Fiskus erkennt Ferrari nicht an

Fiskus erkennt Ferrari nicht an

400 PS nicht von der Steuer absetzbar


Ein gut laufender Betrieb. Dazu ein repräsentativer Firmenwagen – wer will das nicht. Ein Tierarzt jedoch schlug mit seinem gewünschten Betriebsausgaben-Abzug über die Stränge: An seinem Ferrari Spider kann er den Fiskus leider nicht beteiligen.

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Eine Kleintierpraxis kann sich lohnen: Gut 250.000 Euro im Jahr verdiente ein Tierarzt mit seiner Praxis.

Dafür muss auch ein repräsentativer Schlitten her, dachte sich der Veterinär-Mediziner – und stellte sich einen Sportwagen von Ferrari in die Garage. Mit satten 400 PS. Und das am besten auf Kosten der Allgemeinheit.

Für Tierärzte nicht angemessen

Doch das Finanzamt strich die Leasing-Kosten von 2.000 Euro monatlich aus der Steuererklärung des Freiberuflers.Grund: Für eine Kleintierpraxis sei dies kein angemessenes Fahrzeug – und deshalb nicht von der Steuer absetzbar. Grundsätzlich sei zwar nichts gegen sehr teure Autos zu Repräsentationszwecken einzuwenden. Doch angemessen sei das Fahrzeug in diesem Fall keineswegs.

Der Tierarzt zog vor den Bundesfinanzhof. Doch auch hier scheiterte der Sportwagenbesitzer mit seiner Klage. „Ein ordentlicher und gewissenhafter Unternehmer würde sich solch einen Repräsentationsaufwand unter Abwägung der Kosten und Vorteile nicht leisten“, so die Richter des höchsten deutschen Finanzgerichts (Aktenzeichen VIII R 20/12).

In drei Jahren 20 betriebliche Fahrten

Der Ansatz des Schlittens sei auch deshalb unzulässig, weil das Fahrzeug in drei Jahren nur an sage und schreibe 20 Tagen betrieblich genutzt wurde. Die Kosten für diese Fahrten machte er mit 14 Euro pro gefahrenen Kilometer geltend – viel zu hoch für die Behörde. Angemessen seien Betriebskosten von 1 bis 2 Euro pro Kilometer.

 

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