Feier mit Freunden & Kollegen

Feier mit Freunden & Kollegen

Bewirtungskosten anteilig abzugsfähig


Gründe zum Feiern gibt es viele: Geburtstag, Beförderung, Dienstjubiläum, Einstand oder Ausstand. Gerne mit Freunden und Kollegen zusammen. Sogar das Finanzamt feiert mit. Jedoch sind all diese Ereignisse privat veranlasst – und somit dienen auch die Bewirtungskosten der persönlichen Repräsentation. Der Abzug der Kosten als Werbungskosten dann ist nicht mehr möglich.

Gemischte Feier

Was aber gilt, wenn gleichzeitig mit einem persönlichen Ereignis ein berufliches Ereignis gefeiert wird? Das Finanzgericht Baden-Württemberg hatte im letzten Jahr eine Aufteilung der Bewirtungskosten abgelehnt und einen anteiligen Abzug verweigert (Aktenzeichen 1 K 3541/12).

Anteiliger Abzug nun doch möglich!

Nun hat der Bundesfinanzhof das Urteil der Vorinstanz aufgehoben und zugunsten der Arbeitnehmer entschieden: Aufwendungen für eine Feier aus beruflichem und privaten Anlass können aufgeteilt und mit dem beruflichen Anteil als Werbungskosten abgesetzt werden (Aktenzeichen VI R 46/14).

Der Fall

Ein Arbeitnehmer ist kurz vor seinem 30. Geburtstag nach bestandener Prüfung zum Steuerberater bestellt worden. Zur Feier beider Ereignisse lud er Kollegen, Verwandte und Bekannte in die Stadthalle seines Wohnorts ein.

Er teilte die für Hallenmiete und Bewirtung entstandenen Kosten nach Köpfen auf. Dann setzte er den Betrag als Werbungskosten an, soweit sie auf die dem beruflichen Bereich zugeordneten Gäste entfielen. Dies hat das Finanzgericht abgelehnt, aber der Bundesfinanzhof bejaht.

Wichtig

Die Gesamtkosten der Feier sind anteilig nach Gästen aufzuteilen. Die auf Arbeitskollegen und andere Gäste des beruflichen Umfelds entfallenden Kosten sind als Werbungskosten abziehbar, sofern die Einladung dieser Gäste (nahezu) ausschließlich beruflich veranlasst ist.

Hiervon kann insbesondere dann auszugehen sein, wenn nicht nur ausgesuchte Gäste aus dem beruflichen Umfeld eingeladen werden, sondern die Einladungen nach abstrakten berufsbezogenen Kriterien (z.B. alle Auszubildenden, alle Zugehörigen einer bestimmten Abteilung) ausgesprochen werden. Wichtig ist also, dass nicht nur einige befreundete Kollegen eingeladen werden, denn diese würden dem privaten Bereich zugeordnet.

Das Finanzgericht Baden-Württemberg hatte die Bestellung zum Steuerberater eher als privates denn als berufliches Ereignis beurteilt. Dies hat der BFH zurückgewiesen und klargestellt: „Die Bestellung zum Steuerberater ist Voraussetzung für die Tätigkeit als Steuerberater und stellt gleichsam den ersten Akt im Rahmen dieser Tätigkeit dar. Diesem Ereignis kann ungeachtet der Tatsache, dass es auch ein persönliches Ereignis im Leben des Klägers darstellt, der überwiegend berufsbezogene Charakter nicht abgesprochen werden“.

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