Eintritt frei. Bitte spenden.

Freiwillige Eintrittsgelder steuerfrei?


Viele Vereine oder politische Parteien veranstalten Konzerte. Statt Eintritt bitten Sie dabei um “freiwillige Spenden”. Nicht ohne Grund: Der Veranstalter will damit einen Geschäftsbetrieb umgehen und einen steuerbegünstigten Zweckbetrieb schaffen. Während auf reguläre Eintrittsgelder Umsatzsteuer anfällt, bleiben freiwillige Spenden für den Veranstalter völlig steuerfrei. Aber ist das einfach so möglich?

Der entschiedene Fall

Eine Partei veranstaltet ein Rockkonzert. Die Musik richtet sich vor allem an junge Leute. In den Pausen werden politische Reden gehalten. Von den Besuchern verlangt der Veranstalter eine “Spende” in Höhe von 15 Euro.

Nun hat das Finanzgericht Thüringen Eintrittsspenden nicht als Spenden anerkannt (Aktenzeichen 1 K 743/12). Veranstalter können grundsätzlich mit freiem Eintritt zum Spenden aufrufen. Im entschiedenen Fall sprechen eine Reihe von Kriterien gegen eine steuerfreie Spende:

  • Es wurde nicht eigens für Spenden geworben. Es wurden auch keine Spendenbescheinigungen angeboten.
  • Die Besucher haben die “freiwillige Spende” als Eintrittsgeld verstanden, das der Veranstalter für den Besuch eines Konzertes erhoben hat.
  • Die Besuchern wussten nicht, für welche Zwecke sie eine Spende leisten sollten. Wissen Besucher nicht, für was sie spenden sollten, kann von einer Spende keine Rede sein.
  • Teilnehmer, die nicht gezahlt hatten, hatten keinen Einlass. Besucher, die nicht zahlen wollten, wurden abgewiesen.
  • Offensichtlich bezahlten alle Besucher den gleichen Betrag.

Grundsätzlich werden so genannte Eintrittsspenden, denen ein Entgeltcharakter zukommt, steuerlich nicht als Spende anerkannt. Diesen Zahlungen fehlt es an der erforderlichen Uneigennützigkeit (Aktenzeichen XI R 6/03).

Zusätzliches Spenden erlaubt

Spenden bei Veranstaltungen, für die die Veranstalter üblicherweise Eintritt nehmen, sind zulässig.  Zutritt zur Veranstaltung und die Spendensammlung dürfen dabei jedoch nicht verbunden werden. Keinesfalls dürfen die Veranstalter um einen festen Betrag bitten. Weiterhin muss der Eintritt auch für die Besucher möglich sein, die nicht spenden.

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