Erlass der Kirchensteuer

Erlass der Kirchensteuer

Wann erhalten Sie den Steuervorteil?


Wechseln Sie Ihren Arbeitgeber und erwarten eine Abfindung? Oder verkaufen Sie Ihren Betrieb oder Mitunternehmeranteil? Für Kirchenmitglieder gibt es eine Steuervergünstigung, die nicht an die große Glocke gehängt wird – der Erlass der hälftigen Kirchensteuer.

Antrag spart bares Geld

Um die halbe Steuer zu sparen, stellen Sie einen Antrag  auf Erlass beim Kirchensteueramt. Auch wenn es diese Praxis schon seit Jahren gibt, so klappt der Erlass leider nicht automatisch: Immer wieder weigern sich einzelne Kirchengemeinden, die Steuer zu erlassen. Je nach Einzelfall müssen gar persönliche „Billigkeitsgründe“ vorliegen, d.h. die Steuer ungerecht oder unangemessen sein.

 Kirchenaustritt: Frühzeitig planen

Noch besser als der hälftige Erlass ist die völlige Vermeidung der Kirchensteuer. Hier gibt es aber nur eine Möglichkeit: Aus der Kirche austreten. Bei diesem Gang sollten Sie unbedingt Folgendes bedenken: Nur wenn Sie vor dem Jahr, in dem Sie Abfindung erhalten, aus der Kirche austreten, fällt keine Kirchensteuer auf die Abfindung an.

Monatliche Kürzung

Falls Sie im Jahr vor Erhalt der Abfindung aus der Kirche austreten, ist für dieses Jahr noch teilweise Kirchensteuer zu zahlen – und damit auch für die Abfindung. Denn die Basis für die Höhe der Steuer ist das Jahreseinkommen. Davon wird die Kirchensteuer berechnet: für jeden Monat, in dem die Kirchensteuerpflicht bestand, ein Zwölftel.

Achtung

Sind Sie im Jahr vor Erhalt der Abfindung aus der Kirche austreten? Dann ist für die anteilige Kirchensteuer ein Erlassantrag vermutlich zwecklos. Nach neuesten Urteilen ist die Kirche gegenüber ausgetretenen Kirchenmitgliedern nicht verpflichtet, einen Teilerlass zu gewähren. Der Zweck des Erlasses liege darin, die Beziehungen zwischen Steuerpflichtigen und Kirche zu festigen. Bei ausgeschiedenen Kirchenmitgliedern hätten Kirchen jedoch keinen sachlichen Grund mehr, die Steuerermäßigung zu gewähren (Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes, Aktenzeichen 9 C 12.02).

Kirche muss Steuer nicht erlassen

Nun hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof bestätigt, dass die Kirche bei ausgetretenen Kirchenmitgliedern die Kirchensteuer, die wegen der Zwölftelregelung nur für einen Teil des Jahres berechnet wurde, nicht teilweise erlassen muss. Da hilft auch der Einwand nichts, dass die Abfindung erst nach dem Kirchenaustritt zugeflossen sei (Urteil des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes, Aktenzeichen 5 A 1082/23.Z.).

Tipp: Ist absehbar, dass Sie im kommenden Jahr wegen Entlassung eine Abfindung erhalte? Oder veräußern Sie Ihren Betrieb oder Anteil am Unternehmen? Dann verlangen Sie von Ihrem zuständigen Kirchensteueramt schriftlich eine verbindliche Auskunft, ob Sie mit dem hälftigen Erlass der Kirchensteuer rechnen dürfen. Wird Ihnen eine positive Zusage verweigert, ist ein Austritt prüfenswert. Im Jahr nach der Zahlung könnten Sie wiederum einen Eintritt in die Kirche nachdenken.

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