Firmenwagen statt Gehalt

Kein anteiliger Werbungskostenabzug


Die Gehaltsumwandlung – in vielen Unternehmen mittlerweile gang und gäbe. Dabei erhalten Mitarbeitern einen Firmenwagen – und tragen dabei die Kosten für das Leasingfahrzeug und die pauschalierten Kosten im Wesentlichen selbst.

Das Beste an dieser Gestaltung? Eine mögliche Steuerersparnis! Und infolge des Firmenleasings günstigen Raten und Versicherungsprämien.

Wie funktioniert das ĂĽberhaupt?

Bei der Gehaltsumwandlung wird ein Teil des Bruttogehalts in den Sachbezug “Firmenwagen” umgewandelt. Dieser Teil wird dann nach der Pauschalmethode oder Fahrtenbuchmethode bewertet. Diese Form hat der BFH ausdrĂĽcklich gebilligt (Aktenzeichen VI B 83/97).

Das Gehalt wird also einerseits um die zu tragenden Kosten für den Firmenwagen herabgesetzt (reduzierter Barlohn) und andererseits um den ermittelten privaten Nutzungswert erhöht (Sachbezug). Nur der tatsächlich ausgezahlte Barlohn zuzüglich des geldwerten Vorteils für die Kfz-Überlassung unterliegt dem Lohnsteuerabzug.

Sind dienstliche Fahrten als Werbungskosten absetzbar?

Diese Frage hat nun das Finanzgericht Berlin-Brandenburg entschieden: Nein, die dienstlichen Fahrten können nicht als Werbungskosten geltend gemacht werden. Ebenso wenig kann der monatliche Gehaltsverzicht als Gegenleistung für das Fahrzeug im Rahmen der Werbungskosten abgesetzt werden (Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg, Aktenzeichen 9 K 9317/13).

Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Sie sind bei der Einkunftsart abzuziehen, bei der sie entstanden sind. Keine Werbungskosten liegen vor, wenn Einnahmen dadurch entgehen, dass darauf verzichtet wird – wie im vorliegenden Fall aufgrund der einvernehmlichen Umwandlung von Barlohn in Sachlohn. Denn der nach der Ein-Prozent-Pauschalmethode versteuerte Sachbezug fĂĽhrt nicht zur Zulässigkeit eines (anteiligen) Werbungskostenabzugs in Bezug auf die mit dem Fahrzeug durchgefĂĽhrten Dienstfahrten.

Steuerberatung?

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