Familienheim steuerfrei vererben

Familienheim steuerfrei vererben

Nicht bei Hinderung aus beruflichen Gründen


Das Familienheim steuerfrei vererben- egal ob an Partner oder Kinder. Voraussetzung ist, dass das Familienheim selbst bewohnt wird. Doch was, wenn dies der Job nicht zulässt?

Familienheim muss selbst bewohnt werden

Voraussetzung für die steuerfreie Erbschaft des Familienheims ist, dass der Erblasser die Immobilie vor dem Erbfall selbst bewohnt hat und die Erben die Immobilie nach der Erbschaft zehn Jahre lang selber zu Wohnzwecken nutzen.

Der Erbe muss das Familienheim zu eigenen Wohnzwecken nutzen. In der Wohnung muss sich der Mittelpunkt des familiären Lebens befinden. Die Befreiung ist danach nicht möglich, wenn die Wohnung nur als Ferien- oder Wochenendwohnung genutzt wird oder für einen Berufspendler nur die Zweitwohnung darstellt.

Vorsicht: Rückwirkender Wegfall der Steuerbefreiung

Die Steuerbefreiung fällt rückwirkend weg, wenn der Erbe die Selbstnutzung des Familienheims innerhalb von zehn Jahren aufgibt. Sie ist aber dann zu gewähren, wenn der Erbe aus objektiv zwingenden Gründen an der Selbstnutzung gehindert ist oder deswegen innerhalb von zehn Jahren aufgeben muss. Das wäre der Fall bei Tod oder bei Pflegebedürftigkeit (Stufe III) mit Umzug ins Pflegeheim, nicht jedoch bei einer beruflichen Versetzung.

Gilt das auch, wenn der Erbe das Familienheim nicht selber nutzen kann, weil er aus beruflichen Gründen an einem fernen Ort beschäftigt ist und dort zur Wohnsitznahme verpflichtet ist?

Keine Gnade bei beruflichen Gründen

Nun hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass berufliche Gründe für die fehlende Selbstnutzung des geerbten Familienheims nicht ausreichen, um die Erbschaftssteuerbefreiung zu erhalten. Wenn also der Erbe wegen seiner beruflichen Tätigkeit an einem auswärtigen Ort einer Residenzpflicht unterliegt und deshalb das Familienheim nicht selber bewohnen kann, gibt’s keine Steuerbefreiung (Aktenzeichen II R 13/13).

Was sind zwingende Gründe?

Nach Auffassung des BFH führt die Aufgabe der Selbstnutzung zu Wohnzwecken grundsätzlich zum Wegfall der steuerfreien Erbschaft des Familienheims. Ausnahmsweise sei die Beendigung der Selbstnutzung dann unschädlich, wenn der Erwerber aus zwingenden Gründen am weiteren Bewohnen des Familienheims gehindert sei.

Zwingende Gründe, die einer Nutzung zu eigenen Wohnzwecken entgegenstehen, können also die Steuerbefreiung eines bereits selbst genutzten Familienheims erhalten. Sie führen jedoch nicht dazu, dass die Steuerbefreiung ohne jede Selbstnutzung eines Hauses zu Wohnzwecken zu gewähren ist. Nimmt der Erwerber die Selbstnutzung eines Hauses zu eigenen Wohnzwecken überhaupt nicht auf, ist das von Todes wegen erworbene Haus kein Familienheim und damit der Erwerb nicht steuerbefreit.

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