Doppelte Haushaltsführung: Möbel absetzen

Doppelte Haushaltsführung: Möbel absetzen

Gilt der Höchstbetrag von 1.000 Euro?


Bei einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung können Sie Steuern sparen: hier sind auch die Unterkunftskosten bzw. die Kosten der Zweitwohnung als Werbungskosten absetzbar. Alternativ können Sie sich diese von Ihrem Arbeitgeber steuerfrei erstattet lassen.

Nur nachgewiesene Kosten können Sie absetzen

Die Besonderheit bei Kosten aus der doppelten Haushaltsführung: Anerkannt werden stets nur nachgewiesene Kosten, keine Pauschbeträge. Bei doppelter Haushaltsführung sind für die Wohnung die tatsächlichen Aufwendungen gegen Nachweis bis zum Höchstbetrag von 1.000 Euro pro Monat absetzbar.

Höchstens 1.000 Euro im Monat

Der Höchstbetrag von 1.000 Euro pro Monat umfasst alle für die Zweitwohnung am Beschäftigungsort entstehenden Aufwendungen. Voraussetzung ist,  dass der Arbeitnehmer diese Kosten selbst trägt. Hierzu gehören insbesondere

  • Miete inklusive Nebenkosten
  • Reinigung und Pflege der Wohnung
  • Rundfunkbeitrag
  • Renovierungskosten
  • Miete für einen Kfz-Stellplatz.

Gilt für Einrichtungskosten der Höchstbetrag?

Ginge es nach dem Finanzamt, sollen in dem Höchstbetrag für die doppelte Haushaltsführung auch die Kosten für notwendige Hausrats- und Einrichtungsgegenstände abgegolten sein – gegebenenfalls in Form der Abschreibung (BMF-Schreiben vom 24.10.2014, Teilziffer 104).

Doch nun hat das Finanzgericht Düsseldorf positiv im Sinne der Steuerzahler entschieden! Kosten für die notwendige Einrichtung der Zweitwohnung bei einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung gehören nicht zu den Unterkunftskosten, deren Abzug auf 1.000 Euro im Monat begrenzt ist (Aktenzeichen 13 K 1216/16 E).

Finanzrichter sehen keinen Grund für begrenzten Kostenabzug

Nach Auffassung der Finanzrichter werden Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände und Hausrat der Wohnung vom Höchstbetrag bei der doppelten Haushaltsführung nicht erfasst. Dem Wortlaut des Gesetzes lasse sich keine Begrenzung des Abzugs derartiger Aufwendungen entnehmen.

Eine solche ergebe sich auch nicht aus teleologischen und historischen Erwägungen. Gesetzgeberisches Ziel der Neuregelung sei es, nur die Kosten für die Zweitwohnung auf 1.000 Euro monatlich zu begrenzen, nicht hingegen sonstige notwendige Aufwendungen.

Steuertipp: Das sollten Sie jetzt tun

Da diese Frage bisher noch nicht höchstrichterlich geklärt ist, wird der BFH dazu nun die Gelegenheit haben. Falls Sie betroffen sind, machen Sie unbedingt die Kosten für notwendige Hausrats- und Einrichtungsgegenstände für ihre Zweitwohnung zusätzlich zum Höchstbetrag von 1.000 Euro geltend. Verweigert das Finanzamt Ihnen die Anerkennung, legen Sie Einspruch gegen den Steuerbescheid ein. Verweisen Sie dabei auf das anhängige Verfahren und beantragen das Ruhenlassen.

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