Familie auf der Weihnachtsfeier

Familie auf der Weihnachtsfeier

Keine Versteuerung mehr


Ein Blick in den Kalender. Bald ist es wieder soweit: Die Weihnachtsfeier des Betriebes steht an. Bisher musste die Teilnahme von Angehörigen versteuert werden, wenn die Ausgaben des Chefs über der Freigrenze lagen. Doch nun zeigt der Fiskus ein Herz für die Familie.

Max. zwei Feste, nicht über 110 Euro

Betriebsfeste sollen den Kontakt der Mitarbeiter stärken und damit das Betriebsklima fördern. Das gilt vor allem für die jährliche Weihnachtsfeier. Deshalb liegen solche Feiern überwiegend im betrieblichen Interesse des Arbeitgebers. Folge: Die Teilnahme ist für Mitarbeiter steuerfrei, wenn die Veranstaltung samt Zuwendungen „üblich“ ist. Dies ist der Fall, wenn nicht mehr als zwei Veranstaltungen jährlich durchgeführt werden. Auch dürfen die Kosten 110 Euro pro Arbeitnehmer nicht übersteigen.

Bisher: Teilnahme von Angehörigen muss versteuert werden

Momentan werden die Kosten, die anteilig auf die Angehörigen entfallen, dem Arbeitnehmer zugerechnet. Steuerfrei ist die Teilnahme nur, wenn die Kosten für Arbeitnehmer samt Begleitung nicht höher als 110 Euro sind. Das kann dazu führen, dass Mitarbeiter mit Begleitung die Wohltaten des Arbeitgebers voll versteuern müssen. Kollegen ohne Begleitung jedoch nicht (Urteil des BFH, Aktenzeichen VI R 85/90).

Jetzt: Steuerfrei, auch wenn Familie teilnimmt

Nun hat der Bundesfinanzhof zugunsten der Arbeitnehmer entschieden: Die Grenze von 110 Euro gilt jetzt je Teilnehmer – nicht wie bisher je Arbeitnehmer. Der auf die Angehörigen entfallende Anteil wird dem Arbeitnehmer nicht mehr zugerechnet. Die Übernahme der Kosten für die Gäste stellt keine Entlohnung dar. Somit ist es künftig egal, ob der Mitarbeiter mit oder ohne Begleitung an der Feier teilnimmt (Urteil des BFH, Aktenzeichen VI R 7/11).

Betriebsfeste fördern Verbundenheit und Verständnis

Die Richter sind zu einer weisen Einsicht gelangt: Durch die Einladung der Familie steht nicht die Entlohnung des Mitarbeiters im Vordergrund. Eher fördert die Teilnahme der Angehörigen das Betriebsklima und die Arbeitsfreude der Arbeitnehmer. Solche Feiern stärkten die Verbundenheit zwischen Arbeitnehmer, Arbeitgeber und den Kollegen. Auch kann die Teilnahme das Verständnis der Familie für betriebliche Arbeitsabläufe fördern.

Dagegen trete der Vorteil aus der Einladung der Familie deutlich zurück. Eine Bewirtung, eine musikalische Umrahmung und ggf. ein Programm für Kinder seien bei Betriebsfeiern üblich. Daher würden sie weder vom Arbeitgeber noch von den Arbeitnehmern als besondere Entlohnung für geleistete Dienste beurteilt.

Achtung

In manchen Fällen will der Arbeitgeber dem Mitarbeiter durch Einladung der Angehörigen einen Vorteil zukommen lassen. Nämlich dann, wenn die Veranstaltung bereits für sich selbst einen marktgängigen Wert besitzt. Und der Arbeitgeber diese nicht selbst durchführen kann. Beispielsweise, wenn die Belegschaft zusammen mit Angehörigen gemeinschaftlich ein Musical besucht. Oder wenn Konzerte weltberühmter Künstler anlässlich von Betriebsfeiern gegeben werden.

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