Einstand und Ausstand

Einstand und Ausstand

Das Finanzamt feiert mit


Happy Birthday. 25jähriges Dienstjubiläum oder Beförderung. Normalerweise sind Aufwendungen für die Bewirtung anlässlich persönlicher Ereignisse steuerlich nicht absetzbar.

Dies galt bisher auch bei Einstand und Ausstand. Weil in diesen Fällen die Bewirtungskosten der persönlichen Repräsentation dienen, sind sie privat veranlasst und keine Werbungskosten. Denn es handelt sich um „Aufwendungen für die Lebensführung, die die wirtschaftliche oder gesellschaftliche Stellung mit sich bringt, auch wenn sie zur Förderung des Berufs oder der Tätigkeit erfolgen“.

Eine erfreuliche Nachricht gibt es jetzt vom Finanzgericht München. Dieses hat die Bewirtungskosten beim Ausstand als Werbungskosten anerkannt. Ebenfalls anerkannt wurden die Kosten für eine Weihnachtsfeier für die Mitarbeiter an der neuen Arbeitsstelle, die gleichzeitig als Einstand gedacht war. Dies soll dann gelten, wenn kein privater Charakter erkennbar ist, also ausschließlich Berufskollegen, Mitarbeiter und ggf. Geschäftspartner bewirtet werden (FG München vom 21.7.2009, 6 K 2907/08).

Die Finanzrichter wiesen die Ansicht des Finanzamtes zurück und betonen ausdrücklich, dass „die Bewirtungsanlässe Einstand und Ausstand dem beruflichen Bereich zuzuordnen sind, denn eine Versetzung ist maßgeblich durch die berufliche Tätigkeit veranlasst“. Auch wenn der Grund für die Abschiedsfeier direkt mit der Person zusammenhing, so folge daraus keine private Veranlassung.

Erst kürzlich hatte das Finanzgericht Hamburg die Bewirtungskosten anlässlich der Verabschiedung in den Ruhestand als Werbungskosten anerkannt – also ebenfalls eine Art Ausstand. Die Richter begründeten dies damit, dass der Abschied in den Ruhestand zwar ein persönliches Ereignis sei, doch er sei in erster Linie der letzte Akt der Berufstätigkeit und damit beruflich veranlasst (FG Hamburg vom 24.6.2009, EFG 2009 S. 1633).

Tipp: Die Kosten sind bei Bewirtung von Berufskollegen und Mitarbeitern nicht – wie bei Bewirtung von Geschäftspartnern – bloß zu 70 Prozent absetzbar, sondern in tatsächlich entstandener Höhe. Dies wiederum bedeutet gleichzeitig, dass die strengen Nachweisvorschriften mittels förmlichen Bewirtungsbelegs nicht gelten. Die Rechnung des Cateringservice genügt.

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