Was hat es mit der Feststellungserklärung auf sich?

Alles zur gesonderten und einheitlichen Feststellung


Manchmal bittet das Finanzamt um eine Feststellungserklärung. Betroffen sind oft Unternehmer aber auch Privatpersonen, wie gemeinsame Grundstücksbesitzer oder Erbengemeinschaften. Erfahren Sie hier, um was es sich bei der Feststellungserklärung genau handelt.

Kurz & Knapp

  • Eine Feststellungserklärung ist Teil der Einkommensteuererklärung.
  • Nur bestimmte Personen müssen eine Feststellungserklärung abgeben.
  • Es gelten eigene Fristen für Abgabe und Einspruch.

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Was ist eine Feststellungserklärung?

Eine Feststellungserklärung gehört zu der jährlichen Einkommensteuer. Sie bezieht sich jedoch nur auf den Gewinn oder Verlust einer Beteiligung oder auf die Einkünfte bestimmter Einzelunternehmer. Auch wenn sie Teil der Einkommensteuererklärung ist, wird aber oft bei einem separaten Finanzamt abgegeben.

Ein klassischer Fall ist die Erbengemeinschaft bei einer vermieteten Immobilie. Jedem Miterben gehört ein Teil der Einkünfte. Sie bilden eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR). Durch eine gesonderte und einheitliche Feststellung wird dann festgelegt, wie hoch der genaue Anteil am Gewinn oder Verlust ist. Der festgestellte Gewinn oder Verlust fließt dann in die eigene Einkommensteuererklärung mit ein.

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Warum muss man eine Feststellungserklärung abgeben?

Die Feststellungserklärung hilft dabei, die Grundlagen für Ihre Einkommensteuer zu ermitteln. So werden für die Besteuerung maßgebliche Einnahmen oder Ausgaben, Gewinne oder Verluste festgestellt. Über den Steuerbescheid haben diese Einfluss auf die Höhe der Steuer.

Wer muss eine Feststellungserklärung abgeben?

Es ist gesetzlich vorgeschrieben, wer eine Feststellungserklärung für die Einkommensteuer abgeben muss. Festgelegt ist dies in der Abgabenordnung. Dabei unterscheidet man zwei Hauptfälle:

Fall 1: Sie sind Einzelunternehmer und Ihr Betrieb und Wohnsitz liegen weit auseinander. Dann sind zwei Finanzämter für Sie zuständig. Für Ihre Firma müssen Sie eine Feststellungserklärung beim Betriebsfinanzamt abgeben und beim Wohnsitzfinanzamt Ihre Einkommensteuererklärung.

Fall 2: Eine Personengesellschaft mit mehreren Gesellschaftern hat steuerpflichtige Einkünfte. Mit einer gesonderten und einheitlichen Feststellung wird der jeweilige Anteil am Gewinn oder Verlust verpflichtend festgestellt und dann bei der Einkommensteuer der jeweiligen Einzelperson berücksichtigt. Zu den Personengesellschaften zählen OHG und KG, aber auch die Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR).

Suche Icon FestellungserklärungBei einem leicht überschaubaren Sachverhalt kann das Finanzamt auf die Abgabe einer Feststellungserklärung verzichten. Im Finanzamts-Jargon nennt man das einen Fall von geringer Bedeutung. Vorausgesetzt wird jedoch, dass es keinen Streit über die Höhe des jeweiligen Anteils am Gewinn oder Verlust gibt.
So entschied der BFH mit Urteil vom 06.02.2020 (IV R 6/17) , dass bei einer von Ehegatten gemeinsam betriebenen Photovoltaikanlage regelmäßig keine gesonderte und einheitliche Feststellung gemacht werden muss.
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Gesonderte (und einheitliche) Feststellung – Was ist der Unterschied?

Gesonderte Feststellung

Die Feststellung der Besteuerungsgrundlagen ist ein eigenes Verfahren mit eigenen Steuerformularen. Deshalb nennt man es gesonderte Feststellung. Diese Bezeichnung nimmt man auch gerne dann, wenn nur eine Einzelperson die Feststellungserklärung abgibt.

Gesonderte Feststellung Infografik Erklärung

Gesonderte und einheitliche Feststellung

Wenn an einer gesonderten Feststellung aber mehrere Personen beteiligt sind, handelt es sich um eine gesonderte und einheitliche Feststellung. Die Besteuerungsgrundlagen werden für jeden Beteiligten gesondert aber insgesamt einheitlich festgestellt.

Gesonderte Einheitliche Feststellung mehrere Personen

Beispiel

Stefanie und Stefan sind an einem Handelsunternehmen beteiligt. Ihre Anteile betragen betragen 60 und 40 Prozent. Da es sich um eine Personengesellschaft handelt, an der mehrere Personen beteiligt sind, muss eine gesonderte und einheitliche Feststellungserklärung beim Betriebsfinanzamt abgegeben werden.

Das Betriebsfinanzamt prüft und stellt den jeweiligen Gewinn- oder Verlustanteil verbindlich mit einem Feststellungsbescheid fest. Diesen Bescheid erhält das Wohnsitz-Finanzamt der einzelnen Unternehmer automatisch. Dort dient der Bescheid zusammen mit den weiteren Angaben der Einkommensteuererklärung als Grundlage für die Einkommensteuer.

Info Icon GrafikPro Jahr muss man als natürliche Person nur eine Einkommensteuererklärung abgeben. Jedoch kann es sein, dass man mehrere Feststellungserklärungen fertigen muss. Für die Besteuerung läuft am Ende aber alles im Einkommensteuerbescheid zusammen.

Wie ist der Ablauf rund um die Feststellungserklärung?

Den Ablauf rund um die Feststellungserklärung kann man in mehrere Schritte unterteilen:

Schritt 1

Zunächst müssen Sie die zutreffenden Steuerformulare der Feststellungserklärung ausfüllen und an das zuständige Finanzamt schicken.  Bei mehreren Beteiligten ist es oft sinnvoll, einen Vertreter zu bestellen, der sich um die steuerlichen Belange kümmert.

Da man eine Feststellungserklärung nur noch digital an das Finanzamt übermitteln darf, nutzen Sie am besten ein gutes Steuerprogramm.

Schritt 2

Füllen Sie Ihre persönliche Einkommensteuererklärung aus. Die Beträge aus der Feststellungserklärung können Sie bereits in Höhe Ihres Anteils eintragen. Wenn Sie bereits einen Feststellungsbescheid erhalten haben, übernehmen Sie den dort festgestellten Betrag.

Schritt 3

Vom Wohnsitz-Finanzamt erhalten Sie Ihren Einkommensteuerbescheid. In diesem ist auch der Gewinn oder Verlust aus dem Feststellungsbescheid mit aufgenommen worden. Erst mit dem Einkommensteuerbescheid erhalten Sie den genauen Betrag Ihrer Steuererstattung oder Nachzahlung.

Was ist, wenn der Feststellungsbescheid noch fehlt?

Es gibt gesetzlich festgelegte Fristen für die Abgabe der Steuererklärung. Für die Einkommensteuer hat man bis zum 31. Juli des nächsten Jahres Zeit. Der gleiche Termin gilt auch für die Abgabe der Feststellungserklärung. Macht ein Steuerberater die Steuererklärung, verlängert sich die Abgabefrist auf Ende Februar des übernächsten Jahres.

Wenn man Feststellungs- und Einkommensteuererklärung zeitgleich beim Finanzamt abgibt, kann man trotzdem den selbst errechneten Gewinn oder Verlust aus der gesonderten Feststellung schon in die Einkommensteuererklärung eintragen.

Setzt das Betriebsfinanzamt beim Feststellungsbescheid einen anderen Betrag fest, wird auch der Einkommensteuerbescheid geändert. Das ist sowohl zu Ihren Gunsten als auch zu Ihrem Nachteil möglich. Das Finanzamt ändert den Bescheid dann automatisch. Dafür hat es sogar zwei Jahre Zeit.

Info Glühbirne Feststellungsbescheid

Grundlagenbescheid und Folgebescheid

Nach Abgabe der Feststellungserklärung erhält man vom Finanzamt den verbindlichen Feststellungsbescheid. Dieser wird auch als Grundlagenbescheid bezeichnet. Er ist eine der Grundlagen für den Einkommensteuerbescheid. Den Einkommensteuerbescheid nennt man auch Folgebescheid.

Immer, wenn der Grundlagenbescheid geändert wird, beispielsweise, weil das Finanzamt einen Fehler gemacht hat, wird auch der Einkommensteuerbescheid (Folgebescheid) geändert.

Wenn der Feststellungsbescheid erst später kommt, müssen Sie keine neue Einkommensteuererklärung abgeben! Die Gewinne oder Verluste werden automatisch vom Finanzamt übernommen und Sie erhalten einen neuen Einkommensteuerbescheid.

Was tun, wenn der Feststellungsbescheid fehlerhaft ist?

Egal ob gesonderte Feststellung oder Einkommensteuer: Innerhalb von einem Monat nach Bekanntgabe des jeweiligen Bescheids dürfen Sie immer Einspruch einlegen. Ist der Monat abgelaufen, ist ein Einspruch nur noch unter erschwerten Bedingungen möglich. Eine sogenannte Wiedereinsetzung in den vorigen Stand kann zum Beispiel bei einer ernsten Erkrankung in Betracht kommen.

Beachten sollten Sie aber, dass man immer bei dem Finanzamt Einspruch einlegt, von welchem der jeweilige Bescheid kommt. Beim Feststellungsbescheid wendet man sich an das Betriebsfinanzamt. Gegen den Einkommensteuerbescheid legt man beim Wohnsitzfinanzamt Einspruch ein.

Fristen beachten!
Verpassen Sie nicht das Ende der Einspruchsfristen! Feststellungs- und Einkommensteuerbescheid sind rechtlich zwei verschiedene Dinge. Die Einspruchsfrist ist daher immer einzeln zu betrachten und beginnt mit Erhalt des jeweiligen Bescheides per Post.

So erstellen Sie die Feststellungserklärung

Sowohl für die Feststellungserklärung einer einzelnen Person als auch für die gesonderte und einheitliche Feststellung gibt es eine Reihe von eigenen Steuerformularen. Diese müssen – wie jede Steuererklärung – gewissenhaft und vollständig ausgefüllt werden. Anschließend erfolgt die Übermittlung ans Finanzamt zertifiziert und digital. Steuerformulare auf Papier akzeptiert das Finanzamt nur noch in absoluten Ausnahmefällen. Das Steuerprogramm übermittelt Ihre Erklärung digital ans Finanzamt! Unser Tipp: Am einfachsten machen Sie die Feststellungserklärung mit dem WISO Steuer-Sparbuch! Das Programm übermittelt Ihre Erklärung sicher und digital direkt ans Finanzamt. Außerdem profitieren Sie von zahlreichen zusätzlichen Steuer-Tipps!

Das Ergebnis der Feststellungserklärung muss in die Einkommensteuererklärung eingetragen werden. Man geht dabei so vor, dass man nach der jeweiligen Einkommensart unterscheidet. Handelt es sich beispielsweise um Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb, gehört der Gewinn oder Verlust in die Anlage G.

Bei einer Erbengemeinschaft die Einkünfte aus einer vermieteten Immobilie hat, sind die anteiligen Überschüsse in die Anlage V zu den Vermietungseinkünften einzutragen.

Noch einfacher mit WISO Steuer

Je nach Einkunftsart nutzt man also das entsprechende steuerliche Formular. Noch einfacher ist es mit WISO Steuer! Falls Sie Fragen haben, unterstützt Sie die Steuer-Hilfe mit zahlreichen Informationen, Tipps und Tricks. Die elektronische Übermittlung mit ELSTER-Zertifikatsdatei übernimmt WISO Steuer selbstverständlich für Sie.

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Übrigens: In unserer Steuer-Software finden Sie eine ausführliche Hilfe und Tipps zu allen Themen rund um Ihre Steuererklärung.

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