FATCA-Abkommen

FATCA-Abkommen

Welche Daten werden von wem übertragen?


Deutschland und die USA haben sich darauf verständigt, durch gegenseitigen Informationsaustausch über Finanzkonten eine effektive Besteuerung sicherzustellen. Wir zeigen Ihnen, was es damit auf sich hat.

Rechtliche Grundlagen

Am 31. Mai 2013 wurde das so genannte FATCA-Abkommen („Foreign Account Tax Compliance Act“) zwischen Deutschland und Amerika unterzeichnet. Am 11. Dezember letztes Jahres trat es in Kraft.

Es soll vor allem die Steuerehrlichkeit bei internationalen Sachverhalten fördern. Die Folgen haben wir für Sie zusammengefasst.

Welche Daten werden übermittelt?

Deutsche Finanzinstitute sind seit Beginn dieses Jahres verpflichtet, in Bezug auf US-amerikanische meldepflichtige Konten steuerlich relevante Daten zu erheben. Bis zum 31. Juli des folgenden Jahres übermitteln sie sodann folgende Datensätze an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt):

  • Name, Anschrift und Steueridentifikationsnummer
  • Kontonummer
  • Name und Identifikationsnummer des Finanzinstituts
  • Kontostand zum Ende des Kalenderjahres, oder – bei Auflösung eines Kontos im Laufe des Kalenderjahres – zum Zeitpunkt der Kontoauflösung

Ab 2015 werden zusätzlich übermittelt:

Bei Verwahrkonten jeweils der Gesamtbruttoertrag der Zinsen, der Dividenden und anderer Einkünfte, die mittels der Vermögenswerte dieses Kontos erzielt und diesem gutgeschrieben wurden.

Ab 2016 werden zusätzlich übermittelt:

  • Bei Verwahrkonten die Gesamtbruttoerlöse aus der Veräußerung oder dem Rückkauf von Vermögensgegenständen, die auf das Konto eingezahlt oder diesem gutgeschrieben wurden und für die das Finanzinstitut als Verwahrstelle, Makler, Bevollmächtigter oder anderweitig als Vertreter für den Kontoinhaber tätig war.
  • Bei Einlagekonten der Gesamtbruttoertrag der Zinsen, die auf das Konto eingezahlt oder diesem gutgeschrieben wurde.
  • Bei allen anderen Konten der Gesamtbruttobetrag, der in Bezug auf das Konto an den Kontoinhaber gezahlt oder diesem gutgeschrieben wurde und für den das meldende deutsche Finanzinstitut Schuldner ist.

Wessen Daten werden übermittelt?

Ein US-amerikanisches meldepflichtiges Konto ist ein von einem deutschen Finanzinstitut geführtes Konto, dessen Kontoinhaber

  • eine spezifizierte Person Amerikas oder
  • ein nicht US-amerikanischer Rechtsträger ist, der von mindestens einer spezifizierten Person der Vereinigten Staaten von Amerika im Sinne des Abkommens beherrscht wird.

Welche Institute müssen die Daten weiterleiten?

Deutsche Finanzinstitute im Sinne der FATCA-Umsetzungsverordnung sind

  • Verwahrinstitute
  • Einlageinstitute
  • Investmentunternehmen oder
  • spezifizierte Versicherungsgesellschaften.

Zur Selbstauskunft verpflichtet

Sollten einem Finanzinstitut Informationen in den vorhandenen Kundendaten vorliegen, die auf eine mögliche US-amerikanische Steuerpflicht eines Kunden deuten, ist das Finanzinstitut verpflichtet, eine entsprechende Meldung an das BZSt zu veranlassen. Solche Daten können eine US-amerikanische Staatsbürgerschaft, eine US-amerikanische Adresse oder eine US-amerikanische Telefonnummer sein.

Damit das Finanzinstitut dieser Verpflichtung nachkommen kann, sind die Kunden verpflichtet, eine sogenannte Selbstauskunft abzugeben. Sollte es sich bei dem Kunden um keine US-Person im steuerliche Sinne handeln, muss der Kunde dem Finanzinstitut entsprechende Nachweise zur Verfügung stellen, damit dieses die Kundendaten ergänzen und aktualisieren kann.

Quelle: Bundeszentralamt für Steuern

 

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