiner Aufwendungen erlangen kann und der/die Verstorbene keinen ausreichenden Nachlass hat, der die Bestattungskosten deckt (FG Sachsen vom 19.1.2011, 8 K 41/10).

Der Fall:

Der Enkel organisierte die Bestattung seiner Großmutter und übernahm die Kosten für die Einäscherung und die Beisetzung der Urne. Er wurde allerdings nicht Erbe, dies wurde seine Mutter. Aus sittlichen und moralischen Gründen könne er den Ersatz der getragenen Aufwendungen vom Erben (seiner Mutter) nicht verlangen und ggf. gerichtlich durchsetzen. Das Finanzamt lehnt die Anerkennung der Kosten deswegen ab.

Die Entscheidung:

Das Finanzgericht verweigert ebenfalls die Anerkennung der Kosten. Und zwar deshalb, weil der Enkel nicht ernsthaft versucht hat, Kostenersatz vom Erben zu erlangen. Auch wurde nur gemutmaßt, dass das Vermögen der Verstorbenen im Zeitpunkt des Erbfalls aufgebraucht war.

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