Firmenwagen falsch betankt

Firmenwagen falsch betankt

Arbeitslohn, wenn der Chef zahlt


Mal kurz nicht aufgepasst und schon ist es passiert: Auto falsch betankt. Und das kann teuer werden. Zahlt der Chef die Reparatur des Firmenwagens, zählt dies als Arbeitslohn.

Pendlerpauschale deckt (fast) alle Kosten ab

Die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind mit der Entfernungspauschale absetzbar. 30 Cent je Entfernungskilometer können Sie als Werbungskosten absetzen. Nach dem Gesetz sind damit “ sämtliche Aufwendungen abgegolten“. Ausnahme hierbei: Unfallkosten. Diese erkennt das Finanzamt als außergewöhnliche Kosten zusätzlich zur Entfernungspauschale an. Nicht jedoch andere außergewöhnliche Kosten.

Motorschaden: Benzin statt Diesel getankt

Das Finanzgericht Niedersachsen hatte zugunsten der Steuerzahler entschieden: nicht bloß reine Unfallkosten seien absetzbar. Sondern zusätzlichauch sonstige Kosten, die ihrer Natur nach außergewöhnlich sind und sich einer Pauschalierung entziehen.

Und dazu gehörten auch Reparaturkosten für einen Motorschaden, der infolge einer Falschbetankung auf einer Fahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte verursacht wurde. Der Fahrer hatte irrtümlich anstatt Diesel Benzin getankt und die Falschbetankung erst nach einer Fahrtstrecke bemerkt (Aktenzeichen 9 K 218/12).

Aber der Bundesfinanzhof hat das steuerzahlerfreundliche Urteil des Finanzgerichts leider verworfen: Die Reparaturkosten für einen Motorschaden infolge Falschbetankung sind nicht zusätzlich zur Entfernungspauschale als Werbungskosten absetzbar. Auch solche außergewöhnlichen Aufwendungen sind durch die Entfernungspauschale abgegolten (Aktenzeichen VI R 29/13).

Ausnahme: Falschbetankung während Auswärtstätigkeit

Anders aber liegt der Fall, wenn Sie anlässlich einer Auswärtstätigkeit Ihr Fahrzeug falsch betanken und deshalb ein Motorschaden eintritt. Wir empfehlen hier: Ermitteln Sie den tatsächlichen Kilometer-Kostensatz für das Fahrzeug. Erfassen Sie dabei die Reparaturkosten für den Motorschaden in den Gesamtkosten mit. So ergibt sich für das betreffende Jahr ein höherer Km-Kostensatz für die dienstlichen Fahrten (Urteil des Bundesfinanzhofes, Aktenzeichen VI R 137/89).

Zahlungen vom Chef müssen als Arbeitslohn versteuert werden

Nun hat das Finanzgericht Köln entschieden, wie die Reparaturkosten infolge der Falschbetankung bei einem Firmenwagen zu beurteilen sind, die der Arbeitgeber übernimmt und auf deren Erstattung er verzichtet.

Die Kostenübernahme stellt für den Arbeitnehmer steuerpflichtigen Arbeitslohn dar. Der Arbeitgeber hat nämlich einen Schadensersatzanspruch wegen falscher Betankung des Firmenwagens, denn der Arbeitnehmer hat den Schaden an dem Fahrzeug des Arbeitgebers schuldhaft herbeigeführt.

Verzichtet also der Arbeitgeber auf die Erstattung, ist dies für den Mitarbeiter ein geldwerter Vorteil und damit steuer- und sozialversicherungspflichtig (Aktenzeichen 15 K 1581/11, Revision VI R 34/16).

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