Was junge Eltern wissen müssen

Was junge Eltern wissen müssen

Elterngeld & Co.


Eltern können einen Zuschuss von bis zu 1.800 Euro im Monat bekommen. Doch gibt es nicht immer den kalkulierten Betrag, und der Fiskus will auch seinen Anteil.

Für die seit dem 1.1.2007 geborenen Kinder erhalten Väter oder Mütter einen an ihrem individuellen Einkommen orientierten Ausgleich für finanzielle Einschränkungen für die Dauer von bis zu 14 Monaten. Das Elterngeld erhält jeder betreuende Elternteil, der seine Erwerbstätigkeit unterbricht oder reduziert.

>Wer allerdings mehr als 30 Stunden arbeiten geht, hat keinen Anspruch auf Förderung. Doch auch die Steuer redet bei der neuen Förderung mit. Denn die Höhe des Elterngeldes nimmt Bezug auf das Nettoeinkommen, also Einnahmen minus Steuer. Zudem unterliegt die Förderung dem Progressionsvorbehalt, erhöht also den Steuersatz für die übrigen Einkünfte des Elternteils und bei Ehepaaren auch die des Partners.

In den drei Jahren seit Einführung der staatlichen Zuschüsse mussten sich die Gerichte oft mit den Regelungen befassen. Die Entscheidungen fielen dabei oftmals zugunsten der Eltern aus. Darüber hinaus gab es bereits erste gesetzliche Korrekturen.

1. Die Voraussetzungen für den staatlichen Zuschuss

Anspruch auf Elterngeld haben grundsätzlich Mütter und Väter, die ihre Kinder nach der Geburt selbst betreuen und erziehen, nicht mehr als 30 Stunden in der Woche erwerbstätig sind und mit ihren Kindern in einem Haushalt leben. Nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) gibt es seit 2007 ein einkommensabhängiges Elterngeld. Dieses ersetzte damals das vorherige Erziehungsgeld, das nur Bedürftige bekamen. Der Kreis der Anspruchberechtigten für das Elterngeld umfasst hingegen

  • Erwerbstätige, Beamte, Selbstständige,
  • erwerbslose Elternteile, Studierende und Auszubildende,
  • Adoptiv-Eltern und Verwandte dritten Grades, wenn die Eltern die Betreuung z.B. wegen schwerer Krankheit nicht sicherstellen können,
  • Großeltern, wenn das eigene Kind unter 18 ist oder sich in Ausbildung befindet, sowie
  • Ehe- oder Lebenspartner, die das Kind nach der Geburt betreuen, auch wenn es nicht ihr eigenes ist.

Das Elterngeld ist also allen Eltern garantiert, auch wenn sie vor der Geburt nicht berufstätig waren

Wichtig

Staatsangehörige von Mitgliedstaaten der EU und der Schweiz haben ebenso wie Deutsche nach dem Recht der EU in der Regel dann einen Anspruch auf Elterngeld, wenn sie in Deutschland erwerbstätig sind oder in Deutschland wohnen. Andere Ausländerinnen und Ausländer haben einen Anspruch, wenn ihr Aufenthalt in Deutschland nach der Art ihres Aufenthaltstitels und ihres Zugangs zum Arbeitsmarkt voraussichtlich dauerhaft ist. Kein Elterngeld erhalten ausländische Eltern, die eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Ausbildung oder in Verbindung mit einer Arbeitserlaubnis nur für einen Höchstzeitraum besitzen.

2. Die Höhe der staatlichen Zahlung

Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach dem entfallenden Nettoeinkommen in den zwölf Kalendermonaten vor dem Monat der Geburt des Kindes und beträgt 67 Prozent hiervon, höchstens 1.800 Euro (65 Prozent von maximal 2.700 Euro Einkommen). Das Elterngeld beträgt für nicht erwerbstätige Elternteile mindestens 300 Euro monatlich. Bei Geringverdienern mit Einkommen unter 1.000 Euro erhöht sich der Prozentsatz sogar noch auf bis zu 100 Prozent und damit zu einem vollen Ersatz für den bisherigen Lohn.

Bei einer Geburt von Zwillingen erhöht sich das Elterngeld für das zweite Kind pauschal um 300 Euro und bei Drillingen um weitere 300 Euro. Bei Mehrlingsgeburten übersteigt das Elterngeld insoweit den Höchstbetrag von 1.800 Euro.

Einen Geschwisterbonus gibt es, wenn neben dem neuen Kind mindestens ein Geschwisterkind unter 3 Jahren oder zwei Geschwisterkinder unter 6 Jahren vorhanden sind. Der Geschwisterbonus beträgt 10 % des Elterngeldes, jedoch mindestens 75 Euro.

Das Elterngeld wird an Vater und Mutter für maximal 14 Monate gezahlt, beide können den Zeitraum frei untereinander aufteilen. Ein Elternteil kann höchstens zwölf Monate allein nehmen, zwei weitere Monate sind als Option für den anderen Partner reserviert. Ein Elternteil kann mindestens für zwei Monate (Mindestbezugszeit) Elterngeld beanspruchen.

Zwei Monate der maximalen Unterstützung von 14 Monaten sind an die Bedingung geknüpft, dass auch der jeweils andere Partner einmal die Betreuung übernimmt (sog. Vaterkomponente). Dabei muss jeder Elternteil mindestens zwei Monate Urlaub nehmen oder für diesen Zeitraum unterhalb der schädlichen Wochenarbeitszeit liegen. In einem solchen Fall wird das Elterngeld für weitere zwei Monate gewährt.

Bis zum 14. Lebensmonat des Kindes gibt es somit Förderung. Es kann zum Beispiel:

  • erst einer der Partner die vollen zwölf Monatsbeträge, dann der andere die zwei weiteren Monatsbeträge nehmen,
  • beide Partner können die Monatsbeträge auch gleichzeitig ausgezahlt bekommen, dann reduziert sich aber die Zeit der Inanspruchnahme entsprechend. Wenn also beide Eltern zum Beispiel in den ersten sieben Monaten Elterngeld gleichzeitig beziehen, sind die Beträge für 14 Monate verbraucht.

Wichtig

Alleinerziehende, bei denen sich für zwei Bezugsmonate das Erwerbseinkommen mindert, können allein bis zu 14 Monate Elterngeld erhalten. Bedingung ist, dass das Kind nur bei dem Elternteil in der Wohnung lebt, dem auch die elterliche Sorge oder zumindest das Aufenthaltsbestimmungsrecht allein zusteht. Bei gemeinsamer Wohnung der Eltern sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt.

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