Bogen rund

Einbau eines Fahrstuhls

Krankheitskosten jetzt abzugsfähig


Kosten für den Einbau eines Fahrstuhls in das eigene Haus wurden bisher nicht als außergewöhnliche Belastungen anerkannt. Doch nun bringt ein neues Urteil die Wende.

Auch Vorteile für Nichtbehinderte

Nicht anerkannt wurde auch ein Aufzugsturm, der an das bestehende Gebäude angebaut wurde. Begründung: eine solche Baumaßnahme sei auch für Nichtbehinderte von Vorteil und würde daher zu einer Werterhöhung des Gebäudes führen.

Doch nach neuerer BFH-Rechtsprechung spielt die Frage des Gegenwertes und des marktgängigen Vorteils jetzt keine wesentliche Rolle mehr (Aktenzeichen VI R 7/09).

Abzug als außergewöhnliche Belastung

Nun hat das Finanzgericht Köln die Kosten für den Einbau eines Fahrstuhls in Höhe von 65.000 Euro als außergewöhnliche Belastungen anerkannt, weil der Einbau eines kostengünstigeren Treppenliftes aus technischen Gründen nicht möglich war (Aktenzeichen 14 K 2517/12).

65.000 Euro angemessen

Auch bei Kosten von 65.000 Euro für einen Fahrstuhl liegt kein Missverhältnis zwischen erforderlichem und tatsächlichem Aufwand vor. Die Kosten seien angemessen; insbesondere dann, wenn der Einbau eines kostengünstigeren Treppenlifts aus technischen Gründen nicht möglich war.

Kein Attest nötig

Der Fahrstuhl stellt ein “medizinisches Hilfsmittel im engeren Sinne” dar, das ausschließlich von Kranken oder Behinderten angeschafft werde, um ihr Leiden zu lindern. Bei solchen Gegenständen muss nicht vor der Anschaffung ein amtsärztliches Attest eingeholt werden, denn hier kommen nicht die strengen gesetzlichen Anforderungen zur Anwendung (Urteil des BFH, Aktenzeichen VI R 61/12).

Wichtig

Der volle Abzug im Jahr der Zahlung kann allerdings ins Leere laufen, wenn die außergewöhnlichen Belastungen höher sind als der Gesamtbetrag der Einkünfte, von dem sie abgezogen werden sollen. So bringt die steuerliche Absetzbarkeit nicht den gewünschten Entlastungseffekt.

Für diesen Fall hat der Bundesfinanzhof eine Billigkeitsregelung angeregt: Betroffene sollten die Möglichkeit haben, die hohen Kosten auf mehrere Jahre zu verteilen (Aktenzeichen VI R 7/09).

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