Das häusliche Arbeitszimmer

Das häusliche Arbeitszimmer

Wie es die Steuer mindert


Eigentlich sollte man beim Arbeitgeber mit vielen Kollegen in einem Büro arbeiten. Da kommt es nicht ungelegen, wenn die Tätigkeit auch von zu Hause aus erledigt werden kann. Dieses Angebot nehmen Arbeitnehmer aus den verschiedensten Gründen gerne in Anspruch.

Welche Kosten können Sie ansetzen?

Nutzen Sie ein Zimmer Ihrer privaten Wohnung für Ihre Tätigkeit als Arbeitnehmer? Dann können Sie einen Teil der Ausgaben steuerlich geltend machen. In Ihrer Steuererklärung sollten Sie grundsätzlich folgende Kosten aufführen:

  • Miete inkl. Nebenkosten (alternativ die Absetzung für Abnutzung und Schuldzinsen für die Anschaffung der Immobilie, wenn Sie selbst Eigentümer sind
  • Energiekosten wie Strom, Gas, Wasser oder Heizöl
  • Müllgebühren
  • Wartungs- oder Instandhaltungskosten der Immobilie
  • Hausversicherung
  • Reinigungskosten
  • Ausstattungskosten wie Tapeten, Teppich, Bilder…

Wann muss aufgeteilt werden?

Soweit diese Kosten direkt dem Arbeitszimmer zugeordnet werden können, werden Sie in der Erklärung in voller Höhe angesetzt. Handelt es sich um Kosten, die das ganze Haus oder die ganze Wohnung betreffen, dann müssen die anteiligen Kosten für das Arbeitszimmer ermittelt werden. Hier ist die Grundfläche des Arbeitszimmers ins Verhältnis zur Gesamtwohnfläche  zu setzten.

Beispiel: Beträgt die Wohnfläche des Hauses 150 qm und die des Arbeitszimmers 15 qm, dann können zehn Prozent der Kosten, wie Mietzins, Müllgebühren, … angesetzt werden.

Eine Reparatur im Arbeitszimmer selbst kann in voller Höhe angegeben werden. Genauso sind die Kosten für den Bodenbelag oder die Tapete für das Arbeitszimmer in voller Höhe anzugeben.

1.250 Euro

Bei dem Betrag von 1.250 Euro handelt es sich nicht um einen Pauschbetrag. Die Ausgaben müssen nachgewiesen werden. Nur wenn sie 1.250 Euro übersteigen, ist der Abzug in bestimmten Fällen begrenzt. Liegen die Kosten darunter, können nur die tatsächlichen Ausgaben angesetzt werden. Kosten von mehr als 1.250 Euro können geltend gemacht werden, wenn die gesamte berufliche oder betriebliche Nutzung überwiegend im Arbeitszimmer vorgenommen wird.

Wann ist der Abzug begrenzt?

Hier spielt sowohl eine zeitliche als auch eine qualitative Komponente eine Rolle. Ist die Tätigkeit als überwiegend nicht im Arbeitszimmer zu bewerten, dann ist der Ansatz von Ausgaben für das Arbeitszimmer in der Erklärung auf 1.250 Euro begrenzt oder ein Ansatz von Kosten ist gar nicht möglich. Sind zum Beispiel neben der Tätigkeit am Arbeitsplatz zusätzliche Arbeiten zu Hause notwendig und stellt der Arbeitgeber hierfür keinen geeigneten Arbeitsplatz zur Verfügung, dann ist der begrenzte Ansatz der Kosten möglich. Grundsätzlich keine Kosten kann ansetzen, wer in kleinem Umfang freiwillig von zu Hause aus arbeitet und einen Alternativ-Arbeitsplatz in der Firma hat.

Freiwillig von zu Hause

1168-buero 1Gibt Ihnen Ihr Chef die Möglichkeit sowohl von zu Hause als auch von Ihrer Firma aus zu arbeiten? Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie die Kosten für Ihr Arbeitszimmer voll abziehen. Der uneingeschränkte Abzug ist möglich, wenn Sie überwiegend den Heimarbeitsplatz nutzen und nur ein oder zwei Tage in der Woche in die Firma fahren. Dies ist selbst dann möglich, wenn Ihnen der Arbeitgeber durchgehend einen Arbeitsplatz in der Firma bereithält. Ein Alternativ-Arbeitsplatz also zur Verfügung steht.

Dieser volle Abzug ist möglich, wenn die Tätigkeiten qualitativ gleichwertig sind und die überwiegende Zeit vom Heimarbeitsplatz gearbeitet wird. Denn dann bildet das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit und einem Abzug sämtlicher Kosten steht grundsätzlich nichts mehr im Weg.

Wird der Heimarbeitsplatz zu weniger als 50 Prozent der Arbeitszeit genutzt und hält der Chef einen Alternativ-Arbeitsplatz jederzeit bereit, können unserer Auffassung nach die Kosten für ein solches Arbeitszimmer gar nicht angesetzt werden. Die Voraussetzung für einen begrenzten Abzug ist, dass kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Arbeitsmittel

Kosten für Arbeitsmittel sind von den Kosten für das Arbeitszimmer getrennt zu betrachten. Arbeitsmittel sind zum Beispiel Schreibtisch, Schreibtischstuhl oder Computer. Diese Arbeitsmittel können unabhängig vom Ansatz des Arbeitszimmers in der Steuererklärung als Werbungskosten angegeben werden. Teilweise müssen für Arbeitsmittel die Kosten der Anschaffung auf mehrere Jahre verteilt werden.

Hinweis

Von dem häuslichen Arbeitszimmer sind das außerhäusliche Arbeitszimmer und die betrieblich genutzten Räume im Wohnbereich zu unterscheiden, die kein typisches häusliches Arbeitszimmer sind. Sie unterscheiden sich vom häuslichen Arbeitszimmer durch ihre Funktion oder der Ausstattung. Oder zum Beispiel dadurch, dass sie für Kundenbesuche genutzt werden.

 

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