Einspruchsempfehlung September 2018

Einspruchsempfehlung September 2018

Unternehmer mit privat mitgenutztem Firmenwagen


Jeder Unternehmer kennt das Problem: Wird der Firmenwagen auch für Privatfahrten genutzt, müssen diese auch versteuert werden. Dies geschieht entweder über die pauschale Ein-Prozent-Regelung oder mittels eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuchs. Sofern die Fahrtenbuchmethode Anwendung findet wird anhand der gefahrenen Kilometer das prozentuale Verhältnis der Privatfahrten ermittelt. Der so ermittelte Prozentsatz der Privatfahrten wird dann auf sämtliche Kosten des Firmenwagens angewendet und das Ergebnis daraus muss als private Nutzungsentnahme versteuert werden. Unter dem Strich haben sich so die Kfz Kosten, die für Privatfahrten aufgewendet wurden, nicht steuermindernd ausgewirkt.

Anschaffungskosten nicht komplett abziehbar

Dies gilt auch für die Anschaffungskosten des Firmenwagens. Diese werden mittels der Abschreibung über die Nutzungsdauer verteilt. Da auch auf die Abschreibung der Prozentsatz der Privatfahrten angewendet wird, führt dies im Endeffekt dazu, dass sich die Anschaffungskosten des Firmenwagens niemals komplett steuermindernd auswirken.

Im Gegenzug muss jedoch der Veräußerungspreis eines Firmenwagens immer voll besteuert werden. Gerechter wäre es hingegen, wenn lediglich der Teil des Veräußerungspreises zur Besteuerung herangezogen werden würde, der auf den betrieblichen Nutzungsanteil entfällt. Hinsichtlich des privaten Nutzungsanteils haben sich immerhin ja auch keine Betriebsausgaben ausgewirkt.

Anhängige Streitfrage

Aktuell muss daher der Bundesfinanzhof in München als oberstes Finanzgericht der Republik klären, ob diese Ungleichbehandlung zwischen Anschaffungskosten und Veräußerungspreis eines Firmenwagens rechtens sein kann. Konkret gilt es daher folgende Rechtsfrage zu beantworten: Ist im Rahmen der Gewinnermittlung nach Einnahme-Überschuss-Rechnung der Erlös aus der Veräußerung eines im Betriebsvermögen befindlichen Pkw, der aber nur zu 25 % betrieblich genutzt wurde, sodass sich die Abschreibungsbeträge in der Vergangenheit wegen der privaten Nutzungsentnahme ebenfalls nur in dieser Höhe steuerlich ausgewirkt haben, in voller Höhe der Besteuerung zugrunde zu legen?

Betroffene, bei denen das Finanzamt ebenfalls in einem entsprechenden Fall den vollen Veräußerungspreis besteuern möchte, sollten sich an das Musterverfahren anhängen.

Sind auch Sie betroffen?

Dann sollten Sie mit Verweis auf das anhängige Verfahren Einspruch einlegen.

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