Feiern im Betrieb

Ausgaben für Dienstjubiläum absetzbar


Kosten für die Bewirtung anlässlich persönlicher Ereignisse sind normalerweise steuerlich nicht absetzbar. Doch nun gibt es für Jubilare gute Nachrichten.

Feiern auf Kosten des Fiskus

Aktuell hat der Bundesfinanzhof die Kosten für eine Feier anlässlich des 40-jährigen Dienstjubiläums als Werbungskosten anerkannt. Obwohl das Dienstjubiläum ein persönliches Ereignis ist, sehen die Finanzrichter es nun erstmals als berufsbezogenes Ereignis an –  und nicht als privates Ereignis.

Bisher wurde der steuerliche Abzug mit der Begründung verwehrt, die Bewirtungskosten dienten der persönlichen Repräsentation- und seien daher privat veranlasst. Doch nun hatten die Finanzrichter glücklicherweise ein Einsehen. Sie begründeten ihre Entscheidung damit, dass der Beschäftigte im Rahmen eines Dienstjubiläums für seine langjährige, treue Pflichterfüllung gegenüber dem Dienstherrn geehrt werde. Mit einem Dienstjubiläum spreche der Chef seinem Angestellten Dank und Anerkennung für geleistete Dienste aus. Es sei damit Teil der Berufstätigkeit (Aktenzeichen VI R 24/15).

Warum wird gefeiert?

Einen generellen Abzug der Kosten gibt es jedoch nicht – wie immer muss hier auf den Einzelfall abgestellt werden. Wichtigstes Indiz ist in erster Linie der Anlass der Feier. Das Gute hieran: Trotz eines herausgehobenen persönlichen Ereignisses kann sich aus den übrigen Umständen ergeben, dass die Aufwendungen für die Feier beruflich veranlasst sind.

Umgekehrt begründet ein Ereignis in der beruflichen Sphäre allein nicht die Annahme, die Aufwendungen für eine Feier seien nahezu ausschließlich beruflich veranlasst.

Wer wurde eingeladen?

Ob die Bewirtungskosten beruflich oder privat veranlasst sind, richtet sich auch nach dem Kreis der eingeladenen Arbeitskollegen: Werden Arbeitskollegen wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten betrieblichen Einheit (z.B. alle Arbeitnehmer einer Abteilung) oder nach ihrer Funktion, die sie innerhalb des Betriebes ausüben (z.B. alle Außendienstmitarbeiter oder Auszubildenden), eingeladen, spricht dies für die berufliche Veranlassung.

Vorsicht jedoch, wer nur einzelne – ausgesuchte – Arbeitskollegen einlädt: Dies kann auf eine nicht unerhebliche private Mitveranlassung schließen lassen – und ein Werbungskostenabzug deshalb ausscheiden.

Wie sind die sonstigen Umstände?

Ob die Bewirtungskosten nun tatsächlich Werbungskosten sind, ist noch anhand weiterer Kriterien zu beurteilen: So ist von Bedeutung, wer als Gastgeber auftritt, wer die Gästeliste bestimmt, ob es sich bei den Gästen um Kollegen, Geschäftsfreunde oder Mitarbeiter (des Arbeitnehmers oder des Arbeitgebers), um Angehörige des öffentlichen Lebens, der Presse, um Verbandsvertreter oder um private Bekannte oder Angehörige des Einladenden handelt.

Zu berücksichtigen ist außerdem, an welchem Ort die Veranstaltung stattfindet, ob sich die finanziellen Aufwendungen im Rahmen vergleichbarer betrieblicher Veranstaltungen bewegen und ob das Fest den Charakter einer privaten Feier aufweist oder ob das nicht der Fall ist.

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