Darlehen zwischen Ehepartnern

Darlehen zwischen Ehepartnern

Statt Abgeltungsteuer persönlicher Steuersatz


Leiht ein Ehepartner dem anderen Geld für ein Mietobjekt, wäre es doch klasse, wenn die Schuldzinsen sich im Mietobjekt in voller Höhe steuermindernd auswirken. Doch dieses Steuersparmodell funktioniert leider nicht.

Ein lukratives Steuersparmodell könnte folgende Gestaltung sein:

Der gutverdienende Ehemann gewährt seiner Ehefrau ein Darlehen zum Erwerb eines Mietobjektes. Der Darlehensvertrag entspricht den Bedingungen des Fremdvergleichs und wird vom Finanzamt steuerlich anerkannt. Also kann die Ehefrau die an den Ehemann gezahlten Darlehenszinsen als Werbungskosten bei ihren Vermietungseinkünften absetzen.

Dadurch ergibt sich eine Steuerersparnis in Höhe des persönlichen Steuersatzes des Ehepaares (45 Prozent). Der Ehemann seinerseits muss die erhaltenen Darlehenszinsen in der „Anlage KAP“ angeben und beantragt die Versteuerung mit dem Abgeltungsteuersatz von 25 Prozent.

Nicht mit dem Fiskus!

Jetzt hat das Finanzgericht Köln die geltende Rechtspraxis bestätigt und entschieden, dass die Zinserträge des Ehemannes aus dem Darlehen an seine Partnerin nicht mit dem Abgeltungsteuersatz von 25 Prozent, sondern mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Dies ist bei Ehegatten-Darlehen dann geboten, wenn das Darlehen für Einkunftszwecke verwendet wird und der Darlehensnehmer die Schuldzinsen steuerlich absetzen kann, z. B. als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung (Aktenzeichen 12 K 3373/12).

Keine Vorteile unter Angehörigen

Mit dieser Ausnahmeregelung will der Fiskus familiäre Steuervorteile verhindern: Damit nahestehende Personen die Steuersatzspreizung zwischen Abgeltungssatz von 25 Prozent und persönlichem Steuersatz von bis zu 45 Prozent nicht ausnutzen können, muss der Darlehensgeber die Zinseinnahmen mit dem persönlichen Steuersatz versteuern.

Wer zählt zu den Angehörigen?

Ein Näheverhältnis ist immer dann anzunehmen, wenn Gläubiger und Schuldner der Kapitalerträge Angehörige im Sinne des Gesetzes. Dazu gehören Ehepartner, Kinder, Eltern, Geschwister, Schwiegereltern, Schwiegersohn und -tochter, Stiefelternteil, Onkel, Tante, Nichte, Neffe, Schwager, Schwägerin, Pflegeeltern, Pflegekinder.

Der Darlehensgeber trägt die vereinnahmten Zinsen aus dem Privatdarlehen in der Anlage KAP in Zeile 25 ein. Nur die Zinsen müssen mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden, die auch tatsächlich beim Darlehensnehmer als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abgesetzt wurden. Nicht maßgebend ist, dass sie abgesetzt werden könnten. Wenn Kapitalerträge in die Steuerveranlagung zum individuellen Steuersatz einbezogen werden, gelten die normalen Steuerregeln zum Werbungskostenabzug. Daher sind Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Darlehen als Werbungskosten absetzbar, sodass nur der Saldo – die „Einkünfte“ – in Zeile 25 einzutragen ist. Für diese Erträge wird ein Sparerpauschbetrag nicht gewährt.

Tipp: Derzeit ist der Begriff der „nahestehenden Personen“ noch nicht höchstrichterlich geklärt. Hierzu sind mehrere Revisionen vor dem BFH anhängig (z. B. VIII R 31/11) – auch der vorliegende Fall wurde dem BFH vorgelegt (VIII R 8/14). Betroffene können unter Hinweis auf die Revisionsverfahren ihre Steuerbescheide offen halten, wenngleich der Ehegatte als „nahestehende Person“ unstrittig sein dürfte.

 

 

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