Fehler im Bescheid

Fehler im Bescheid

Was können Sie tun?


Post vom Finanzamt: Meist einmal im Jahr flattert Ihnen der Steuerbescheid ins Haus. Auf den ersten Blick sieht alles gut aus. Was aber können Sie tun, wenn sie vermuten, dass sich ein Fehler eingeschlichen hat?

Einspruch

Das Lösungswort heißt: Einspruch. Erkennen Sie gleich, dass der Steuerbescheid falsch ist, legen Sie Einspruch ein. Auch wenn Sie gerade viel zu tun haben, vergessen Sie nicht die Einspruchsfrist. Sie beträgt einen Monat nach Erhalt des Steuerbescheides.

Einspruch per E-Mail

Moderne Zeiten machen es möglich. Zwischenzeitlich ist ein Einspruch auch per E-Mail möglich, wenn auf dem Bescheid eine offizielle E-Mail-Adresse genannt ist. Ansonsten bleibt Ihnen der klassische Weg auf Papier, also der Einspruch in schriftlicher Form. Als weitere Alternative können Sie sich auf den Weg zu Ihrem Finanzamt machen. Dort geben Sie Ihren mündlichen Einspruch zu Protokoll.

Verböserung

Das hört sich schlimmer an als es ist. Haben Sie mit Ihrem Einspruch zwar Recht, kann es trotzdem sein, dass der Bearbeiter weitere Fehler entdeckt. Wenn sich bei Berichtigung aller Fehler Ihre Steuerlast erhöhen würde, können Sie den Einspruch wieder zurücknehmen. Dann bleibt der alte Bescheid gültig.

Frist verpasst

Nun hatten Sie doch so viel zu tun und darüber haben Sie die unliebsame Steuer samt Bescheid vergessen. Sie erinnern sich erst nach Ablauf der Einspruchsfrist wieder an den Bescheid. Vielleicht ist doch noch nicht alles verloren.

Änderungsantrag

Stellen Sie einen Änderungsantrag. Manche Fehler lassen sich auch noch nach Ablauf der Einspruchsfrist beheben. Dazu gehören zum Beispiel offenbare Schreib- oder Rechenfehler.

Manchmal verlängert sich auch die Einspruchsfrist auf ein Jahr. Das passiert zum Beispiel wenn die Rechtsbehelfsbelehrung (Der Teil im Bescheid, der Sie über den Einspruch belehrt) auf dem Bescheid fehlt, unvollständig oder falsch ist.

Steht in dieser Belehrung zum Beispiel nichts von der Möglichkeit des Einspruchs per E-Mail und ist auf dem Bescheid eine E-Mail-Adresse angegeben, dann ist die Belehrung unvollständig. Die Frist für den Einspruch ist dann ein Jahr. Diese Auffassung haben die Richter des Finanzgerichts Niedersachsen bestätigt.

Finanzgericht Niedersachsen, Aktenzeichen 10 K 275/11

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