Esstisch im Arbeitszimmer

Esstisch im Arbeitszimmer

Kein steuerlicher Abzug


Muss es denn immer ein Schreibtisch sein? Manch einer nutzt lieber den Esstisch für seine Arbeit am Computer. Doch Vorsicht: Der Fiskus sieht das gar nicht gern.

Nun hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz entschieden, dass ein Esszimmertisch mit sechs Stühlen nicht als „Büroeinrichtung“ steuerlich absetzbar ist. Und das, obwohl der Selbstständige den Tisch auch für betriebliche Arbeiten und vereinzelte Besprechungen mit Kunden nutzte (Aktenzeichen 6 K 1996/14).

Esstischgruppe für 10.000 Euro

Ein Unternehmer, tätig in der gewerblichen Bauleitung, erwarb einen schicken Esszimmertisch aus Nussbaum. Nicht fehlend durften dabei sechs weiße Lederstühle – Das alles zu einem stolzen Preis von rund 10. 000 Euro. Die Möbel wurden in dem zum Wohnzimmer hin offenen Esszimmer aufgestellt.

Der Selbstständige erläuterte, er sei auf den Tisch und die Stühle angewiesen. Denn nur dort könne er Pläne und Akten bearbeiten und Besprechungen abhalten. Sein Büro und sein Schreibtisch seien dafür zu klein. Die Essgruppe werde zu mindestens 3/7 beruflich und nur am Wochenende auch privat genutzt. Doch das Finanzamt lehnte es ab, die Anschaffungskosten als Betriebsausgaben anzuerkennen und die gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer zu erstatten. Das ließ sich der Mann nicht bieten und zog vor Gericht.

Berufliche Nutzung zu gering

Nach Auffassung der Richter dienen die Möbel der Einrichtung eines privaten Raumes. Daher können sie nicht wie Gegenstände behandelt werden, die ihrer Art nach sowohl für eine unternehmerische als auch eine private Nutzung geeignet und bestimmt sind.

Bei Berechnung der privaten und betrieblichen Nutzungsanteile müssen auch die Zeiten der „Nicht-Nutzung“ berücksichtigt werden, denn auch während dieser Zeit dient der Tisch nebst Stühlen der Einrichtung des Esszimmers und damit einem privaten Zweck. Die unternehmerische Nutzung betrage daher nur 2,9 Prozent und nicht – wie für eine steuerliche Berücksichtigung erforderlich – mindestens 10 Prozent.

Auch die Höhe der Kosten lasse darauf schließen, dass der Unternehmer den privaten Essbereich nach seinem Geschmack habe möblieren wollen und dass nicht nur Zweckmäßigkeitsgesichtspunkte maßgeblich gewesen seien.

Möbel als Arbeitsmittel

Einrichtungsgegenstände, die beruflich genutzt werden, sind Arbeitsmittel. Vorteil: sie sind immer in voller Höhe absetzbar-  zusätzlich zum Höchstbetrag von 1. 250 Euro für das Arbeitszimmer, ggf. im Wege der Abschreibung. Die Kosten sind auch dann abziehbar, wenn das Arbeitszimmer selbst nicht anerkannt wird. Dies betrifft vor allem Schreibtisch, Schreibtischstuhl, Bücherregal, Bücherschrank, Beistelltisch, Computertisch.

Der Kaufpreis kann grundsätzlich aufgeteilt und anteilig als Werbungskosten abgezogen werden. Vorausgesetzt, die berufliche Nutzung beträgt mindestens zehn Prozent. Dafür muss jedoch eine Aufteilung nach objektiven Maßstäben möglich sein und die beruflichen Nutzungsanteile feststehen (Urteil des BFH, Aktenzeichen GrS 1/06). Als Werbungskosten absetzbar ist beispielsweise ein Kleiderschrank, in dem berufliche Gegenstände aufbewahrt werden (Aktenzeichen 1 K 6259/95).

Steuerbonus für Arbeitsmittel

Wie der Steuervorteil für beruflich genutzte Möbel und andere Arbeitsmittel berechnet wird, sehen Sie hier:

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