Fahrten zum Betrieb

Welche Pauschale wann gilt


Welche Pauschale für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb können Sie ansetzen? 30 Cent je Entfernungs – oder je Fahrtkilometer? Dies hängt von der Anzahl Ihrer Betriebsstätten ab.

Pauschale für tägliche Fahrt

Selbstständige und Gewerbetreibende können ihre Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb absetzen – mit 30 Cent je Entfernungskilometer. Dabei werden die Gesamtkosten des Betriebs-Pkw, die in vollem Umfang Betriebsausgaben sind, um die anteiligen Kosten gekürzt, die auf diese Fahrten entfallen.

Doch was gilt, wenn man nur einen einzigen Auftraggeber hat und ständig in dessen Betrieb tätig ist?

Ab 2014: schlechte Karten für Arbeitnehmer

Bei Arbeitnehmern gilt bis 2013, dass der Betrieb eines Kunden keine “regelmäßige Arbeitsstätte” ist. Deshalb sind die Fahrten dorthin mit den tatsächlichen Kosten bzw. mit der Pauschale von 30 Cent je Fahrtkilometer absetzbar.

Nach neuem Recht ab 2014 sieht die Sache nicht mehr so positiv aus: Hier kann auch der Betrieb des Kunden die “erste Tätigkeitsstätte” sein, wenn der Arbeitnehmer dort längerfristig tätig wird. Und das bedeutet, dass die Fahrten jetzt nur noch mit der Entfernungspauschale anerkannt werden.

Bei nur einem Betrieb: Pendlerpauschale

Nun hat der Bundesfinanzhof die Frage der Fahrtkosten für Selbstständige geklärt: Falls diese nur einen einzigen Auftraggeber haben und ständig in dessen Betrieb tätig sind, stellt dieser Betrieb zugleich deren Betriebsstätte dar.

Nach Auffassung des BFH ist nämlich die “Betriebsstätte bei einem Unternehmer, der nicht über eine eigene Betriebsstätte verfügt, der Ort, an dem oder von dem aus die beruflichen oder gewerblichen Leistungen erbracht werden”.

Folge: Die Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte sind nur mit der Pendlerpauschale mit 30 Cent je Entfernungskilometer abzugsfähig. Dies gilt sowohl für die alte Rechtslage bis 2013 als auch für die neue Rechtslage ab 2014 (Aktenzeichen X R 13/13).

Bei mehreren Betrieben: Dienstreisepauschale

Falls Selbstständige doch eine eigene Betriebsstätte haben, stellen die Fahrten zum Auftraggeber Fahrten zwischen zwei Betriebsstätten dar und sind somit mit den tatsächlichen Kosten absetzbar. Das heißt die als Betriebsausgaben verbuchten Kfz-Kosten müssen nicht gekürzt werden.

Voraussetzung ist, dass die eigene Betriebsstätte (Büro) nicht im selben Haus wie die Wohnung liegt, sondern davon räumlich getrennt ist. Andernfalls sind wegen der engen Einbindung in den privaten Lebensbereich Ausgangs- und Endpunkt der Fahrten die Wohnung und demzufolge die Fahrten zum Auftraggeber nur mit der Entfernungspauschale absetzbar.

Was ist eine Betriebsstätte?

Das BFH-Urteil steht im Einklang mit der Finanzverwaltung, die in einem neuen Erlass die Betriebsstätte eines Selbstständigen wie folgt definiert:

“Betriebsstätte ist die von der Wohnung getrennte dauerhafte Tätigkeitsstätte, d.h. eine ortsfeste betriebliche Einrichtung des Steuerpflichtigen, des Auftraggebers oder eines vom Auftraggeber bestimmten Dritten, an der oder von der aus die steuerrechtlich relevante Tätigkeit dauerhaft ausgeübt wird” (BMF-Schreiben vom 23.12.2014).

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