Besteuerung von Lebensversicherung

Besteuerung von Lebensversicherung

Ab 2017: Erstmals für Neuverträge


Stichtag 01.01.2005. Bei Lebensversicherungen, die danach abgeschlossen wurden, ist im Erlebensfall oder bei Rückkauf ein Teil der Versicherungsleistung als Kapitalertrag steuerpflichtig.

60. Lebensjahr schon erreicht?

Wird die Versicherungsleistung vor dem 60. Lebensjahr ausgezahlt oder ist die Vertragslaufzeit kürzer als zwölf Jahre, wird versteuert: steuerpflichtig ist hierbei der Unterschiedsbetrag zwischen der Versicherungsleistung und der eingezahlten Beiträge, und zwar mit dem individuellen Steuersatz. Hinweis: Bei einem Vertragsabschluss ab 2012 ist das 62. Lebensjahr maßgebend. Wird die Leistung erst nach dem 60. Lebensjahr und nach einer Vertragslaufzeit von mindestens zwölf Jahren ausgezahlt? Dann wird nur die Hälfte des Unterschiedsbetrages versteuert.

Ab 2017 ist es soweit…

Im Jahre 2017 wird die letztere Bedingung – nämlich die Mindestlaufzeit von zwölf Jahren – zum ersten Mal erfüllt. Folge: Die 2004 beschlossene Änderung wird ab jetzt wirksam. Erstmals kommt nun die Besteuerung des hälftigen Unterschiedsbetrages zur Anwendung. Vorausgesetzt, der im Jahre 2005 abgeschlossene Versicherungsvertrag ist mindestens zwölf Jahre gelaufen  und wird nach dem 60. Lebensjahr ausgezahlt.

Hinweis

  Bei Verträgen, die vor 2005 abgeschlossen wurden, bleiben Einmalzahlungen weiterhin vollkommen steuerfrei. Renten werden unverändert mit dem Ertragsanteil versteuert. Dieser hängt vom Alter des Versicherten ab. Bei einem 60-jährigen Kunden beträgt der Ertragsanteil beispielsweise 22 Prozent.

Wie funktioniert die Versteuerung?

Ganz einfach: Die Versicherung behält die Kapitalertragssteuer von 25 Prozent stets vom vollen Unterschiedsbetrag ein. Und zwar auch dann, wenn tatsächlich nur der hälftige Unterschiedsbetrag steuerpflichtig ist.

In diesem Fall müssen Sie den hälftigen Unterschiedsbetrag zwingend in Ihrer Steuererklärung angeben und mit dem individuellen Steuersatz versteuern. Die Abgeltungsteuer gilt in diesem Fall also nicht. Auf die Steuerschuld wird die zu hoch einbehaltene Vorab-Steuer angerechnet. So beträgt die Steuer selbst bei höchstem Steuersatz nur 21 Prozent des Unterschiedsbetrages.

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