Der Kampf gegen Geldwäsche

Der Kampf gegen Geldwäsche

Anonyme Barzahlungen nur noch bis 10.000 Euro


Die Geldwäsche-Grenze wurde weiter gesenkt. Nun dürfen Geschäfte nur noch bis zu einem Betrag von 10.000 Euro anonym bleiben. Was das für Sie bedeutet, lesen Sie hier.

Überwachung schreitet voran

Die Überwachung wird immer dichter und die Kontrolle immer strenger – alles mit dem Argument der Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Nach nunmehr drei EU-Geldwäsche-Richtlinien ist der Begriff der Geldwäsche auf jede Art von Transaktionen ausgedehnt, unabhängig davon, ob das Geld legal oder illegal erworben wurde. Die Überwachungspflichten sind deutlich verschärft. Seitdem gibt es mehr Überwachungsfälle, mehr Überwachungspflichtige und mehr Überwachungspflichten.

Europaweiter Kampf gegen Geldwäsche

Am 20.05.2015 hatte das EU-Parlament die 4. EU-Geldwäsche-Richtlinie 2015/849 verabschiedet. Es geht nochmals um verschärfte Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, die allerdings auch unbescholtene Bürger betreffen.

Ab dem 26.06. werden neue Verschärfungen eingeführt Der Bundestag hat am 19.05.2017 das „Gesetz zur Umsetzung der Vierten EU-Geldwäscherichtlinie, zur Ausführung der EU-Geldtransferverordnung und zur Neuorganisation der Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen“, verabschiedet.

Verschärfung für Bargeldgeschäfte

Bisher sind Barzahlungen beim Handel mit Gütern bis 15.000 Euro möglich, ohne dass der Kunde identifiziert werden muss. Beispielsweise können Goldbarren und Goldmünzen bis 15.000 Euro bar und anonym gekauft werden.  Diese Identifizierungsschwelle wird herabgesetzt: auf 10.000 Euro!

Neue Pflichten für Güterhändler

Neu eingeführt wird der Begriff des „Güterhändlers“. Dies ist jede Person, die gewerblich Güter veräußert, unabhängig davon, in wessen Name oder auf wessen Rechnung sie handelt. Güterhändler müssen über ein wirksames Risikomanagement verfügen, soweit sie im Rahmen einer Transaktion Barzahlungen ab 10.000 Euro annehmen oder tätigen.

Ferner haben diese Güterhändler besondere interne Sicherungsmaßnahmen und Sorgfaltspflichten bei Transaktionen zu erfüllen. Zu den „Güterhändlern“ gehören auch Edelmetallhändler.

Bei einem Unzenpreis von 1.200 Euro kann man also künftig nicht mehr wie bisher 12 Goldunzen Krügerrand oder ähnliche Anlagemünzen bar kaufen und dabei anonym bleiben, sondern nur noch acht Stück!

Identität des Kunden muss gemeldet werden

Alle Unternehmen, die gewerblich mit Waren handeln, müssen also künftig die Identität des Kunden erfassen, überprüfen und im Verdachtsfall den zuständigen Behörden melden, wenn sie Barzahlungen von mehr als 10.000 Euro annehmen. Als Bargeld gelten auch Zahlungen mittels EC- oder Kreditkarte.

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Transaktion in einem einzigen Vorgang oder in mehreren Vorgängen, zwischen denen eine Verbindung zu bestehen scheint, getätigt wird. Die Verpflichtung zur Identifizierung des Kunden besteht nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb bestehender Geschäftsbeziehungen.

In Zukunft mehr Aufwand für alle

Verbraucher und Händler müssen sich bei Barkäufen von mehr als 10.000 Euro – auch in der Summe mehrerer kleinerer Beträge – auf zusätzlichen bürokratischen Aufwand gefasst machen. So muss der Verkäufer, beispielsweise ein Gebrauchtwagenhändler, Juwelier, Immobilienverkäufer oder Antiquitätenhändler, den Personalausweis des Kunden kopieren und die Kopie mindestens fünf Jahre lang aufbewahren.

2 Comments

eigener Kommentar
  1. 1
    Ganzgeheimer

    Das Bargeldverbot lässt schön grüßen. Der Terrorismus ist dabei durchaus hilfreich. Aufgeklärte Menschen wissen, was dahinter steckt.

  2. 2
    Achim Diergarten

    Der Artikel ist grundsätzlich richtig. Nur in Bezug auf Bezahlungen mit EC- oder Kreditkarte irrt der Autor. Da bei diesen die Spur des Geldes über die jeweils kartenausgebende Stelle nachverfolgt werden kann, was bei Bargeld nicht der Fall ist, fallen tatsächlich nur reine Bargeldzahlungen unter diese Grenze, während bei Kartenzahlungen nichts zu veranlassen ist.

+ Kommentar hinterlassen