Die zehn besten Steuertipps 2016

Die zehn besten Steuertipps 2016

So sparen Sie zum Jahresende noch bares Geld


Nur noch ein paar Wochen, dann steht das Jahr 2017 vor der Tür. Noch haben Sie die Chance und können im alten Jahr kräftig Steuern sparen. Mit ein paar einfachen, ganz legalen Tricks winkt Ihnen mit der Steuererklärung 2016 eine ordentliche Erstattung.

Rien ne va plus – nichts geht mehr?

Null Uhr Mitternacht an Silvester ist es aus und vorbei. Zumindest steuerlich gesehen. Schuld daran ist das so genannte Abflussprinzip – eine DER steuerlichen Leitlinien – besagt, dass Kosten nur in dem Jahr berücksichtigt werden, in dem sie auch bezahlt wurden.

Werden Ausgaben erst im Folgejahr geleistet, dürfen sie auch erst dann in der Steuererklärung auftauchen. Das Prinzip gilt für alle steuermindernden Ausgaben: Werbungskosten, außergewöhnliche Belastungen, Sonderausgaben oder auch Handwerkerleistungen.

Doch gerade diese Zeitspanne bringt Ihnen bei rechtzeitiger Nutzung ein beachtliches Gestaltungspotenzial. Wenn Sie die Zahlung zeitlich geschickt planen, können Sie die im Einkommensteuerrecht geltenden Höchst-, Frei- und Pauschbeträge optimal ausnutzen. Wir helfen Ihnen dabei.

1. Krankheitskosten bündeln

Haben Sie in diesem Jahr schon viel Geld für eine Zahnbehandlung ausgegeben? Dann sollten Sie sich überlegen, vielleicht doch noch vor dem Jahreswechsel die neue Brille zu kaufen. Hatten Sie jedoch in diesem Jahr kaum Ausgaben für Ihre Gesundheit, sollten Sie große Anschaffungen doch lieber auf nächstes Jahr verschieben– damit es sich auch richtig lohnt.

Krankheitskosten mindern als außergewöhnliche Belastung die Steuer. Doch nicht jeder einzelne Euro ist absetzbar. Sondern nur Kosten, die über der persönlichen zumutbaren Eigenbelastung liegen. Je nach Einkommen, Familienstand und Anzahl der Kinder können das mehrere tausend Euro im Jahr sein – und erst ab einem Cent darüber spart man Steuern.

2. Bus und Bahn-Ticket für 2017 kaufenBus und Bahn-Ticket für 2017 kaufen

Sie wollen auch im nächsten Jahr mit den Öffentlichen zur Arbeit pendeln? Wenn Sie das berufliche Jahres-Zugticket für 2017 noch vor dem Jahreswechsel kaufen, können Sie den Kaufpreis in der Steuererklärung 2016 als vorweggenommene Werbungskosten absetzen.

Zusätzlich dazu können Sie im Jahr 2016 die Entfernungspauschale für die Fahrten zur Arbeit beanspruchen, weil in diesem Jahr dann keine Fahrkartenkosten mehr anfallen. Der vorgezogene Kauf einer BahnCard 100 wurde vom Finanzgericht Baden-Württemberg als Werbungskosten anerkannt.

3. Reparaturen noch in 2016

Lohnkosten von Handwerker, Putzhilfe, Gärtner & Co mindern zu 20 Prozent direkt Ihre Steuer. Der Bonus wird jedoch nur dann gewährt, wenn die Leistung im Privathaushalt und gegen Rechnung erbracht wurde und der Auftraggeber den Rechnungsbetrag per Überweisung bezahlt hat. Abzugsfähig sind die Kosten in dem Jahr, in dem die Rechnung beglichen wurde.

Achtung: Wer gegen diese Formalien verstößt, kann die Steuerersparnis vergessen. Handwerkerleistungen dürfen mit max. 6.000 Euro pro Jahr abgesetzt werden – es winkt eine Steuerersparnis von bis zu 1.200 Euro. Bei haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnissen auf Minijobbasis erkennt der Fiskus Lohnkosten von maximal 2.550 Euro pro Jahr an, der Steuerbonus beträgt somit höchstens 510 Euro.

Haushaltsnahe Dienstleistungen und haushaltsnahe sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse können mit maximal 20.000 Euro pro Jahr abgerechnet werden, was eine Steuerersparnis von maximal 4.000 Euro einbringt.

Tipp

Lieber rechnen als Ansatz vergessen: Kurz vor Jahreswechsel sollten Sie unbedingt durchrechnen, ob Sie die gesetzlichen Höchstbeträge für 2016 bereits voll ausgeschöpft haben. Falls noch Abzugspotenzial besteht, sollten Sie Kosten für Handwerker und Haushaltshilfe schnell vorziehen, offene Rechnungen sollten unbedingt noch vor Silvester beglichen werden.

Bei aktuell laufenden Baumaßnahmen, die sich bis ins neue Jahr hinziehen, sollten Sie mit dem Handwerker noch für 2016 eine Abschlagszahlung vereinbaren – und diese auch noch im alten Jahr überweisen.

4. Kosten für den Beruf überschlagen

1.000 Euro Werbungskosten rechnet das Finanzamt automatisch an. Soviel bekommen Sie aber bereits zusammen, wenn Sie mindestens 15 Kilometer zur Arbeit pendeln. Liegen Sie knapp darunter, können Sie mit weiteren Ausgaben Steuern sparen.

Arbeitsmittel wie Computer oder Büromöbel werden bis zu 487,90 Euro sofort anerkannt. Teurere Anschaffungen müssen Sie für die Dauer ihrer Nutzung gemäß der AfA-Tabellen abschreiben.

Download

Die Afa-Tabelle mit den wichtigsten Abschreibedauern können Sie sich hier herunterladen.

5. Spenden helfen Steuern sparen

Spenden helfen Steuern sparenWeihnachtszeit ist Spendenzeit. Mit der Kälte ziehen auch Spendenaufrufe wieder in die Briefkästen des Landes. Doch warum nicht Gutes tun und gleichzeitig Steuern sparen? Wer sich großzügig zeigt, kann den Fiskus an den Kosten beteiligen, denn Zahlungen an gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Organisationen dürfen als Sonderausgaben abgezogen werden.

Spenden und Mitgliedsbeiträge sind bis zu einer Höhe von 20 Prozent Ihrer gesamten Einkünfte als Sonderausgaben abzugsfähig. Spenden bis 200 Euro können dem Finanzamt meist formlos über den Kontoauszug nachgewiesen werden. Bei höheren Beträgen müssen Sie eine Zuwendungsbestätigung mit der Steuererklärung einreichen.

Wichtig

Vorsicht in Fußgängerzonen: Wenn Sie unseriösen Spendensammlern für einen vermeintlich guten Zweck Bargeld in die Hand drücken, rechnet Ihnen das Finanzamt keine müde Mark an.

6. Verlustbescheinigung beantragen

Noch bis zum 15.12. haben Sie die Chance: Lassen Sie sich von Ihrer Bank eine Verlustbescheinigung ausstellen.Das ist dann sinnvoll, wenn Sie mehrere Depots bei mehreren Banken führen und Gewinne bei einer Bank mit Verlusten bei der anderen Bank verrechnen möchten. Diese Verrechnung funktioniert nur über die jährliche Steuererklärung. Mehr Informationen erhalten Sie in unserem Beitrag hier.

Musterschreiben zum Download Wir haben für Sie einen Antrag auf die Ausstellung einer Verlustbescheinigung vorbereitet. Diesen können Sie sich hier herunterladen.

7. Mit dem Partner versöhnen

 Mit dem Partner versöhnenSie leben von Ihrem Ehepartner offiziell getrennt? Dann können Sie die Vorteile des Ehegattensplittings nicht nutzen. Wenn Sie sich jedoch beide versöhnen wollen, sollten Sie das noch in diesem Jahr tun – und auch direkt wieder zusammenziehen.

Denn selbst wenn Sie nur einen Tag in 2016 mit Ihrem Ehepartner zusammengelebt haben, können Sie wieder die Zusammenveranlagung und damit den günstigen Splittingtarif wählen.

8. Geringe Einkünfte in 2017 schon 2016 nutzen

Sie gehen 2017 in den wohlverdienten Ruhestand? Oder erwarten Nachwuchs und bleiben dann erst mal zu Hause? Es gibt viele Gründe, warum man im nächsten Jahr mit weniger Einnahmen rechnet.

Wenn Sie bereits jetzt wissen, dass Ihnen 2017 weniger Geld zur Verfügung steht, sollten Sie steuermindernde Ausgaben vorziehen. Grund: Bei höheren Einkommen wirken sich die Vergünstigungen stärker aus. Daher heißt es noch in 2016 für Sie: Steht ohnehin eine Anschaffung ins Haus, tätigen Sie diese noch in 2016.
Vorziehen können Sie zum Beispiel folgende Kosten:

  • Werbungskosten wie Computer, Schreibtisch oder Fachliteratur
  • Krankheitskosten wie Zahnersatz, Brille oder Hörgerät
  • Kinderbetreuungskosten wie Kindergartenbeträge, Kita oder Tagesmutter
  • Krankenversicherungsbeiträge

Genau anders herum verhält es sich bei Abfindungen wegen Entlassung: So sollten Sie die Ausgleichszahlung ins nächste Jahr verschieben, falls dann eine mehrmonatige Arbeitslosigkeit droht oder Ihre Elternzeit beginnt. Dadurch wird die Zahlung mit einem niedrigeren Satz versteuert.

9. Abfindung planen

Ihnen wurde zum 01. Januar 2017 gekündigt? Wenn Ihnen eine Abfindung in zwei Raten angeboten wurde, gibt es zwei Dinge zu beachten: Normalerweise können Sie eine begünstigte Besteuerung beantragen, wenn Sie die Abfindung in einem Schwung erhalten.

Bei zwei Ratenzahlungen sollte eine Rate max. 10 Prozent gesamten Abfindungssumme betragen. Ansonsten geht Ihnen die Steuervergünstigung verloren.

10. Zulage zur Riester-Rente beantragen

Zulage zur Riester-Rente beantragen

Riestern Sie? Dann sollten Sie daran denken, dass staatliche Zulagen gesondert beantragt werden müssen. Prüfen Sie, ob Sie einen solchen Antrag bereits gestellt haben. Auch Gehaltsänderungen oder andere Änderungen der persönlichen Verhältnisse können relevant sein und sollten angegeben werden.

Wenn Sie jetzt noch einen Riester-Vertrag abschließen, können Sie die Förderprämie für das gesamte Jahr kassieren. Das sind 154 Euro Grundzulage je förderberechtigten Sparer. Zudem gibt es pro Kind  185 Euro, für ab 2008 geborenen Nachwuchs sogar 300 Euro. Junge Berufseinsteiger kassieren obendrauf einen einmaligen Bonus von 200 Euro.

Hinzu kommt meist noch ein Steuervorteil- denn der Fiskus erstattet die Differenz, wenn die Steuervorteile höher sind als die baren Zulagen. Gefördert werden dabei maximal 2100 Euro an Riester-Beiträgen, die Zulagen sind per Dauerantrag einmalig zu beantragen.

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