Ehrenamt: Arbeit im Verein lohnt sich

Ehrenamt: Arbeit im Verein lohnt sich

Gutes tun und Steuern sparen


Die Deutschen sind Vereinsmeier: Jeder Dritte übt ein Ehrenamt in sozialen oder kirchlichen Einrichtungen aus. Dies wird auch vom Staat unterstützt.

Der Profit steht hierbei nicht im Vordergrund, sondern persönliches Engagement. Doch auch für die Tätigkeit im Verein erhält man Entschädigungen- wenn auch nur in Form eines kleinen Taschengeldes: der Aufwandsentschädigung. Und die ist teilweise steuerfrei.

Förderung fürs Ehrenamt

Wie wird die Tätigkeit im Verein steuerlich unterstützt? Konstantin Wetzel hat die wichtigsten Infos:

Welche Tätigkeiten sind begünstigt?

Die Tätigkeit im Verein muss einem mildtätigen, gemeinnützigen oder kirchlichen Zweck dienen. Dieser Zweck muss vom Vorstand in der Satzung des Vereins festgeschrieben sein. Wirtschaftliche Zwecke sind außen vor, da diese die Gemeinnützigkeit ausschließen.

Die größten Tätigkeitsfelder des Ehrenamts findet sich in folgenden Bereichen:

  • Sport
  • Musik
  • Kultur
  • Soziale Arbeit
  • Freizeit
  • Gesundheit
  • Kindergarten
  • Schule
  • Bildungsarbeit
  • Tierschutz
  • Naturschutz
  • Umweltschutz
  • Kirche
  • Politik
  • Rettungsdienste
  • Wirtschaftliche Selbsthilfe

Übungsleiterpauschale: 2.400 Euro steuerfrei

Übungsleiter dürfen vom Verein steuerlich günstig honoriert werden. Pro Person und Jahr können so 2.400 Euro steuer- und sozialabgabenfrei hinzuverdient werden. Den diesen Freibetrag übersteigenden Teil muss versteuert werden. Die Vergünstigung gibt es auch für:

  • Ausbildungsleiter
  • Erzieher
  • Betreuer
  • künstlerische Tätigkeiten
  • Pflege behinderter, kranker oder alter Menschen

Die Tätigkeit muss im Dienst oder Auftrag einer öffentlichen oder öffentlich-rechtlichen Institution, eines gemeinnützigen Vereins, einer Kirche oder vergleichbaren Einrichtung zur Förderung gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke ausgeübt werden.

Voraussetzung ist zudem, dass die Tätigkeit nebenberuflich ausgeübt wird. Bezogen auf das Kalenderjahr darf die Tätigkeit nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit eines vergleichbaren Vollzeiterwerbs in Anspruch nehmen. Dabei muss der Hauptberuf keine bezahlte Arbeit im Sinne des Steuerrechts sein. Die Ehrenamtspauschale können also auch als Hausfrau, Student, Arbeitsloser oder Rentner geltend machen.

Tipp

Die besten Infos rund um Ihre Tätigkeit im Verein gibts bei meinverein.de.

Ehrenamtspauschale: 720 Euro jährlich steuerfrei

Nicht nur Trainer können steuerlich profitieren. Neben der Übungsleiterpauschale gibt es noch die Ehrenamtspauschale. Jeder Ehrenamtliche darf jährlich bis zu 720 Euro steuerfrei einnehmen. Sozialversicherungsbeiträge müssen darauf ebenfalls nicht gezahlt werden. Verdienen sie mehr, fallen jedoch wieder Steuern und Sozialabgaben an. Wie auch bei der Übungsleiterpauschale darf die Tätigkeit nur nebenberuflich ausgeübt werden.

Welche Tätigkeiten im Verein sind begünstigt?

Die ehrenamtliche Tätigkeit muss im ideellen Bereich des Vereins ausgeübt werden, also bei der Vereinsarbeit oder einem Zweckbetrieb. Darunter fallen Mahlzeitendienste, Alten- und Pflegeheime, Religionsgemeinschaften, Jugendherbergen oder Behindertenwerkstätten, sowie folgende Tätigkeiten:

  • Betreuer
  • Schiedsrichter
  • Fahrer
  • Vorsitzender
  • Schatzmeister
  • Jugendleiter
  • Schreibkraft in der Geschäftsstelle
  • Hausmeister
  • Platzwart
  • Gerätewart
  • Reinigungskraft

Die Ehrenamtspauschale entfällt bei Tätigkeiten, die dem wirtschaftlichen Nutzen des Vereines dienen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • das Kassieren von Eintrittsgeldern für Veranstaltungen des Vereins
  • der Verkauf von Lebensmitteln während dem Vereinsfest
  • das Anwerben von Werbesponsoren

Tipp

Spenden Sie als Übungsleiter gegen Quittung 2.400 Euro. Im Gegenzug erhalten Sie die Pauschale in Höhe von ebenfalls 2.400 Euro. Macht unter dem Strich eine Steuerersparnis von bis zu 40 Prozent auf den gespendeten Betrag.

2 Comments

eigener Kommentar

+ Kommentar hinterlassen