Fehlerhafte Rechnung

Fehlerhafte Rechnung

Vorsteuerabzug erleichtert


Gute Nachrichten für Unternehmer: Erneut gibt es eine Vereinfachung bei den Rechnungsangaben. Fehlt in einer ausgestellten Rechnung das genaue Datum, können Sie trotzdem die Vorsteuer ziehen. Wir zeigen, was Sie beachten müssen.

Pflichtangaben einer Rechnung

Rechnung ist nicht gleich Rechnung. Damit diese auch zum Vorsteuerabzug berechtigt muss sie folgende laut Umsatzsteuergesetz aufgeführten Angaben enthalten:

  1. Name und Anschrift des leistenden Unternehmens,
  2. Name und Anschrift des Leistungsempfängers,
  3. Termin der Lieferung oder Leistung,
  4. Menge und Bezeichnung der gelieferten Produkte bzw. Art und Umfang der Dienstleistung,
  5. die ggf. nach Steuersätzen aufgeschlüsselten Netto-Beträge und
  6. die jeweils darauf entfallenden Steuer-Beträge,
  7. das Ausstellungsdatum (= Rechnungsdatum),
  8. eine einmalig vergebene Rechnungsnummer sowie
  9. die Steuernummer oder die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Ausstellers.

Vorsicht: Fehlerhafte Rechnung

Doch was passiert bei einer fehlerhaften Rechnung? Fehlt auch nur eine der oben aufgeführten Angaben, so ist der Vorsteuerabzug für diese Rechnung verloren. Dabei ist die Finanzverwaltung lange Zeit davon ausgegangen, dass eine rückwirkende Rechnungsberichtigung nicht möglich ist.

Die Folge? Ein Zinsschaden für den vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmer. Denn dieser konnte zwar nach Rechnungsberichtigung die Vorsteuer wieder in Anspruch nehmen. Hatte er jedoch schon aufgrund der falschen Rechnung Vorsteuer in Anspruch genommen, so verlangte die Finanzverwaltung für den Zeitraum zwischen erstmaliger Rechnung bis Rechnungsberichtigung Zinsen auf den infrage stehenden Vorsteuerbetrag.

Rückwirkende Berichtigung möglich?

Mittlerweile ist jedoch höchstrichterlich geklärt, dass eine Rechnungsberichtigung auf den Zeitpunkt zurückwirkt, in dem die Rechnung erstmals ausgestellt wurde. Voraussetzung ist, dass die ursprüngliche Rechnung zumindest Angaben zum Rechnungsaussteller, zum Leistungsempfänger, zur Leistungsbeschreibung, zum Entgelt und zur gesondert ausgewiesenen Umsatzsteuer enthalten hat.

Fehlen und später nachgetragen werden dürfen also: Termin der Leistung oder Lieferung und das Ausstellungsdatum. Unstrittig ist auch, dass beispielsweise die Steuernummer des Rechnungserstellers nachgereicht werden kann.

Zeitpunkt der Leistung: Monatsangabe ausreichend

Auch der Zeitpunkt der Lieferung oder der sonstigen Leistung ist ein zwingender Rechnungsinhalt. Hier greift nun jedoch eine neue Vereinfachungsvorschrift: Ein konkretes Datum ist hier nicht mehr erforderlich. Es reicht aus, wenn als Zeitpunkt der Kalendermonat angegeben wird, in dem die Leistung ausgeführt wird.

Fehlender Leistungszeitpunkt

Darüber hinaus hat der Bundesfinanzhof mit aktuellem Urteil nun eine weitere Erleichterung geschaffen (Aktenzeichen V R 18/17). Danach reicht es sogar aus, wenn sich der Leistungszeitpunkt aus anderen Unterlagen ergibt oder gegebenenfalls sogar offensichtlich ist.

So heißt es konkret in der Entscheidung: „Die Angabe des Kalendermonats als Leistungszeitpunkt kann sich unter Beachtung der unionsrechtlichen Vorgaben aus dem Ausstellungsdatum der Rechnung ergeben, wenn nach den Verhältnissen des jeweiligen Einzelfalls davon auszugehen ist, dass die Leistung in dem Monat bewirkt wurde, in dem die Rechnung ausgestellt wurde.“

Im Urteil plädieren die Richter dafür, dass die Vereinfachungsregel der Umsatzsteuerdurchführungsverordnung weit auszulegen ist. „Somit ist es sogar möglich, dass die Angabe des Ausstellungsdatums als Angabe im Sinne der Vereinfachungsregelungen der Umsatzsteuerdurchführungsverordnung anzusehen ist.“

Praktische Anwendung

Dennoch kann die Entscheidung in der Praxis eine enorme Hilfestellung sein. Vor allem bei einer Betriebsprüfung oder bei Sachverhalten, bei denen eine Rechnungskorrektur nicht mehr möglich ist. In diesen Fällen sollten Sie das Finanzamt auf die positive Entscheidung des Bundesfinanzhofs hinweisen, damit der Vorsteuerabzug gegebenenfalls ohne umständliche Rechnungskorrektur erreicht werden kann.

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