Das Urlaubsdomizil steuerlich absetzen

Das Urlaubsdomizil steuerlich absetzen

Ferienwohnung


Eine Ferienwohnung am Chiemsee. Oder in der Oberlausitz. Ist das auch einer Ihrer heimlichen Wünsche? Nach dem Sommerurlaub überlegen sich viele Deutsche sich eine Ferienimmobilie zuzulegen.

Sofern das Domizil nur für die eigene Nutzung oder kostenlos für Verwandte und Freunde zur Verfügung stehen soll, ist beim heimischen Finanzamt mangels steuerpflichtiger Einkünfte nichts zu veranlassen. Dafür kann auch keine Rendite erzielt werden.

Besser sieht es aus, wenn die Wohnung auch an andere Urlauber vermietet wird und die Eigenbelegung nur zwischendurch oder zunächst einmal überhaupt nicht erfolgt. Sofern eine solche Immobilie ordentliche Erträge abwerfen soll, sollte eine Region ausgewählt werden, die beispielsweise Schnee im Winter und Bergwandern von Frühjahr bis Herbst bietet und das Domizil in der Ferne sogar mehrfach im Jahr nutzbar macht. Auf Grund der Doppelsaison wird der Erwerb rentierlich über die dauerhaft mögliche Vermietung an Schnee- und Sonnenfans finanziert und an den Verlusten in der Investitionsphase beteiligt sich das Finanzamt.

Generell lässt sich ein Trend hin zum deutschen Immobilienmarkt erkennen, zumal viele Regionen wie Harz, Sauerland und Bayerischer Wald günstig sind. Hier sind keine großen Anfahrtswege oder lästige Klimaumstellungen notwendig, sodass ein Besuch übers Wochenende möglich wird.

Lukrativ erscheinen aufgrund der Finanzkrise auch wieder Immobilienpreise im Ausland, die zuvor drastisch gestiegen waren und zu einer deutlichen Überbewertung geführt hatten. Aufgrund des abrupten Preissturzes und reihenweise Zwangsversteigerungen drängt verstärkt Angebot auf den Markt, sodass etwa in Spanien oder Florida durchaus ein Schnäppchen zu erzielen ist.

Nicht außer Acht gelassen werden dürfen hierbei die steuerlichen Regeln, die sich insbesondere in Bezug aufs Ausland in jüngster Zeit deutlich verändert haben. Nachfolgend zehn Besonderheiten als Hilfe für das Investment in Ferienwohnungen.

Verluste helfen Steuern zu sparen

Finanzbeamte dürfen auch bei beständigen Verlusten nicht danach fragen, ob das Feriendomizil irgendwann einmal Überschüsse abwirft. In mehreren Urteilen hat der Bundesfinanzhof (BFH) die Finanzämter in ihre Schranken verwiesen, wenn es um Immobilien in den Bergen oder an der See geht (zum Beispiel Az. IX R 15/06 und IX R 48/06). Bei vermieteten Ferienwohnungen ist grundsätzlich davon auszugehen, dass die Eigentümer schwarze Zahlen erwirtschaften wollen. Das Thema Liebhaberei ist daher auch bei üppigen roten Zahlen tabu, sodass auch hohe Schuldzinsen, Wohnungsabschreibung und laufende Kosten ohne entsprechend hohe Einnahmen zählen.

Wichtig

Diese positive Einordnung teilt auch die Finanzverwaltung. In einem Schreiben vom 16.6.2009 weist die Oberfinanzdirektion Koblenz (Az. S 2118 A – St 33 3) darauf hin, dass bei einer ausschließlich an wechselnde Feriengäste vermieteten und in der übrigen Zeit hierfür bereit gehaltenen Ferienwohnung grundsätzlich ohne weitere Prüfung von der Einkunftserzielungsabsicht des Vermieters auszugehen ist. Das gilt auch für negative ausländische Mieteinkünfte.

Sofern das Domizil in der Ferne auch Fremden zur Verfügung gestellt wird, können die Aufwendungen steuerlich geltend gemacht werden, was bei Objekten jenseits der Grenze mit wenigen Ausnahmen nahezu ausgeschlossen ist. Doch im ersten Schritt prüft das Finanzamt auch weiterhin Haus oder Wohnung eher aus privaten Motiven oder vorrangig unter dem Aspekt der Einkunftserzielung angeschafft wurde. Dabei wird auch ein Blick auf die Belegungstage geworfen.

Häufigen Leerstand vermeiden

In einem ersten Schritt müssen Immobilienbesitzer dem Finanzamt plausibel machen, dass das Feriendomizil in den Alpen oder an der See ausschließlich an wechselnde Feriengäste vermietet wird und die Eigennutzung ausgeschlossen ist. Anschließend ist noch erforderlich, dass die Dauer der Vermietung zumindest im für den Ferienort üblichen Saisondurchschnitt liegt. Ist dies nicht der Fall, zählen Verluste nur noch, wenn eine langfristige Überschussprognose erstellt werden kann. Ist dies nicht möglich, geht der Fiskus von Liebhaberei aus. Folge: Die Ferienimmobilie spielt steuerlich keine Rolle mehr, Vermieter bleiben auf ihren roten Zahlen sitzen.

Steht die Wohnung also öfters im Jahr leer, zählen Verluste nur noch, wenn der Eigentümer langfristige Überschüsse vorweisen kann. Daher sollte nachgewiesen werden, dass die Belegungsquote nicht negativ aus dem Rahmen fällt. Das wird akzeptiert, wenn die ortsübliche Vermietungszeit – ohne dass Vermietungshindernisse gegeben sind – nicht um mehr als 25 Prozent unterschritten wird.

Betroffene sollten sich hierzu beim Tourismusbüro die ortsüblichen Belegungsdaten besorgen oder die vom Landesamt für Statistik ermittelte durchschnittliche Vermietungsdauer heranziehen und mit der tatsächlichen Mietzeit abgleichen. Dabei können Zeiten ausgeklammert werden, die etwa auf Generalreinigung oder Instandsetzungsarbeiten entfallen. Bleiben die vermieteten Zeiten nun innerhalb dieses erlaubten Rahmens, können die Verluste abgesetzt werden. Dies akzeptiert der BFH (Az. IX R 12/07).

Auf Gewinnerzielung ausrichten

Der steuerliche Abzug der anfänglichen Verluste aus Erwerb der Ferienwohnung gelingt, wenn die Ferienwohnung im Inland und etwa in Garmisch, Oberstdorf oder auf Rügen liegt. Hier sind die Mieteinkünfte im Inland steuerpflichtig, allerdings prüft das Finanzamt, ob Liebhaberei vorliegt und die Immobilie steuerlich ganz unter den Tisch fällt. Regelmäßig ist hier zu klären ist, ob der Grundbesitz in der Ferne aus privaten Motiven oder unter dem Aspekt der Einkunftserzielung angeschafft wurde.

Anfallende Verluste werden generell anerkannt, wenn der Besitzer Haus oder Wohnung ausschließlich an wechselnde Feriengäste vermietet. Etwas anderes gilt nur, wenn besondere Umstände oder Beweisanzeichen dagegen sprechen. Nur in diesem Fall ist von einer privaten, nicht mit der Erzielung von Einkünften zusammenhängende Veranlassung auszugehen.

Daher lassen sich grundsätzlich von den Einnahmen die laufenden Kosten, AfA sowie Schuldzinsen wie bei einer herkömmlichen Mietimmobilie absetzen. Fehlt hingegen die Einkunftserzielungsabsicht, ist eine Überschussprognose über 30 Jahre oder die kürzere Mietdauer anzustellen. Nur wenn das Ergebnis positiv ausfällt, zählen die negativen Einkünfte in der Anfangsphase.

Um das volle Steuerpotential auszuschöpfen, sollte daher tunlichst vermieden werden:

  • Eine vorübergehende Vermietung
  • Eine Fremdfinanzierung, bei der ein Kredit nicht getilgt und die Schuldzinsen dem Saldo zugeschlagen werden
  • Den Urlaubern Extraleistungen anzubieten, dann wird die Vermietung gewerblich
  • Die Beteiligung an einem Mietkaufmodell mit Rückkaufangebot oder Verkaufsgarantie
  • Der Erwerb vom Bauträger mit üppigen Nebenleistungen. Dann wird aus dem Feriendomizil ein Steuerstundungsmodell
  • Die Verkaufsabsicht kurze Zeit nach Anschaffung oder Herstellung
  • Haus oder Wohnung innerhalb von fünf Jahren selbst zu nutzen oder unentgeltlich Dritten zu überlassen
  • Die Miete liegt mehr als 25 Prozent unter dem ortsüblichen Niveau oder ist bei einem aufwändig gestalteten Wohngebäude offensichtlich nicht angemessen niedrig

In diesen Sondersituationen muss regelmäßig eine Überschussprognose vorgelegt werden.

Belege für Vermietungsabsicht präsentieren

Das Wohnsitzfinanzamt unterstellt nicht automatisch, dass Immobilienbesitzer die am Meer oder in den Bergen gelegene Ferienwohnung ausschließlich fremden Dritten zur Verfügung stellen. Vor allem können die Sachbearbeiter die Situation in den entfernten Regionen gar nicht vom Schreibtisch aus entscheiden. Daher muss der Eigentümer von Haus oder Wohnung Umstände glaubhaft machen, dass es sich tatsächlich um eine ausschließlich fremd vermietete Ferienwohnung handelt. Hier führen folgende Argumente oder Nachweise zum Erfolg:

  • Ein Vermittler wie etwa ein überregionaler Reiseveranstalter, Makler oder die Kurverwaltung ist mit der Suche nach den Gästen beauftragt. Dabei wurde die Eigennutzung von Vorne herein vertraglich für das gesamte Jahr ausgeschlossen.
  • Die Dauer der Vermietung liegt maximal 25 Prozent unter dem für den Ferienort üblichen Saisondurchschnitt.
  • Die Nur-Vermietung ist auf Dauer angelegt, es liegen keine einzelne Jahre mit und ohne Selbstnutzung vor.
  • Gelegentliche Kurzaufenthalte in der Ferienwohnung dienen vollständig Arbeitsmaßnahmen. Mehrtägige Aufenthalte dürfen nur während der normalen Arbeitszeit erfolgen, hier sind insbesondere während der Saison erhöhte Nachweise für Reparaturen oder Grundreinigung notwendig.
  • Das Domizil befindet sich im ansonsten selbst genutzten Zwei- oder Mehrfamilienhaus oder in unmittelbarer Nähe zur selbst genutzten Hauptwohnung. Entspricht die nach Größe und Ausstattung den Wohnbedürfnissen, wird von einer ausschließlichen Fremdnutzung ausgegangen.
  • Beim Besitz von mehreren Ferienwohnungen wird typisiert nur eine für eigene Wohnzwecke oder zur unentgeltlichen Überlassung genutzt. Das ist die Wohnung, die auf die besonderen Verhältnisse des Eigentümers zugeschnitten ist. Die Leerstandszeiten der anderen Räumlichkeiten werden dann den Vermietungszeiten zugeordnet.
  • Die Ferienwohnung wird in der Saison nahezu durchgängig vermietet, wobei die regional unterschiedlichen Reisezeiten der Hoch- und Nebensaison zu beachten sind. Durchgängig bedeutet daher in der Regel eine Vermietung mindestens von März bis Oktober und zusätzlich zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel.

Wichtig

Ohne einen dieser vorgenannten Nachweise lässt sich die Vermutung kaum entkräften, dass der Eigentümer, seine Familie, Angehörige oder Freunde die Wohnung auch privat aufsuchen.

Geänderte Steuervorteile jenseits der Grenze nutzen

Bei ausländischen Ferienhäusern hält in der Regel nur der dortige Fiskus die Hand auf. Damit müssen Mieteinnahmen und je nach Landesregeln auch Eigennutzung beim dortigen Finanzamt deklariert werden. Zumeist fallen die Abgaben sehr moderat aus, da der Wohnungsbesitzer meist keine weiteren Einkünfte im Land erzielt. Dennoch muss vielfach eine Steuererklärung ausgefüllt werden, selbst bei einem Null-Ergebnis. Vielfach können Deutsche einen Freibetrag wie etwa in Österreich von 2.000 und in England von rund 7.000 Euro nutzen, sodass die gesamten Einkünfte steuerfrei bleiben. Maßgebend ist nämlich nur die Differenz aus Mieteinnahmen und anfallenden Kosten, die zumeist unter dem Freibetrag bleiben.

In der heimischen Steuererklärung wirkten sich die Auslandserträge mit wenigen Ausnahmen wie die Schweiz, Spanien oder Finnland bisher lediglich auf die Progression für die übrigen Einkünfte aus, bleiben ansonsten aber steuerfrei. Diese Belastung war aber nur minimal.

Beispiel: Ein Ehepaar mit einem zu versteuernden Einkommen von 100.000 Euro erwarb 2007 eine Ferienwohnung im Salzburger Land. Der jährliche Mietüberschuss von 1.800 Euro bleibt in Österreich unter dem Freibetrag.

Zu versteuerndes Einkommen 2007100.000
Einkommensteuer darauf (Splitting)26.192
Rechnung für den Progressionsvorbehalt
Zu versteuerndes Einkommen100.000
+ Steuerfreie Auslandseinkünfte1.800
!ERROR! undefined variable 'ergibt'101.800
Fiktive Einkommensteuer darauf26.934
Ergibt einen fiktiven Steuersatz von
(26.934 im Verhältnis zu 101.800)
26,45%
Fällige Steuer (26,45% von 100.000)26.450
Mehrbetrag (26.450 statt 26.192 Euro)258

Damit führte der Progressionsvorbehalt nur zu einer minimalen Steuermehrbelastung von 258 Euro, was für das Ehepaar mit hoher Progression nur einen Steuersatz von 14 Prozent ausmacht. Läge das Haus hingegen in Deutschland, müssten jährlich 742 Euro Steuern bezahlt werden, fast das Dreifache.

Ab 2008 ist der Progressionsvorbehalt entfallen, sofern die Ferienwohnung in einem anderen EU-Staat liegt. Insoweit bleiben die positiven Einkünfte komplett ohne Steuer und müssen auch nicht mehr in die Erklärung. Lediglich bei Drittländern wie etwa die Florida-Residenz bleibt es beim Progressionsvorbehalt.

Anders sieht es in den beiden EU-Ländern Spanien und Finnland aus. Hier besagt das Doppelbesteuerungsabkommen, dass die Einkünfte von beiden Finanzämtern erfasst werden dürfen und die bezahlte Auslandssteuer im heimischen Steuerbescheid anzurechnen ist. Hier hat sich bei Verlusten eine erfreuliche Entwicklung ergeben. Die zählen nämlich durch eine aktuelle Gesetzesänderung wie das Minus aus der Mietimmobilie in Deutschland. Dieses Privileg gibt es aber nicht für Drittländer.

Der richtige Umgang mit einer gemischten Belegung

Oberstes Ziel ist es vermutlich gerade nicht, das in schönen Gegenden gelegene Urlaubsdomizil nur Fremden zu überlassen, auch wenn hierdurch der steuerliche Abzug sämtlicher Aufwendungen gelingt. Daher ist der klassische Fall zumeist, die Wohnung in der Ferne teils selbst zum Skifahren und zur Sommerfrische zu nutzen und in der übrigen Zeit zu vermieten. Hier untersucht das Finanzamt, ob der Besitzer über 30 Jahre einen Überschuss der geschätzten Einnahmen über die Ausgaben erzielen kann.

Bei der gemischten Nutzung muss die Prognoserechnung in verschiedenen Teilschritten vorgenommen werden.

  1. Zunächst werden die ausschließlich auf die Vermietung entfallenden Werbungskosten als abzugsfähig herausgefiltert. Der verbleibende Aufwand zählt nun im Verhältnis der ermittelten Nutzungstage.
  2. Bestimmt ein zwischen Eigentümer und Vermittler abgeschlossener Vertrag die Selbstnutzung nur zu bestimmten bereits zu Jahresbeginn genau festgelegten Sperrzeiten, entspricht dieser Zeitraum der Selbstnutzung und die übrigen Tage zählen zur Vermietung.
  3. Ist die Selbstnutzung jederzeit möglich, sind Leerstandszeiten im Verhältnis von tatsächlicher Eigennutzung zur Vermietung aufzuteilen. Im Zweifel gelten hier im Schätzungswege je die Hälfte für beide Bereiche. Auch Renovierungstage werden im ermittelten Verhältnis aufgeteilt, da sie auch den eigenen Wohnzwecken zugute kommen.

Hinweis: Keine Selbstnutzung sind kurzfristige Aufenthalte des Eigentümers in der Ferienwohnung zu

  • Wartungsarbeiten,
  • Schlüsselübergabe an Feriengäste,
  • Reinigung bei Mieterwechsel,
  • allgemeiner Kontrolle,
  • Beseitigung von durch Mieter verursachten Schäden,
  • Durchführung von Schönheitsreparaturen,
  • Teilnahme an Eigentümerversammlungen.

Anschließend sind die Einnahmen und Ausgaben anhand von durchschnittlichen Beträgen wie folgt hochzurechnen:

Geschätzte Einnahmen für den Prognosezeitraum

+ Sicherheitszuschlag auf die Einnahmen von 10 Prozent

+ Erhaltene Investitionszulagen

– Geschätzte Ausgaben für den Prognosezeitraum

+ Sicherheitszuschlag auf die Ausgaben von 10 Prozent

+ Tatsächlich angesetzte AfA-Beträge

– lineare AfA-Beträge

= Ergebnis der Überschussprognose

Fällt die Rechnung positiv aus, ist die Gewinnerzielungsabsicht belegt, auf den vermieteten Zeitraum entfallende Kosten sind absetzbar. Liegen die anfangs über den Mieten, kann das Minus mit anderen Einkünften verrechnet werden und senkt effektiv die Steuerlast. Bei einem negativen Ergebnis müssen zusätzliche Argumente greifen, etwa dass die Aufwendungen in den folgenden Jahren durch Umschuldung oder Minderung der Verwaltungskosten deutlich sinken.

Tipp: Unter diesem Aspekt kann es lohnenswert sein, die frisch erworbene Wohnung erst einmal in der Phase mit hohen Anfangsverlusten ausschließlich fremd zu vermieten und erst danach mit der beabsichtigten Eigennutzung zu starten. Dann entfällt die Prognoserechnung zu Beginn, die Werbungskosten zählen in voller Höhe und beim plötzlichen Wechsel nach einigen Jahren gelingt es leichter, einen Überschuss nachzuweisen. Dieser Gedanke lässt sich realisieren, wenn erst einmal alles für die Gästevermietung spricht und die nachfolgende Nutzungsänderung auf unvorhergesehene privaten oder beruflichen Ereignissen oder Umorientierungen beruht.

Weitere steuerliche Besonderheiten kennen

  • Sofern das Ferienhaus ausschließlich selbst genutzt wird und ansonsten nur dem Freundes- oder Familienkreis zur Verfügung steht, ist einkommsteuerlich nichts zu veranlassen. Für diese Domizile gab es auch damals keine Eigenheimzulage.
  • Sofern die Wohnung im Ausland liegt, kann die Eigennutzung wie etwa in Spanien steuerpflichtig sein. Sofern der Auslandsbesitz bekannt wird, kommt es jedoch regelmäßig zu der Nachfrage, wie die dortige Anschaffung finanziert worden ist. Dabei lassen sich heimische Finanzbeamte von der Vermutung leiten, für diese Investition wurden Schwarzgelder von Auslandskonten verwendet.
  • Bei Ferienimmobilien kann die Zweitwohnungssteuer anfallen. Dabei sind die Leerstandszeiten in Falle der gemischten Nutzung grundsätzlich dem persönlichen Lebensbedarf zuzurechnen.
  • Im Umsatzsteuerrecht gibt es den Tatbestand der Liebhaberei nicht. Daher liegt generell eine Unternehmereigenschaft vor, die nur bei sporadisch vermieteten Ferienwohnungen entfällt. Die kurzfristige Beherbergung von Feriengästen ist dabei genauso mit 19 % umsatzsteuerpflichtig wie die Selbstnutzung als Eigenverbrauch. Allerdings kann der Vermieter die Kleinunternehmerregelung nutzen, wenn der Gesamtumsatz im Vorjahr nicht höher als 17.500 Euro war und im laufenden Jahr nicht mehr als voraussichtlich 50.000 Euro betragen wird. Dann fällt keine Umsatzsteuer an, dafür kann aber auch die bezahlte Vorsteuer nicht geltend gemacht werden.

Die Renditeaussichten prüfen

Die Urlaubsstimmung verleitet oft zu überhasteten Entscheidungen, die sich anschließend rächen. Denn vor der Unterschrift unter einem Kaufvertrag sind eine Reihe von Fragen abzuklären. Die reichen von der groben Kalkulation über mögliche Einnahmequellen bis hin zu rechtlichen und steuerlichen Fragen, die länderspezifisch abzuklopfen sind. Rentabel wird eine Ferienimmobilie, wenn sie nahezu ganzjährig touristisch genutzt werden kann, attraktiv gelegen ist und die Gemeinde diverse Angebote für Skifahrer, Wanderer und Badefreunde im Repertoire hat.

Ideal geeignet, aber meist nicht billig, sind Gebiete in den Alpen. Daher lohnt auch ein Blick in die Schneegebiete von Polen, Slowenien bis in die Slowakei. Den günstigen Immobilienpreisen der Ostländer steht allerdings nachteilig gegenüber, dass auch die späteren Einnahmen wegen der niedrigeren Lebenshaltungskosten geringer ausfallen werden und nicht jeder Urlauber auf diese Regionen abfährt.

Keine Eile beim Kaufvertrag

Auf keinen Fall ratsam ist es, sich spontan während des Urlaubs für einen Kauf zu entscheiden. Die Ferienlaune lenkt davon ab, sich ausreichend zu informieren. Daher sollten zwar alle Informationen vor Ort eingeholt, aber mit nach Hause genommen werden. Hier ist dann ein Fachmann sinnvoll, der das Objekt der Begierde auf juristische Fallen hin abklopft. Experten in der Urlaubsregion sind hier oft nicht objektiv genug. Auf keinen Fall sollten Urlauber bei einer Besichtigung Unterschriften leisten, das bindet in einigen Ländern bereits in Form eines Vorvertrags. Wie bei Immobilien generell ist auch bei Ferienhäusern die Lage der wichtigste Aspekt. Der Urlaub sollte daher dazu genutzt werden, Infrastruktur, Versorgungslage, Verkehrswege und Gästeströme zu erkunden.

Wichtig ist auch die Auskunft darüber, ob die Immobilie um- oder ausgebaut werden darf, ob es für Ausländer Beschränkungen gibt und was im Grundbuch steht. Zudem schützt die Information über bestehende Miet- und Pachtverträge sowie Schulden des derzeitigen Besitzers vor unliebsamen Überraschungen.

Belege ordentlich führen

Hausbesitzer müssen damit rechnen, dass sie jetzt öfters Besuch vom Finanzamt bekommen. Denn die Vermietung von Fremdenzimmern und Ferienwohnungen rückt zunehmend ins Visier der Steuerfahndung. Anlass sind bei der Bearbeitung von Steuererklärungen aufgefallene Unstimmigkeiten, welche die Beamten nicht am grünen Tisch, sondern vor Ort klären wollten. In fast allen Fällen werden dann unzureichende Aufzeichnungen sowie vielfach Falschangaben für die Vorjahre festgestellt. Daher müssen die Betroffenen mit Steuernachzahlungen rechnen.

Dabei haben die Finanzbeamten oft leichtes Spiel, bei Vermietern von Fremdenzimmern und Ferienwohnungen buchhalterische Mängel aufzudecken. Denn vielfach gelten gesetzliche Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten wie für normale Firmen, die Aufbewahrungsfristen von bis zu 10 Jahren beachten viele nicht. Aber auch die geforderten Aufzeichnungen über die Mieteinnahmen entsprechen nicht immer der Vorgabe, leicht und sicher nachvollziehbar zu sein.

Zwar sind Betriebsprüfungen bei privaten Hausbesitzern grundsätzlich nicht zulässig. Bei der Gästevermietung und generell dem Verdacht der Steuerhinterziehung sieht das jedoch anders aus. Hier ist der erste Ansatzpunkt meist die Umsatzsteuer. Zwar ist die private Vermietung von Wohnungen generell steuerfrei, nicht aber die kurzfristige Beherbergung von Feriengästen. Laut Gesetz werden hier auf Miete und Nebenkosten 19 Prozent Umsatzsteuer fällig, selbst wenn das Finanzamt die Ferienwohnung wegen Verlusten als Liebhaberei einstuft. Dieses Kriterium kennt die Umsatzsteuer nicht, hier handelt der Vermieter stets als Unternehmer.

Eine ähnliche Sonderbehandlung erhalten Vermieter von Fremdenzimmern und Ferienwohnungen bei der Einkommensteuer. Denn die Überlassung von Wohnraum an ständig wechselnde Gäste wird oft als gewerblich eingestuft, ähnlich dem Hotelier oder Pensionswirt. Das hat Buchführungspflichten zur Folge, so dass Betriebsprüfer ganz legal vorstellig werden dürfen. Ausreichend hierfür ist, wenn die Wohnungen möbliert sind, Bettwäsche und Geschirr zur Verfügung steht und über Werbemaßnamen nach zahlender Kundschaft Ausschau gehalten wird.

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