Einspruchsempfehlung Juli 2018

Einspruchsempfehlung Juli 2018

Kein privates Veräußerungsgeschäft beim Arbeitszimmer


Wer eine Immobilie innerhalb von zehn Jahren mit Gewinn verkauft, muss den Veräußerungsgewinn im Rahmen eines privaten Veräußerungsgeschäftes versteuern. Eine Ausnahme gibt es nur für den selbstgenutzten Wohnraum. Danach sind von der Besteuerung Immobilien ausgenommen, die im Zeitraum zwischen Anschaffung oder Fertigstellung und Veräußerung einschließlich zu eigenen Wohnzwecken oder im Jahr der Veräußerung und den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden.

Besteuerung Home-Office

Bisher zeigte sich die Finanzverwaltung in der Auslegung dieser Besteuerungsausnahmen sehr kleinlich. So wollte der Fiskus das häusliche Arbeitszimmer nicht unter die Besteuerungsausnahmen fallen lassen, da es sich insoweit nicht um einen Raum handele der zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird.

Wer daher innerhalb von zehn Jahren die eigengenutzte Immobilie inklusive Arbeitszimmer verkaufte, musste zwar den Gewinn der auf die zu Wohnzwecken genutzten Räume entfiel nicht versteuern, sollte aber einen anteiligen Veräußerungsgewinn mit Blick auf das Arbeitszimmer der Besteuerung unterwerfen.

Streitfrage Arbeitszimmer

Erfreulicherweise widersprach aktuell das FG Köln mit Urteil vom 20.3.2018 (Az: 8 K 1160/15) dieser fiskalischen Sichtweise. Aufgrund der erstinstanzlichen Entscheidung führt ein häusliches Arbeitszimmer nicht zu einer anteiligen Besteuerung des Veräußerungsgewinns. Das Arbeitszimmer ist nämlich in den privaten Wohnbereich integriert und stellt kein selbstständiges Wirtschaftsgut dar. Nach Meinung des FG Köln stünde eine Besteuerung auch im Wertungswiderspruch zum generellen Abzugsverbot von Kosten für das häusliche Arbeitszimmer.

Leider hat sich der Fiskus mit dieser erstinstanzlichen Entscheidung nicht zufrieden gegeben und Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt. Betroffene sollten sich daher auf das Musterverfahren unter dem oben genannten Aktenzeichen berufen.

Sind auch Sie betroffen?

Dann sollten Sie mit Verweis auf das anhängige Verfahren Einspruch einlegen.

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