Falsche Handwerkerrechnung

Falsche Handwerkerrechnung

Anspruch auf korrekte Aufteilung


Wer den Handwerker absetzen will, muss die Rechnung der Steuererklärung beilegen. Doch was, wenn diese nicht korrekt aufgeschlüsselt ist? Hier stellt sich nun die Rechtsprechung auf die Seite der Steuerzahler.

Welche Ausgaben Sie absetzen können

Ausgaben für Handwerkerleistungen sind mit 20 Prozent, höchstens 1.200 Euro im Jahr, direkt von der Steuerschuld abziehbar.

Begünstigt sind dabei die reinen Arbeitskosten, sowie in Rechnung gestellte Maschinen- und Fahrtkosten zuzüglich der darauf entfallenden Mehrwertsteuer.

Ebenfalls begünstigt sind ebenfalls die Kosten für Entsorgungen, die als Nebenleistung zur Hauptleistung anzusehen sind (z. B. Fliesenabfuhr bei Neuverfliesung des Bades), ferner in Rechnung gestellte Kosten für Verbrauchsmittel (z. B. Klebeband, Abdeckfolien, Schmiermittel).

Nicht begünstigt sind hingegen Kosten für Material und sonstige gelieferten Waren.

Arbeitskosten müssen erkennbar sein

Der Anteil der Arbeitskosten muss sich grundsätzlich anhand der Angaben in der Rechnung ermitteln lassen (Schreiben des BMF, Teilziffer 40). Doch was, wenn in der Rechnung vom Handwerker nur ein Gesamtbetrag steht? Können Sie eine korrekte Rechnung verlangen?

Sie können. Das Amtsgericht Mülheim entschied nun, dass Kunden einen Rechtsanspruch auf eine aufgeschlüsselte Rechnung mit gesondertem Ausweis des Lohnanteils haben. Denn nur so können Sie Handwerkerleistungen oder haushaltsnahe Dienstleistungen von der Steuer absetzen. (Aktenzeichen 12 C 1124/14).

Keine Zahlung ohne korrekte Rechnung

Die Verpflichtung des Unternehmens ergibt sich aus § 242 BGB, den Vertragspartner nicht zu schädigen. Im Hinblick auf die steuerlichen Auswirkungen der Rechnungsstellung ist es auch unerheblich, ob der Auftraggeber etwa den Rechnungsbetrag selbst beziffern kann.

Solange das Unternehmen die Rechnung vorenthält, kann der Auftraggeber sogar die Bezahlung nach § 273 BGB zurückbehalten, da es sich bei dem privatrechtlichen Anspruch auf Rechnung um eine Nebenverpflichtung des Leistungserbringers gegenüber dem zahlenden Leistungsempfänger handelt.

Worauf Sie sonst noch achten sollten

2 Comments

eigener Kommentar
  1. 1
    Klaus Rauh

    Die Technischen Werke Burscheid AöR, die von mir im Jahr 2015 für ein Mietobjekt eine Zahlung für Straßenbaukosten erhalten haben, haben mir mitgeteilt, dass eine Aufschlüsselung nach Lohn- und Materialanteil nicht möglich sei, da dem ausführenden Unternehmen ein Pauschalauftrag erteilt worden sei. In welcher Höhe kann ich im speziellen Fall die Kosten in der Steuererklärung geltend machen?

  2. 2
    Christian Döhr

    Hallo Herr Rauh,
    probieren Sie es einmal mit eine Aufteilung von 40 % Lohnkosten und 60 % Materialkosten. Hierbei haben Sie zwar den Einsatz von Maschinen und Material wie im Vortrag nicht berücksichtigt, bekommen aber wenigsten einen Teil der Kosten vom FA zurück.

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