Dienstzimmer eines Försters

Dienstzimmer eines Försters

Mindert die Steuer


Oft mietet der Arbeitgeber ein externes Arbeitszimmer im Haus seines Mitarbeiters an, um es dann seinem Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen. Meist zahlt der Chef dann eine Mietentschädigung. Doch muss diese versteuert werden? Und was ist mit den Ausgaben?

Zimmer an den Chef vermietet

Die Mietzahlungen des Arbeitgebers gehören beim Mitarbeiter zu den steuerpflichtigen Einnahmen aus Vermietung. Die Kosten für das Arbeitszimmer hingegen sind in voller Höhe als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung absetzbar.

In diesem Fall handelt es sich nicht um ein „häusliches Arbeitszimmer“, sondern um ein (externes) „Büro des Arbeitgebers“. Auch wenn kein Mietvertrag abgeschlossen wurde, kann das Arbeitszimmer als „Büro des Arbeitgebers“ angesehen werden, beispielsweise bei einem Revierförster. Dann aber sind die Kosten in unbegrenzter Höhe als Werbungskosten bei den Arbeitseinkünften absetzbar.

Kosten unbegrenzt absetzbar

Nun hat das Finanzgericht Köln das Arbeits- bzw. Dienstzimmer im Haus eines Försters als „Büro des Arbeitgebers“ beurteilt und die Kosten in unbegrenzter Höhe als Werbungskosten anerkannt.

Die Forstbehörde legte besonderen Wert darauf, dass der Förster in der Nähe seines Betreuungsreviers wohnte und in seinem Wohnhaus ein Dienstzimmer einrichtete. Dafür stellte sie die technische Büroausstattung zur Verfügung und zahlte dem Förster eine geringe steuerfreie Nutzungsentschädigung.

„Wenn der Arbeitgeber in dieser Weise Kosten für ein in seinem Interesse unterhaltenes Dienstzimmer auf den Arbeitnehmer verlagert, ist es nur folgerichtig, dem Arbeitnehmer die Möglichkeit zuzubilligen, diese Kosten seines Arbeitgebers ohne Einschränkung einkünftemindernd geltend zu machen“ (Urteil des Finanzgerichts Köln, Aktenzeichen 7 K 3561/10).

Gehört zum Arbeitsverhältnis

Hier erfolgt der Werbungskostenabzug – anders als im Normalfall der Vermietung – nicht im Rahmen der Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, sondern bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit.

Eine neben dem Arbeitsverhältnis gesondert bestehende Rechtsbeziehung ist nicht erkennbar. Auch besteht keine Notwendigkeit, eine solche zu konstruieren, weil der Überschuss der Kosten für das Arbeitszimmer über die dafür erhaltene Zahlung des Arbeitgebers durch das Dienstverhältnis veranlasst ist.

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